Examensarbeit, 2003
54 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die allgemeine ökonomische Situation im Mittelalter
3. Die gesellschaftliche Lage der Frauen im Mittelalter
4. Die Beginenbewegung – als Antwort auf die soziale Lage
5. Die Entwicklung und Abgrenzung des Beginentums
6. Die verschiedenen Arten von Beginen
7. Das Scheitern der Beginen
8. Beginenbewegung in der Gegenwart
9. Zusammenfassung
10. Fazit:
Diese Bachelorarbeit untersucht die historische Entwicklung und die soziale Relevanz der Beginenbewegung im Mittelalter, um aufzuzeigen, wie diese Frauen trotz patriarchaler Strukturen und kirchlicher Repressionen nach autonomem Leben und Selbstbestimmung strebten.
Die Beginenbewegung – eine Frauenbewegung im Mittelalter
Die Beginenbewegung, eine Frauenbewegung im Mittelalter, wagte einen solchen Versuch um sich von auferlegten Zwängen zu befreien. Der Begriff „Beginenbewegung“ oder „Begine“ gilt in unserer Zeit allgemein als eher unbekannt; dieses könnte daran liegen, dass es in der damaligen von Männer beherrschten und an der kirchlich hierachisch ausgerichteten Gesellschaft für Frauentätigkeit keine oder nur wenig Aufmerksamkeit gab. Eine Bewegung ohne kirchliche Steuerung wurde zu damaliger Zeit ohnehin nicht wahrgenommen und erst recht nicht, wenn es sich um eine selbständige und spontane Frauenbewegung handelte. Aus diesem Grund wurde die Beginenbewegung in den Geschichtsbüchern und in der Kirchengeschichte auch lange Zeit vor allem in Deutschland nicht beschrieben.
Aus diesem Grund möchte ich in meiner Bachelorarbeit den Begriff „Beginen“ untersuchen und etwas zu seiner Aufklärung beitragen. Es wird Aufgabe dieser Arbeit sein, trotz einer sehr spärlichen geschichtlichen Dokumentation und der zum großen Teil widersprüchlichen Sekundärliteratur, die Geschichte der Beginen herauszustellen.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Beginen als mittelalterliche Frauenbewegung ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich ihrer Entwicklung und ihres Scheiterns.
2. Die allgemeine ökonomische Situation im Mittelalter: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel von der Natural- zur Geldwirtschaft sowie die daraus resultierenden sozialen Spannungen und Verarmungsprozesse.
3. Die gesellschaftliche Lage der Frauen im Mittelalter: Es wird das kirchlich geprägte, oft abwertende Frauenbild des Mittelalters sowie die rechtliche und wirtschaftliche Benachteiligung der Frau dargestellt.
4. Die Beginenbewegung – als Antwort auf die soziale Lage: Hier werden die Motive der Frauen analysiert, sich in dieser Bewegung zu organisieren, und verschiedene wissenschaftliche Erklärungsmodelle diskutiert.
5. Die Entwicklung und Abgrenzung des Beginentums: Dieses Kapitel widmet sich der Entstehung des Beginenwesens in Lüttich und der Etablierung offener Organisationsformen außerhalb traditioneller Klöster.
6. Die verschiedenen Arten von Beginen: Es wird zwischen sesshaften Konventsbeginen und umherziehenden Beginen unterschieden sowie deren jeweilige Lebens- und Arbeitsweise erläutert.
7. Das Scheitern der Beginen: Das Kapitel analysiert die zunehmende Ablehnung durch die Kirche, die Inquisition und die politisch-rechtlichen Verfolgungen, die zum Niedergang der Bewegung führten.
8. Beginenbewegung in der Gegenwart: Hier wird der Bezug zur Moderne hergestellt, indem neue Beginenvereine und Wohnprojekte beschrieben werden, die sich auf die historischen Vorbilder berufen.
9. Zusammenfassung: Eine komprimierte Darstellung der zentralen Erkenntnisse über die Beginenbewegung und deren historischen sowie gegenwärtigen Kontext.
10. Fazit:: Die Autorin reflektiert die Bedeutung der Beginen für die Emanzipationsgeschichte und die Relevanz dieser Erkenntnisse für die eigene religionspädagogische Praxis.
Beginen, Mittelalter, Frauenbewegung, Emanzipation, Laienbewegung, Vita apostolica, Inquisition, Mystik, Minnemystik, Beginenhöfe, Frauenrolle, Armutsbewegung, Ketzerei, Patriarchat, Autonomie.
Die Arbeit behandelt die Geschichte, Organisation und Bedeutung der Beginenbewegung, einer mittelalterlichen Frauenbewegung, die nach Autonomie außerhalb kirchlicher Strukturen strebte.
Das Spektrum reicht von den sozio-ökonomischen Bedingungen des Mittelalters über die rechtliche und religiöse Lage der Frauen bis hin zur Verfolgung durch die Inquisition und heutigen Beginen-Projekten.
Es soll geklärt werden, wie sich die Beginen in einer patriarchalisch dominierten Zeit organisieren konnten und welche Faktoren letztlich zu ihrem Scheitern als große Bewegung führten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung historischer Quellen und Sekundärliteratur zur mittelalterlichen Sozial- und Kirchengeschichte.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Lebensbedingungen der Frau im Mittelalter, die verschiedenen Beginen-Arten, ihren mystischen Lebensstil sowie die kirchenrechtliche Unterdrückung.
Wichtige Begriffe sind Emanzipation, Beginen, mittelalterliche Mystik, Inquisition, soziale Unabhängigkeit und die Rolle der Frau.
Beginen unterlagen nicht den strengen Ordensregeln oder Klausuren, legten keine ewigen Gelübde ab und blieben rechtlich unabhängiger als Nonnen.
Ihre selbstständige Lebensweise, die Ablehnung traditioneller Hierarchien und ihre mystische Minnetheologie wurden von der Kirche oft als Häresie oder "Schein-Religion" eingestuft.
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