Examensarbeit, 2008
81 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Unterschiedliche Ansätze in der Erstspracherwerbsforschung
2.1 Nativismus: Spracherwerb als Entfaltung eines genetischen Programms
2.2 Ansätze des Bootstrapping
2.2.1 Prosodisches bzw. phonologisches Bootstrapping
2.2.2 Semantisches Bootstrapping
2.2.3 Syntaktisches Bootstrapping
2.3 Kognitivistische Ansätze: Spracherwerb als logischer Denkprozess
2.4 Sozial-pragmatische und interaktionistische Ansätze
2.4.1 Sozialpragmatische Ansätze
2.4.2 Der interaktionistische Ansatz
2.5 Prozessorientierte Ansätze
2.5.1 Der Ansatz der Operating Principles
2.5.2 Das Competition Model bzw. Wettbewerbsmodell
2.5.3 Die Konstruktionsgrammatik
2.6 Gebrauchsbasierter Ansatz: Der Usage-based Approach
2.6.1 Einordnung des Usage-based Approaches innerhalb der Spracherwerbsforschungsansätze
2.6.2 Vergleich des Nativismus und des Usage-based Approaches anhand der Grammatikentwicklung
3 Der Syntaxerwerb nach dem Usage-based Approach
3.1 Das Grammatik-Lexikon-Kontinuum
3.2 Der Erwerb von syntaktischen Strukturen
3.2.1 Das Verb
3.2.2 Vergleich des Erwerbs von Nomen und Verben
3.2.3 Der Verberwerb im frühen Stadium
3.2.3.1 Probleme und Herausforderungen beim frühen Verberwerb
3.2.3.2 Die Verb-Insel-Hypothese
3.2.4 Hypothesen zum Verberwerb in der weiteren Grammatikentwicklung
3.2.4.1 Abstrakte Konstruktionen
3.2.4.2 Studie von Abbot-Smith und Behrens – Construction Conspiracy Hypothesis
3.2.4.3 Studie von Behrens – verbale Präfigierung im Deutschen
3.2.4.4 Studie von Wittek und Tomasello – Erwerb der Verbmorphologie für das deutsche Perfekt
3.2.4.5 Studie von Tomasello und Akhtar – Produktivität der Verbmorphologie im Englischen
3.2.4.6 Gebrauchsbasierte syntaktische Operationen
4 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Spracherwerb von Kindern aus der Perspektive des "Usage-based Approach" (gebrauchsbasierten Ansatzes), insbesondere im Hinblick auf den Erwerb von Verben und die Entwicklung syntaktischer Strukturen. Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Kinder durch sozialen Kontext und Sprachgebrauch schrittweise ihre grammatische Kompetenz konstruieren, und diesen Ansatz kritisch mit nativistischen Theorien zu vergleichen.
3.2.1 Das Verb
Eine Wortart, die im Bereich des Erwerbs der syntaktischen Kompetenz eine wichtige Rolle spielt, ist das Verb. Es ist eine Wortart mit einem komplexen Form- und Funktionssystem und drückt zumeist Handlungen, Vorgänge und Zustände, also in der Zeit verlaufende Phänomene, aus.
Die Hauptfunktion eines Verbs ist es, das Prädikat eines Satzes zu bilden. Laut Zifonun et. al. sind alle semantischen Funktionseinheiten als Prädikate zu verstehen, die über Charakterisierungspotential verfügen, also insbesondere die Denotate von Substantiven, Adjektiven und Verben. [...] Prädikate [...] gehören damit der semantischen Sphäre des Diktums an, nicht der syntaktischen Sphäre des sprachlichen Ausdrucks.
Verben sind deshalb so zentral, weil das Prädikat aufgrund seiner Valenzbeziehungen das Zentrum eines (Verbal-)Satzes ist, von dem die anderen Satzteile, beispielsweise das Subjekt durch Kongruenz, abhängig sind. Ein Prädikat enthält immer mindestens eine finite, also in Person und Numerus bestimmte Verbform. Die verschiedenen Wortformen eines Verbs drücken im Deutschen die grammatischen Kategorien Person, Numerus, Modus, Tempus und Genus Verbi aus. Verben können zudem flektiert werden und lassen sich in verschiedene Flexionsklassen einteilen. Diese unterscheiden sich durch teilweise differente Flexionsmuster in den verschiedenen Zeiten und Modi. Es gibt dabei folgende Flexionsklassen: Die starken und die schwachen Verben und die Modalverben.
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsdebatte über den Spracherwerb mit Fokus auf den gebrauchsbasierte Ansatz.
2 Unterschiedliche Ansätze in der Erstspracherwerbsforschung: Kritische Darstellung und Reflexion verschiedener theoretischer Modelle vom Nativismus bis zum gebrauchsbasierte Ansatz.
3 Der Syntaxerwerb nach dem Usage-based Approach: Detaillierte Untersuchung der Entwicklung syntaktischer Strukturen und des zentralen Erwerbs von Verben.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Ergebnisse hinsichtlich der Überlegenheit des gebrauchsbasierte Ansatzes und Darstellung von Forschungsbedarf.
Usage-based Approach, Spracherwerb, Erstspracherwerb, Grammatikentwicklung, Syntaxerwerb, Verben, Verb-Insel-Hypothese, Konstruktionsgrammatik, Nativismus, Kognition, soziale Interaktion, Sprachgebrauch, Mustererkennung, Analogiebildung, Grammatikalisierung.
Die Arbeit untersucht den Erstspracherwerb von Kindern, wobei der Schwerpunkt auf dem sogenannten "Usage-based Approach" liegt, der davon ausgeht, dass Sprache primär durch den Gebrauch erworben wird.
Zentrale Themen sind der Vergleich verschiedener Spracherwerbstheorien, die Rolle des sozialen Kontextes, der Erwerb von grammatischen Konstruktionen und insbesondere der Erwerb der Wortart Verb.
Das Ziel ist zu klären, ob der Erwerb der Syntax am Beispiel von Verben durch den gebrauchsbasierte Ansatz nachvollziehbar erklärt werden kann und wie dieser Ansatz den nativistischen Theorien gegenübersteht.
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Hausarbeit, die auf der Gegenüberstellung und kritischen Reflexion bestehender theoretischer Modelle sowie der Auswertung empirischer Forschungsstudien basiert.
Im Hauptteil werden zunächst verschiedene Ansätze der Spracherwerbsforschung (Nativismus, Kognitivismus, etc.) dargestellt und dann vertiefend der Syntax- und Verberwerb aus Sicht des Usage-based Approach analysiert.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Usage-based Approach, Spracherwerb, Verben, Verb-Insel-Hypothese, Grammatikentwicklung und Konstruktionsgrammatik.
Verben bilden das syntaktische Zentrum eines Satzes (Prädikat) und bestimmen durch ihre Valenz die Struktur des Satzes, weshalb ihr Erwerb für die Entwicklung grammatischer Kompetenz entscheidend ist.
Sie besagt, dass Kinder Verben zu Beginn nicht abstrakt, sondern als isolierte, item-basierte "Inseln" erwerben, die erst durch zunehmende Erfahrung und Generalisierung zu abstrakten Kategorien ausgebaut werden.
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