Diplomarbeit, 2007
77 Seiten, Note: 1,0
A. Einleitung
B. Kapitalmarkteffizienz
I. Anforderungen an einen effizienten Markt
1. Die operationale Effizienz
2. Die Informationseffizienz
3. Die Bewertungseffizienz
II. Warum Kapitalmärkte effizient sein müssten
1. Kurse verlaufen nach einem Random Walk
1.1 Grundlagen der Aktienkursbewertung
1.2 Effizienz und Rationalität
2. Weitere Faktoren die für einen effizienten Kapitalmarkt sprechen
2.1 Unabhängige Transaktionen
2.2 Arbitragemöglichkeiten am Markt
2.3 Starker Wettbewerb am Markt
2.4 Gewinnmaximierung
III. Kapitalmarkteffizienzhypothese von Fama
1. Die schwache Informationseffizienz
2. Die halbstarke Informationseffizienz
3. Die strenge Informationseffizienz
C. Modelle in der Kapitalmarkttheorie – Hinführung zu Multifaktormodellen
I. Das Kapitalmarktgleichgewicht
II. Übersicht verschiedener Modelle
III. Das Einfaktormodell – Capital Asset Pricing Modell
1. Ausgangspunkt des CAPM: Die Portfolio-Theorie von Markowitz
2. Von der Portfolio Theorie zur Kapitalmarktlinie
3. Die Wertpapiermarktlinie
4. Bedeutung des Beta-Faktors
5. Der Zusammenhang zwischen Kapitalmarktlinie und Wertpapiermarktlinie
IV. Multifaktormodelle
1. Motive der Entwicklung
2. Modellerweiterungen des CAPM
3. Das Multibeta-CAPM von Sharpe
3.1 Die Aufspaltung des Betafaktors
3.2 Integration in das CAPM
4. Die Arbitrage Pricing Theorie (APT)
4.1 Die Modellannahmen
4.1.1 Faktormodellannahme
4.1.2 Arbitragefreiheitsannahme
4.2 Herleitung der APT-Gleichung
4.3 Kritik an der Arbitrage Pricing Theorie
5. Grafische Darstellung von Multifaktormodellen
6. Unterschiede und Gemeinsamkeiten von CAPM, Multibeta-CAPM und APT
D. Die Behavioral Finance und ihre Anomalien zur Kapitalmarkteffizienz
I. Die Behavioral Finance
1. Gegenstand und Ziel
2. Motive für die Abweichung von der Kapitalmarkttheorie
II. Kapitalmarktanomalien
1. Anomalien bezüglich des Kursverlaufs
1.1 Bubbles auf Kapitalmärkten
1.2 Overreaction-Effekt
1.3 Mean-Reversion-Effekt
1.4 Indexeffekt
2. Kennzahlenanomalien
2.1 Der Size-Effekt
2.2 Der Price-Earning-Ratio-Effekt (P/E-Effekt)
2.3 Der Book-to-Market-Equity-Effekt (BW/MW-Effekt)
3. Kalenderanomalien
E. Bedeutung der Multifaktorenmodelle zur Entkräftung der Anomalien
I. Das Dreifaktorenmodell von Fama und French
1. Definition des verwendeten Faktormodells
2. Untersuchungsgegenstand
3. Darstellung der gewonnen Ergebnisse
4. Weitere Analysen mit Hilfe des Dreifaktorenmodells
5. Überprüfung der internationalen Gültigkeit des Dreifaktorenmodell
6. Schlussfolgerung
II. Die APT als Erklärungsansatz für die Anomalien
1. Überblick verschiedener Forschungen an bedeutenden Aktienmärkten
2. Die Forschung von Chan, Chen und Hsieh am US-Aktienmarkt
3. Empirische Studien am deutschen Aktienmarkt
F. Resümee
Die Arbeit untersucht, ob Multifaktormodelle eine bessere Erklärungskraft für Aktienrenditen aufweisen als das klassische Capital Asset Pricing Model (CAPM) und inwieweit diese Modelle helfen können, bekannte Kapitalmarktanomalien zu entkräften oder zu minimieren.
3. Die Bewertungseffizienz
Für einen effizienten Kapitalmarkt sind die operationale Effizienz sowie die Informationseffizienz nicht die einzigen unerlässlichen Voraussetzungen. Damit der Markt seine Lenkungsfunktion voll erfüllt und das Kapital dort hingelenkt wird an dem es den größten Nutzen bringt, müssen sich die Preise nicht nur ohne Reibungsverluste und sehr schnell an veränderte Informationslagen anpassen können, sondern die neuen Informationen müssen auch richtig verarbeitet und bewertet werden. Das heißt, dass die fundamentalen Werte der Unternehmen in den am Markt bezahlten Preisen unverzerrt wiedergegeben werden müssen. Was ist aber der richtige Preis für ein Unternehmen?
Dazu wurden in der Kapitalmarkttheorie bestimmte Modelle entwickelt mit denen man versucht den inneren Wert eines Wertpapiers zu errechnen. Es ist klar, dass das CAPM, oder auch die Multifaktormodelle, Hinweise auf die faire Bewertung von Unternehmen im Marktgleichgewicht geben. Was ist aber, wenn sich der Markt insgesamt nicht im Gleichgewicht befindet, oder wenn im verwendeten Modell einfach nicht alle relevanten Risikofaktoren zur einwandfreien Bewertung berücksichtigt wurden und infolgedessen der Markt als ineffizient charakterisiert wird, da die Ergebnisse aus der Berechnung mit dem Modell nicht mit den tatsächlichen Ergebnissen übereinstimmen?
An dieser Stelle wird ein Dilemma deutlich, dem empirische Untersuchungen am Kapitalmarkt generell unterliegen. Systematische Abweichungen von den Vorgaben des Modells lassen sich nur dann als Marktineffizient bezeichnen, wenn man unterstellt, dass das verwendete Modell auch das Richtige war. Wie will man aber unterscheiden, ob nun der Markt tatsächlich ineffizient ist oder ob lediglich der falsche Maßstab verwendet wurde? Beide Fragen lassen sich logisch nicht voneinander trennen. Sie lassen sich nur gemeinsam bejahen oder gemeinsam ablehnen.
A. Einleitung: Einführung in die Problematik der systematischen Erklärung von Aktienrenditen und die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Evaluierung von Multifaktormodellen.
B. Kapitalmarkteffizienz: Untersuchung der theoretischen Bedingungen für einen effizienten Markt und die Definition der Kapitalmarkteffizienzhypothese nach Fama.
C. Modelle in der Kapitalmarkttheorie – Hinführung zu Multifaktormodellen: Darstellung klassischer Modelle wie dem CAPM sowie die theoretische Herleitung von Multifaktormodellen und der Arbitrage Pricing Theorie.
D. Die Behavioral Finance und ihre Anomalien zur Kapitalmarkteffizienz: Analyse psychologischer Erklärungsansätze für Kursabweichungen und detaillierte Vorstellung spezifischer Kapitalmarktanomalien.
E. Bedeutung der Multifaktorenmodelle zur Entkräftung der Anomalien: Empirische Auswertung des Fama-French-Dreifaktorenmodells und der APT zur Erklärung und potenziellen Beseitigung der zuvor identifizierten Anomalien.
F. Resümee: Synthese der Ergebnisse und Schlussfolgerung über die Eignung von Multifaktormodellen zur statistischen Erklärung von Kapitalmarktphänomenen.
Kapitalmarkteffizienz, Multifaktormodelle, CAPM, Arbitrage Pricing Theorie, Behavioral Finance, Kapitalmarktanomalien, Aktienrenditen, Marktrisiko, Beta-Faktor, Dreifaktorenmodell, Fama und French, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Size-Effekt, Marktkapitalisierung, Effizienzhypothese
Die Arbeit untersucht die Effizienz von Kapitalmärkten und die Eignung verschiedener Preisbildungsmodelle, insbesondere die Rolle von Multifaktormodellen im Vergleich zum klassischen CAPM bei der Erklärung von Aktienrenditen.
Im Fokus stehen die Kapitalmarkteffizienz, die klassische Kapitalmarkttheorie, die Behavioral Finance sowie die empirische Untersuchung von Multifaktormodellen zur Erklärung von Marktanomalien.
Das Ziel ist es, theoretisch und empirisch zu belegen, ob Modelle mit mehreren Risikofaktoren (Multifaktormodelle) eine höhere Erklärungskraft für Aktienrenditen bieten als das einfache CAPM und inwiefern sie Marktanomalien minimieren oder erklären können.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literatur- und Theorieanalyse sowie der Auswertung bestehender empirischer Studien (u.a. Fama & French, ZEW, Chan et al.) zu Faktormodellen und Anomalien auf dem US-amerikanischen und deutschen Aktienmarkt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Diskussion der Kapitalmarkteffizienz, die Vorstellung von Bewertungsmodellen (CAPM, APT, Multifaktor), die Analyse der Behavioral Finance mit ihren Anomalien (Size, P/E, Momentum) und den empirischen Nachweis der Leistungsfähigkeit von Multifaktormodellen.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Kapitalmarkteffizienz, Fama-French-Modell, systematisches Risiko, Aktienrenditen, Anomalien (Size-Effekt, Januar-Effekt) und Multifaktormodelle charakterisiert.
Das Modell wird als bedeutend eingestuft, da es durch die Hinzunahme der Faktoren Marktkapitalisierung (SMB) und Buchwert-Marktwert-Verhältnis (HML) mehrere empirische Anomalien besser erklären kann als das eindimensionale CAPM-Beta.
Die APT ist weniger restriktiv in ihren Annahmen, da sie keine spezifische Präferenzstruktur der Anleger voraussetzt, sondern auf dem Arbitrageprinzip (Gesetz des einheitlichen Preises) und der Faktormodellannahme basiert.
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