Magisterarbeit, 2009
81 Seiten, Note: 3
1 EINLEITUNG
2 BILDUNG UND SOZIALE SCHICHT
2.1 Bildung
2.2 Soziale Schicht
2.3 Schichtspezifische Bildung
2.3.1 Theoretische und methodische Erklärungen von Bildungsunterschieden
Macht- und kontrolltheoretische Überlegungen
Rational-Choice-Theorie
Modernisierungstheoretische Hypothesen
2.3.2 Vorschulische Bildung
2.3.3 Schulische Bildung
Die Schule: Aufgaben, Ziele, Grenzen
Die Rolle des Elternhauses
Schichtspezifische Schulformen
Angestrebte und tatsächliche Abschlüsse
2.3.4 Hochschulstudium und berufliche Bildung
Hochschulstudium
Berufliche Bildung
2.4 Zusammenfassung
3 INTERGENERATIONALE BILDUNGSMOBILITÄT
3.1 Bildungsexpansion und Bildungsaufstiege
3.1.1 Die Bildungsexpansion in Deutschland
3.1.2 Bildungsaufstiege als Folge der Bildungsexpansion
3.2 Zur Vererbung von Bildungsaufstiegen und Bildungs- bzw. Berufsstatus
3.2.1 Soziale Mobilität in Form von schulischen Bildungsaufstiegen
Fuchs und Sixt zur Bildungsmobilität über drei Generationen
Beckers Reanalyse von Fuchs und Sixt
3.2.2 Soziale Mobilität in Form von beruflichen Bildungsaufstiegen
Girods Untersuchung zur sozialen Mobilität bei Jugendlichen
Beckers Analyse zu intergenerationaler Mobilität im Lebensverlauf
Statusvererbungsprozesse zwischen Müttern und Töchtern
3.3 Zusammenfassung
4 DISKUSSION
Diese Arbeit untersucht die soziale Selektivität des Bildungssystems in Deutschland, mit besonderem Fokus auf der intergenerationalen Bildungsmobilität. Ziel ist es, die soziostrukturellen Determinanten aufzuzeigen, die maßgeblich beeinflussen, inwiefern Bildungserfolge von einer Generation an die nächste weitergegeben werden.
2.3 Schichtspezifische Bildung
Dass die soziale Herkunft einen Einfluss auf den Bildungsweg eines jeden Individuums hat, ist kein neues Phänomen. Wie deutlich sich Menschen durch ihre Bildung voneinander unterscheiden, veranschaulicht Bourdieu. Das Durchlaufen oder Nicht-Durchlaufen des Bildungssystems zieht eine Grenze zwischen den Akteuren. Diese Grenze
wird schließlich im und durch den concours selbst und an dem von ihm vollzogenen rituellen Schritt deutlich, jener wahrhaft magischen Grenze, mit der zwischen dem letzten, der bestanden hat, und dem ersten, der durchgefallen ist, ein Wesensunterschied gesetzt wird und durch das Recht auf das Tragen eines Namens, eines Titels markiert wird. Dieser Einschnitt ist ein wahrhaft magischer Vorgang, und sein Paradigma ist die von Durkheim analysierte Trennung zwischen Heiligem und Profanem. Der Akt der Klassifizierung durch Bildung ist immer, aber in diesem Fall ganz besonders, ein Ordinationsakt, ein Akt der Zuordnung wie der Weihung. Er setzt soziale Rangunterschiede, endgültige Standesverhältnisse. Die Erwählten sind durch die Zugehörigkeit (etwa als Ehemalige einer Grand école) fürs Leben ausgezeichnet, sie sind Mitglieder eines ‚Ordens’ in geradezu mittelalterlichem Sinne und eines Adelstandes, einer scharf abgegrenzten Gesamtheit (zu der man gehört oder nicht gehört) von Personen, die durch einen Wesensunterschied von den gewöhnlichen Sterblichen getrennt und zur Herrschaft legitimiert sind. Insofern ist die von der Schule vollzogene Trennung auch eine Ordination im Sinne einer Konsekration, eine Inthronisierung in eine heilige Kategorie, einen Adel. Unsere Vertrautheit mit diesen scheinbar rein sachlichen Akten, die das Bildungssystem vollzieht, hindert uns daran, all das zu sehen, was sie verbergen. (Bourdieu 1998: 37)
Bourdieu mag etwas drastisch und übertrieben klingen, aber gerade durch seine Übertreibung und den Bezug zu Kirche und Adel wird deutlich, wie veraltet und verhärtet die Bildungsstrukturen sind: Durch das Bildungssystem, welches eigentlich dazu dient, Gleichheit zu schaffen, werden soziale Schließungsprozesse eingeführt und legitimiert.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Debatte um Bildungsselektivität und setzt den Schwerpunkt auf die intergenerationale Bildungsmobilität.
2 BILDUNG UND SOZIALE SCHICHT: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Bildung und soziale Schicht und analysiert schichtspezifische Bildungswege sowie deren Ursachen.
3 INTERGENERATIONALE BILDUNGSMOBILITÄT: Das Kapitel befasst sich mit den Auswirkungen der Bildungsexpansion und der Frage, inwieweit Bildungsaufstiege über mehrere Generationen nachhaltig sind.
4 DISKUSSION: Die Diskussion fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die Möglichkeiten sowie Grenzen von intergenerationaler Mobilität im Bildungssystem.
Bildung, Soziale Schicht, Bildungsmobilität, Bildungsexpansion, Herkunftseffekte, soziale Ungleichheit, Statusvererbung, Bildungsaufstieg, Schule, Bildungssoziologie, Humankapital, Bildungsabschluss, Bildungsselektivität, Leistung, Chancengleichheit.
Die Arbeit untersucht die soziale Selektivität des deutschen Bildungswesens und die Frage, inwieweit der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft abhängig ist.
Die Schwerpunkte liegen auf der Schichtspezifität von Bildungsentscheidungen, der Rolle des Elternhauses, der Bildungsexpansion sowie intergenerationalen Bildungs- und Statusmobilität.
Ziel ist es, die Determinanten aufzuzeigen, die die soziale Ungleichheit im Bildungssystem hervorbringen und zu verstehen, wie diese Prozesse die Chancen der nächsten Generation beeinflussen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgreifenden Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Studien, wie etwa Analysen auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) oder der Lebensverlaufsstudie.
Der Hauptteil analysiert theoretische Erklärungen für Bildungsunterschiede, die Bedeutung frühkindlicher Förderung, das Bildungssystem als selektive Instanz und die statistischen Zusammenhänge zwischen den Bildungsniveaus verschiedener Generationen.
Wichtige Begriffe sind Bildungsmobilität, soziale Selektivität, Statusvererbung, Bildungsexpansion und schichtspezifische Bildungsungleichheit.
Die Bildungsexpansion ermöglichte zwar einen breiteren Zugang zu Bildung, führte jedoch gleichzeitig zu einer Abwertung von Bildungszertifikaten, wobei obere Schichten ihre privilegierten Positionen oft weiterhin behaupten konnten.
Das Elternhaus prägt durch soziokulturelle Anregungen, Sprachstile und das Vorhandensein von Bildungsressourcen (z. B. Bücher) die Schulfähigkeit und die Erfolgsaussichten der Kinder maßgeblich.
Die Forschung zeigt ambivalente Ergebnisse: Während Aufstiege durchaus möglich sind, hängen die Chancen für die Enkelgeneration oft noch vom ursprünglichen Bildungsniveau der Großeltern ab.
Sie ermöglicht es, zwischen der leistungsbezogenen Begabung eines Kindes (primär) und der institutionellen Förderung oder elterlichen Unterstützung (sekundär) zu differenzieren, um die Mechanismen sozialer Benachteiligung präziser zu erfassen.
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