Diplomarbeit, 2002
105 Seiten, Note: 1,2
0. Einleitung
1. Familie im Wandel der Zeit
1.1 Die Familienform des „Hauses“
1.2 Die Entstehung der bürgerlichen Kleinfamilie
1.3 Das bürgerliche Familienleitbild
1. Veränderungen in den Liebes- und Eheauffassungen
2. Trennung von Produktions- und Wohnstätte
3. Veränderungen in der Kindererziehung
4. Rollenverständnis Mann - Frau
1.4 Das reale bürgerliche Familienleben am Ende des 18. Jahrhunderts
1.5 Veränderungen im 20. Jahrhundert
2. Familie in der Gegenwart
2.1 Strukturwandel der Familie
2.2 Pluralisierung von Lebensformen und Individualisierung
Nichteheliche Lebensgemeinschaften
Kinderlose Ehen
Einelternfamilie
Alleinlebende
2.3 Die Rolle der Frau
2.4 Funktion von Familie
2.5 Probleme für die heutige Familienbildung
2.6 Familie in der Krise?
2.7 Zukunft der Familie
3. Ursachen und Auswirkungen des Geburtenrückgangs
3.1 Entwicklung der Geburtenrate
3.1.1 Historische Entwicklung der Geburtenrate
3.1.2 Geburtenrate und Erwerbstätigkeit in der DDR
3.1.3 Ost- und Westdeutschland nach der Wiedervereinigung
3.2 Gesellschaftliche Auswirkungen des Geburtenrückgangs
3.3 Einflussfaktoren auf generative Verhaltensentscheidungen
3.4 Strukturelle Veränderungen im Zuge der Industrialisierung
3.5 Individualisierung und Pluralisierung als Einflussfaktoren
3.6 Geburtenrückgang als Folge der Vereinbarkeitsproblematik von Beruf und Familie?
3.7 Perspektiven
4. Die Vereinbarkeitsproblematik von Beruf und Familie
4.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen
4.2 Erwerbsverhalten nach der Geburt eines Kindes
4.3 Ursachen und Auswirkungen von Erwerbsunterbrechung
4.4 Wiedereinstieg in das Berufsleben
4.5 Die Bedeutung von Teilzeitarbeit im beruflichen Lebenslauf
4.6 Familie als berufliche Aufstiegsbarriere?
4.7 Die Doppelbelastung durch Beruf und Familie
5. Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
5.1 Familienpolitische Maßnahmen
5.2 Kinderbetreuung
5.3 Betriebliche Rahmenbedingungen
5.3.1 Arbeitszeitflexibilisierung
5.3.2 Telearbeit
5.4 „Der familienfreundliche Betrieb“
Druckwerkstatt Kollektiv GmbH
GETOQ mbH
Die Continentale Versicherung
5.5 Geteilte Elternschaft
5.6 Pädagogische Interventionen
6. Abschließende Betrachtung
Die Arbeit untersucht den strukturellen Wandel der Familie in Deutschland, die Ursachen des Geburtenrückgangs und die spezifischen Herausforderungen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, insbesondere für Frauen. Ziel ist es, die Auswirkungen gesellschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen auf die Lebensplanung und das generative Verhalten zu analysieren.
1.2 Die Entstehung der bürgerlichen Kleinfamilie
Durch den Übergang von einer ständischen Gesellschaft zur Industriegesellschaft im ausgehenden 18. und Anfang des 19. Jahrhundert erfuhr die Familie in ihrer Struktur und Funktion einen starken Wandel. In dieser Zeit entwickelte sich durch die Trennung der Lebensbereiche Familie und Erwerbsarbeit das Modell der bürgerlichen Familie. Es konnte zwar nur von einem geringen Teil der Bevölkerung gelebt werden, dominierte jedoch als gesellschaftliches Idealmodell der damaligen Zeit (vgl. Paetzold 1996, S. 2).
Mit der Auflösung des „Hauses“ und dem Verschwinden der damit verbundenen umfangreichen Hauswirtschaft verteilten sich die Aufgaben innerhalb der Familie neu. War bisher die Funktion der Familie auf die Produktion ausgerichtet, so bekam sie nun die Funktion der Erholung und Entlastung.
Waren zuvor noch andere Familienangehörige, Gesinde oder Bedienstete für Erziehung und Hauswirtschaft mitverantwortlich, reduzierten sich diese Aufgabenbereiche jetzt auf die Frau. Es kam zu einer klassischen Rollenverteilung, innerhalb derer die Frau für Haus und Familie, der Mann für die externe Arbeit und den Lebensunterhalt zuständig waren. Es gab eine klare Trennung zwischen außer- und innerhäuslicher Tätigkeit, so dass der Mann in der Regel seinen Beruf außerhalb des Hauses ausübte und allein für die finanzielle Versorgung der Familie verantwortlich war. Im Gegensatz dazu wurde die Frau aus dem Produktionsprozess ausgeschlossen und war nunmehr für den Haushalt und die Kindererziehung verantwortlich. Dadurch entstand eine finanzielle und gesellschaftliche Abhängigkeit der Frau vom Mann. Diese geschlechtsspezifische Arbeitsteilung kann als ein Charakteristikum der bürgerlichen Familie angesehen werden (vgl. Textor 1993, S. 26).
0. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel der Familienformen und formuliert das Ziel, die Auswirkungen der Vereinbarkeitsproblematik von Beruf und Familie auf die Lebensplanung von Frauen zu untersuchen.
1. Familie im Wandel der Zeit: Dieses Kapitel beschreibt die historische Entwicklung von der vorindustriellen Haushaltsfamilie („ganzes Haus“) hin zur bürgerlichen Kleinfamilie und deren Rollenbild.
2. Familie in der Gegenwart: Es erfolgt eine Analyse des Strukturwandels und der Pluralisierung von Lebensformen, wobei die Krisenthese der Familie kritisch diskutiert wird.
3. Ursachen und Auswirkungen des Geburtenrückgangs: Dieses Kapitel untersucht die demografischen Entwicklungen, den Geburtenrückgang in der DDR und BRD sowie die gesellschaftlichen Konsequenzen.
4. Die Vereinbarkeitsproblematik von Beruf und Familie: Hier stehen die individuellen und strukturellen Schwierigkeiten der Verbindung von Erwerbsarbeit und Elternschaft, wie Karrierebarrieren und Doppelbelastung, im Fokus.
5. Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Das Kapitel stellt politische Maßnahmen, Kinderbetreuungsstrukturen und betriebliche Modelle für eine familienfreundliche Personalpolitik vor.
6. Abschließende Betrachtung: Das Fazit bewertet die Ergebnisse und resümiert, dass die Vereinbarkeitsproblematik eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe bleibt.
Familie, Geburtenrückgang, Vereinbarkeit, Beruf, Erwerbstätigkeit, Kleinfamilie, Individualisierung, Geschlechterrollen, Kinderbetreuung, Familienpolitik, Doppelbelastung, Demografie, Lebensplanung, Elternzeit, Teilzeitarbeit
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung und den gegenwärtigen Wandel der Familie in Deutschland, insbesondere unter dem Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Zentrale Themen sind der Strukturwandel der Familie, die Ursachen für den Geburtenrückgang, die Doppelbelastung berufstätiger Frauen und die Rahmenbedingungen für eine bessere Vereinbarkeit durch Politik und Betriebe.
Die Forschungsfrage untersucht, in welchem Zusammenhang der familiale Wandel und die veränderte Rolle der Frau mit der demografischen Lage stehen und welche Probleme sich durch die Vereinbarkeitsproblematik für die Lebensplanung von Frauen ergeben.
Die Autorin verwendet eine historisch-soziologische Analyse, kombiniert mit einer Auswertung statistischer Daten und einer Auseinandersetzung mit aktueller Fachliteratur zum Thema Familiensoziologie.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Darstellung von Familienstrukturen in der Gegenwart, die Untersuchung der Geburtenentwicklung und eine detaillierte Erörterung von Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit.
Die wichtigsten Begriffe sind Familienwandel, Geburtenrückgang, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, weibliche Erwerbstätigkeit, Doppelbelastung und familienpolitische Maßnahmen.
Der Vergleich dient dazu, die unterschiedlichen politischen Ansätze und kulturellen Erwartungen an die Erwerbstätigkeit von Frauen sowie deren Einfluss auf die Geburtenrate und Kinderbetreuung aufzuzeigen.
Die geteilte Elternschaft soll durch eine gleichmäßigere Verteilung von Erwerbs- und Familienarbeit dazu beitragen, den negativen Auswirkungen der traditionellen Rollenverteilung entgegenzuwirken und beiden Elternteilen die Teilhabe am Berufsleben zu ermöglichen.
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