Diplomarbeit, 2022
58 Seiten
1. Mal- und Gestaltungstherapie & Entelechie
2. Stufenmodell der Psychosozialen Entwicklung
2.1. Urvertrauen gegen Urmisstrauen
2.2. Autonomie gegen Scham und Zweifel
2.3. Initiative gegen Schuldgefühl
2.4. Werksinn gegen Minderwertigkeitsgefühl
2.5. Identität gegen Identitätsdiffusion
3. Ressourcen
3.1. Kategorien
3.2. Ressourcenorientiertes Fragen
4. Märchen & Storys
5. Geschichten & Gehirn
6. Bedeutung der Märchenarbeit mit Kindern
6.1. Märchenarten
6.2. Auswahl des Märchens
7. Einrichtung und Zielgruppe
7.1. Raum und Material
8. Methoden
8.1. Kurzmärchen
8.2. Lösungsbilder und Symbolwürfel
9. Brennpunkte im Bild
10. Prozessverlauf Lio
10.1. Erste Einheit
10.2. Bildbetrachtung Initialbild
10.3. Zweite Einheit
10.4. Bildbetrachtung Fortsetzung
10.5. Abschlussintervention
10.6. Rollenspiel mit Lio
10.7. Rückmeldung zur Kunsttherapie
11. Kinderentspannung
11.1. Autogenes Training
11.2. Fantasiereisen
11.3. S-O-S Übungen
12. Stolpersteine
12.1. Ahmet
12.2. Amelie
12.3. Karoline
13. Projektabschluss
13.1. Rückmeldungen der Kinder
13.2. Selbstreflexion
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den Einsatz von mal- und gestaltungstherapeutischer Märchenarbeit zur gezielten Ressourcenförderung bei Kindern während einer Eltern-Kind-Kurmaßnahme. Ziel ist es, durch die Arbeit mit Märchen und bildnerischen Methoden die psychische Widerstandsfähigkeit der Kinder zu stärken, ihre Selbstwirksamkeit zu fördern und sie bei der Bewältigung belastender Entwicklungskrisen zu unterstützen.
8.2. Lösungsbilder und Symbolwürfel
Als Lösungsbilder bezeichne ich in meiner Arbeit Bilder, bei denen sich die Kinder bewusst mit den Herausforderungen einer oder mehrerer Märchenfiguren auseinandersetzen sollen und von mir aktiv dazu aufgefordert werden, kreative Problemlösungen zu entwickeln. Im Rahmen dieser Methode erzähle ich den Kindern unterschiedliche Märchen bis zu dem Punkt, an dem die ProtagonistInnen vor einem Problem stehen, für das es auf den ersten Blick keine Lösung gibt. Die Kinder erhalten für den anschließenden Gestaltungsprozess die klare Vorgabe, das Märchen mit ihren Ideen und Einfällen so fortzuführen, wie sie es gerne möchten - unabhängig vom bekannten Ende des Märchens. Oft entwickeln sich im Vorfeld angeregte Gespräche über die vielfältigen Möglichkeiten der Märchenfiguren.
Das Märchen „Hänsel und Gretel“ ist das Märchen, welches ich im Rahmen dieser Methode am häufigsten einsetze. Es bietet ein recht klares Problem, welches es zu lösen gilt, fordert die Kinder aber auch auf, sich über den gesamten Ausgang der Geschichte Gedanken zu machen und eine gewisse Ganzheit zu erfassen. Das Märchen beinhaltet eine Reihe an unterschiedlichen Ressourcen wie zum Beispiel:
• Beziehung der Geschwister untereinander
• Geschicklichkeit, Neugierde und Intelligenz der Kinder
• Liebender Vater
• Bewältigte Krisen (Tod der Mutter)
1. Mal- und Gestaltungstherapie & Entelechie: Einführung in das psychodynamische Verfahren nach C.G. Jung, das auf die Entfaltungstendenzen des Menschen und die Niveauerhöhung des Bewusstseins abzielt.
2. Stufenmodell der Psychosozialen Entwicklung: Erläuterung der Entwicklungsphasen nach Erikson, wobei der Fokus auf den Krisenmomenten in der Kindheit liegt.
3. Ressourcen: Definition von Ressourcen als Hilfsmittel und Möglichkeiten zur Krisenbewältigung sowie Vorstellung ressourcenorientierter Fragetechniken.
4. Märchen & Storys: Historische und theoretische Herleitung des Märchenbegriffs und dessen Bedeutung zur kollektiven Verarbeitung von Lebenserfahrungen.
5. Geschichten & Gehirn: Neurowissenschaftliche Betrachtung, warum Gehirne besonders auf Geschichten ansprechen, um komplexe Situationen zu verstehen und zu verarbeiten.
6. Bedeutung der Märchenarbeit mit Kindern: Darstellung der Märchenarbeit als Mittel, um innere Spannungen zu projizieren und das Vertrauen in eigene Kräfte zu fördern.
7. Einrichtung und Zielgruppe: Beschreibung des Settings einer Eltern-Kind-Kurklinik und der spezifischen kunsttherapeutischen Angebote für die Zielgruppe.
8. Methoden: Detaillierte Vorstellung der eingesetzten Methoden wie Kurzmärchen, Lösungsbilder und Symbolwürfel zur Aktivierung kindlicher Ressourcen.
9. Brennpunkte im Bild: Einführung in die methodische Bildbetrachtung nach Gregg M. Furth zur Interpretation von Kinderzeichnungen.
10. Prozessverlauf Lio: Detaillierte Fallstudie einer kunsttherapeutischen Begleitung eines traumatisierten Kindes während des Kuraufenthalts.
11. Kinderentspannung: Überblick über Techniken zur somatischen Sicherheit, unter anderem Autogenes Training und S-O-S Übungen.
12. Stolpersteine: Reflexion über therapeutische Herausforderungen und den Umgang mit kindlichem Widerstand in der Praxis.
13. Projektabschluss: Zusammenfassende Evaluation der Methode basierend auf Feedbackrückmeldungen und Selbstreflexion der Therapeutin.
Psychosoziale Entwicklung, Stärkung von Ressourcen, Märchenarbeit, Mal- und Gestaltungstherapie mit Kindern, Kunsttherapie, Eltern-Kind-Kur, Resilienz, Emotionsregulation, Fallbeispiele, Bildbetrachtung, Kinderentspannung, therapeutische Methoden, Selbstwirksamkeit, psychosomatische Unterstützung, kindliche Entwicklung.
Die Arbeit untersucht den Einsatz mal- und gestaltungstherapeutischer Methoden, insbesondere der Märchenarbeit, zur Stärkung kindlicher Ressourcen während einer Eltern-Kind-Kurmaßnahme.
Zentrale Themen sind die psychosoziale Entwicklung von Kindern nach Erikson, die neurobiologische Bedeutung von Geschichten für das Gehirn und die praktische Umsetzung kunsttherapeutischer Interventionen im klinischen Alltag.
Das Ziel ist die Stabilisierung von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten und die Förderung ihrer Ressourcen, um durch Märchenarbeit eine gesunde Entwicklung und Persönlichkeitsreifung zu unterstützen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Entwicklungspsychologie und Kunsttherapie. Der praktische Teil stützt sich auf Fallbeispiele, Prozessanalysen nach der Methode der "Brennpunkte" und die Auswertung von Feedback-Kärtchen durch die Kinder.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen zur Entwicklung und Ressourcenaktivierung sowie einen umfangreichen Praxisteil, der Methoden wie Kurzmärchen, Lösungsbilder und detaillierte Fallverläufe (z.B. Lio, Ahmet, Karoline) beschreibt.
Sie zeichnet sich durch die Verbindung von klassischer Märchenpädagogik mit modernen, systemisch-kunsttherapeutischen Ansätzen aus und bietet einen sehr praxisnahen Einblick in die Arbeit mit hochsensiblen und belasteten Kindern im institutionellen Setting.
Die Autorin begleitet Lio über mehrere Einheiten hinweg durch Bildbetrachtung und eine narrative Märchenarbeit. Durch das Gestalten einer Schutzkette gelingt es ihr, sein Sicherheitsgefühl zu erhöhen und seinen Selbstwert aktiv zu stärken.
Diese Übung ist zentraler Bestandteil des S-O-S-Trainings (Somatisch Orientierte Sicherheit). Sie dient den Kindern als praktisches Werkzeug zur Selbstregulation bei hohem Stresslevel und Panik, das sie unmittelbar im Alltag anwenden können.
Anstatt gegen den Widerstand anzukämpfen, wählt die Autorin eine wertschätzende, geduldige Haltung. Sie bietet Karoline Wahlfreiheit an und ermöglicht ihr durch einen Wechsel auf ein kleineres Format und die Arbeit mit einem Superheldinnen-Ausmalbild ein erreichbares Erfolgserlebnis.
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