Diplomarbeit, 1997
61 Seiten
1 Einleitung
2 Zeitliche Einordnung
2.1 Werk der Autorin
2.2 Geschichte der Gattung
3 Personen
3.1 Detektive
3.1.1 Familie Felse
3.1.1.1 George
3.1.1.2 Bunty
3.1.1.3 Dominic
3.1.2 Profis
3.1.3 Amateure
3.1.3.1 Detektivinnen
3.2 Opfer
3.3 Mörder
3.3.1 Mörderinnen
3.3.2 Eigentlich keine Mörder
3.4 Das Spiel mit den Verdächtigen
3.4.1 Statisten
3.5 Kinder und Jugendliche
3.5.1 Jungen
3.5.2 Mädchen
3.6 Nationale Stereotype
4 Schauplätze
4.1 Großbritannien
4.1.1 Die Midshire-Romane als Heimatromane
4.1.2 Die Romane im Einzelnen
4.1.3 Eingeborene und Eindringlinge
4.1.4 Besondere Schauplätze
4.1.5 Antiquitäten
4.2 Andere Länder
4.2.1 Tschechoslowakei
4.2.2 Österreich
4.2.3 Indien
5 Elemente der Phantastik und verwandter Formen
5.1 Märchen und Sage
5.2 Übernatürliches
5.3 Schauerroman
6 Schluß
Diese Arbeit interpretiert die Kriminalromanserie der Autorin Ellis Peters um die Familie Felse. Dabei steht die Untersuchung der Charakterdarstellung, der Bedeutung der Schauplätze sowie die Einbindung spezifischer literarischer Elemente im Fokus, um aufzuzeigen, wie Peters die Konventionen des klassischen Detektivromans variiert und mit anderen Gattungen verbindet.
1 Einleitung
Ellis Peters ist hierzulande vor allem bekannt für die Chronicles of Brother Cadfael. Nachdem sich diese offenbar erfolgreich verkaufen, werden nun auch ihre früheren Werke, insbesondere die Kriminalromane, neu aufgelegt. Die Romane um George Felse und seine Familie erschienen zuerst in den sechziger und siebziger Jahren und wurden seinerzeit nur teilweise ins Deutsche übersetzt. Inzwischen wird die Reihe ergänzt.
Diese Romane verdienen sicherlich ebenso viel Aufmerksamkeit wie jene, die im Mittelalter spielen. Zwar folgen sie im Großen und Ganzen den bekannten Schemata des Kriminalromans, zeigen aber einige für die Autorin typische Züge und deuten an einigen Stellen bereits auf die folgenden Werke hin.
Zu diesen typischen Elementen gehört die Behandlung bestimmter Figuren, etwa die Aufteilung der Rolle des Detektivs auf mehrere Personen, die nicht dem Verhältnis great detective - Watson entspricht. Auch das häufige Auftreten von Kindern und Jugendlichen in bedeutenden Rollen ist ein Markenzeichen der Autorin.
Weitere typische Figuren, die immer wieder auftreten, sind Musiker. Sie übernehmen alle möglichen Funktionen, von Statisten im Hintergrund bis zur Detektivin oder zum Mörder. Gelegentlich nimmt auch die Handlung auf den Inhalt alter Balladen Bezug. Außerdem ist die Beschreibung der lokalen Musiktradition ein Teil der Charakterisierung der Schauplätze.
Den Schauplätzen der Handlung kommt bei Peters eine besondere Bedeutung zu. Sie werden meist nicht nur in ihrer Eigenschaft als Tatort mit den nötigen technischen Details beschrieben, sondern als eigenständige Elemente geschildert, die mit ihren Eigentümlichkeiten Einfluß auf die Handlung und die Personen nehmen. Darüber hinaus spielt häufig die Geschichte eines Schauplatzes eine große Rolle, so daß die Aufklärung des Mordfalls parallel zur Lösung eines Rätsels aus der Vergangenheit läuft. Daher werden gelegentlich auch lokale Legenden in die Handlung einbezogen, in denen Geister und ähnliche übernatürliche Erscheinungen eine Rolle spielen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Kriminalromane um George Felse ein und skizziert die charakteristischen Merkmale der Autorin, wie die Rollenverteilung unter den Figuren, die Bedeutung von Kindern und Musik sowie den besonderen Stellenwert der Schauplätze.
2 Zeitliche Einordnung: Hier wird die Serie in den historischen Kontext der Nachkriegszeit sowie in die Gattungsgeschichte des Kriminalromans eingeordnet und die Beziehung der Autorin zu verschiedenen Schauplätzen beleuchtet.
3 Personen: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Figurentypen der Serie, von den Detektiven über Opfer bis hin zu Tätern und Nebenfiguren, und untersucht ihre Entwicklung sowie ihr Verhältnis zueinander.
4 Schauplätze: Hier wird die Bedeutung von Schauplätzen wie Großbritannien, fiktionalen Welten und internationalen Orten für die Kriminalhandlung und die Atmosphäre untersucht.
5 Elemente der Phantastik und verwandter Formen: Dieses Kapitel ergründet, wie die Autorin Märchen, Sagen, übernatürliche Elemente und Schauerromankonventionen in ihre Kriminalromane integriert.
6 Schluß: Das Fazit fasst die Bedeutung der Schauplatzgestaltung und Figurenkonstellation für die Serie zusammen und bewertet deren Beitrag zur Entwicklung der Untergattung des regional geprägten Kriminalromans.
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Die Arbeit befasst sich mit einer Interpretation der Kriminalromane von Ellis Peters, insbesondere der Reihe um die Familie Felse, und untersucht dabei sowohl inhaltliche als auch formale Besonderheiten der Werke.
Die Schwerpunkte liegen auf der Figurengestaltung (Detektive, Mörder, Opfer), der signifikanten Bedeutung der Handlungsorte, der Einbindung lokaler Geschichte und Musik sowie der Nutzung phantastischer Motive innerhalb des Kriminalromngenres.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Peters die klassischen Schemata des Kriminalromans durch ihre charakteristische Figurenkonstellation und den Fokus auf Schauplätze erweitert und modifiziert, um eine eigene erzählerische Identität zu schaffen.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die auf der Untersuchung der Primärtexte (der Romane) und deren Einordnung in den theoretischen Rahmen der Gattungsgeschichte sowie den Kontext der Schauplatz- und Figurenanalyse basiert.
Im Hauptteil werden detailliert die Kategorien Personen, Schauplätze und Elemente der Phantastik analysiert, wobei jeweils spezifische Romanbeispiele der Serie herangezogen werden, um die Thesen der Autorin zu untermauern.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Kriminalroman, Ellis Peters, Familie Felse, Schauplatzanalyse, Figurenkonstellation und die Verbindung von Kriminalhandlung mit Elementen der Sage oder des Schauerromans.
Die Familie Felse bildet das Zentrum der Serie und wird als spezifische Familienkonstellation analysiert, wobei besonders die Rollen von George, Bunty und Dominic und deren individuelle Entwicklung im Laufe der verschiedenen Romane untersucht werden.
Die Autorin stellt fest, dass Schauplätze bei Peters eine übergeordnete Bedeutung haben; sie dienen nicht nur als Tatort, sondern als eigenständige Elemente, die durch ihre Geschichte und Atmosphäre maßgeblich auf die Personen und die Handlung einwirken.
Die Untersuchung dient dazu, aufzuzeigen, dass Peters bewusst Genre-Grenzen überschreitet, indem sie den Kriminalroman als eine Art "modernen Nachfolger" traditioneller Mythen oder Sagen inszeniert und so die psychologische Tiefe und Glaubwürdigkeit ihrer Geschichten erhöht.
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