Magisterarbeit, 2008
69 Seiten, Note: Gut
1. VORBEMERKUNG
1.1. Problemstellung
2. ZU SUETON
2.1. Leben und Zeitrahmen
2.2. Suetons Arbeitsweise
2.3. Der Aufbau der Viten
3. DIE SOZIALSTRUKTUR ROMS IN DER FRÜHEN KAISERZEIT
3.1. Die Stände und Schichten
3.2. Die kaiserliche Macht
3.3. Die Provinzintegration
4. UNTERSUCHUNG DER SOZIALMAßNAHMEN IN DEN VITEN
4.1. Vita Vespasiani
4.1.1. Herkunft
4.1.2. Familie
4.1.3. Kindheit
4.1.4. Jugend und Karriere
4.1.5. Verhältnis zu den Vorzeichen
4.1.6. Öffentliches Wirken
4.1.7. Charakter
4.1.8. Äußere Erscheinung
4.1.9. Tod
4.2. Vita Titi
4.2.1. Herkunft und Kindheit
4.2.2. Jugend
4.2.3. Äußere Erscheinung
4.2.4. Militärkarriere
4.2.5. Öffentliches Wirken während der Mitregentschaft
4.2.6. Öffentliches Wirken während der Kaiserherrschaft
4.2.7. Tod
4.3. Vita Domitiani
4.3.1. Herkunft
4.3.2. Jugend und Militärkarriere
4.3.3. Herrschaft und öffentliches Wirken
4.3.4. Charakter
4.3.5. Tod
4.3.6. Äußere Erscheinung
4.4. Zusammenfassender Vergleich der Viten
5. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Sozialmaßnahmen in Suetons Kaiserviten der drei Flavier (Vespasian, Titus und Domitian). Das primäre Ziel ist es zu analysieren, welche rhetorischen Mittel Sueton einsetzt, um die Handlungen und den gesellschaftlichen Stellenwert dieser Kaiser zu bewerten und wie er dabei sein historisches Werk als belehrendes Unterhaltungsinstrument nutzt.
4.1.6. Öffentliches Wirken
Sueton beginnt die nächste Rubrik mit einem Zwischentenor, in dem er die ruhmreiche Rückkehr Vespasians aus Iudaea nach Rom erwähnt und damit die vorherige Rubrik abschließt: „Aus dieser Position heraus und einen so guten Ruf genießend, kehrte er nach Rom zurück,...“
Dann gibt er einen Ausblick auf die kommende Regierungszeit: „Und während seiner gesamten Regierungszeit lag ihm nichts mehr am Herzen, als das nahezu angeschlagene und schwankende Staatswesen zu festigen und ihm förderlich zu sein.“ Dieser Ausblick ist literarisch sehr gut platziert. Sueton schafft es damit einerseits, an die schon in Kapitel 4,3 erwähnte amtliche Korrektheit im Afrika-Proconsulat anzuknüpfen und andererseits den Übergang zu Vespasian als Kaiser herzustellen. Folgend werden nun auch die Maßnahmen geschildert, die der Gemeinschaft nützten.
So entließ Vespasian einen Großteil von Vitellius´ Truppen, um Plünderungen entgegenzuwirken und sparte mit Belohnungen für die am Sieg beteiligten. Diese Sparsamkeit wirkt wie eine kluge Maßnahme.
Weiter wird geschildert, dass Zucht und Ordnung mit Strenge aufrecht erhalten wurden, indem Vespasian einem jungen Mann die Ernennungsurkunde für ein Amt wieder wegnahm, weil der zu sehr nach Salben duftete und indem er die Marinesoldaten für die Forderung nach Schuhgeld mit Barfußgehen bestrafte. Sueton schließt dieses Kapitel mit den Worten ab: „…und seitdem laufen sie so hin und her.“ Diese Maßnahmen, die uns übermäßig streng erscheinen, werden von Sueton witzig verpackt. Sie lesen sich wie notwendige Anordnungen, ohne die eine öffentliche Ordnung und Sicherheit nicht möglich wäre. Hier stellt er das Überstrenge als positive Handlung dar.
1. VORBEMERKUNG: Einleitung in die Forschungsfrage und Definition der Sozialpolitik in der Zeit der Flavier.
2. ZU SUETON: Analyse von Suetons Leben, Arbeitsweise und seinem rhetorischen Aufbau der Viten.
3. DIE SOZIALSTRUKTUR ROMS IN DER FRÜHEN KAISERZEIT: Untersuchung der Stände und Schichten, der kaiserlichen Machtfülle sowie der Provinzintegration.
4. UNTERSUCHUNG DER SOZIALMAßNAHMEN IN DEN VITEN: Detaillierte Untersuchung der drei Kaiser-Viten inklusive rhetorischer Analysen und historischer Einordnung.
5. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassendes Fazit über Suetons Intention, Sozialmaßnahmen als rhetorisches Mittel zur Charakterisierung zu nutzen.
Sueton, De Vita Caesarum, Flavier, Vespasian, Titus, Domitian, Sozialmaßnahmen, Sozialpolitik, Kaiserbiographie, Rhetorik, Römische Sozialstruktur, Altertumswissenschaften, Historiographie, Herrscherkult, Machtstruktur
Die Magisterarbeit untersucht, wie der antike Biograph Sueton in seinem Werk "De Vita Caesarum" die Sozialmaßnahmen der drei flavischen Kaiser (Vespasian, Titus und Domitian) darstellt und bewertet.
Zentrale Themen sind die römische Sozialstruktur, die Rolle der kaiserlichen Macht sowie die Analyse von Suetons rhetorischen Mitteln zur Charakterzeichnung der Kaiser.
Das Ziel ist es, aufzudecken, ob Sueton Sozialmaßnahmen als historische Fakten dokumentiert oder primär als rhetorisches Mittel verwendet, um seine moralische Wertung über die Herrscher zu transportieren.
Es wird eine literarische und historische Analyse von Suetons Texten durchgeführt, wobei besonders auf sein Argumentationsschema und die Verwendung von Anekdoten zur Bewertung der Kaiser geachtet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Sozialstruktur Roms und die detaillierte Untersuchung der drei flavischen Viten unter Berücksichtigung von Herkunft, Kindheit, öffentlichem Wirken und Charakter.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sueton, Flavier, Sozialpolitik, Rhetorik und Kaiserbiographie charakterisieren.
Während Sueton Vespasian und Titus trotz privater Fehler als gute Kaiser rechtfertigt oder positiv umdeutet, porträtiert er Domitian durchgehend negativ und ohne Entlastungsargumente, was als rhetorisches Mittel dient.
Vorzeichen (Omina) werden von Sueton gezielt genutzt, um das Schicksal der Kaiser zu unterstreichen und die Legitimität ihrer Herrschaft oder – im Falle von Domitian – deren negative Entwicklung rhetorisch zu verstärken.
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