Diplomarbeit, 2009
76 Seiten, Note: 1,8
1. EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 ZIELSETZUNG DER DIPLOMARBEIT
1.3 AUFBAU UND VORGEHENSWEISE
2. DEFINITIONEN UND BEGRIFFE
2.1 ABGRENZUNG UNTERNEHMEN / KONZERN
2.2 ABGRENZUNG NATIONAL / INTERNATIONAL
2.3 VERRECHNUNGSPREISE
2.4 ORGANISATIONSSTRUKTUREN DIE VERRECHNUNGSPREISE ERFORDERN
3. FUNKTIONEN VON VERRECHNUNGSPREISEN
3.1 ENTSTEHUNG / ANFORDERUNG
3.2 KOORDINATIONS- / LENKUNGSFUNKTION
3.3 ERFOLGSERMITTLUNGS- / MOTIVATIONSFUNKTION
3.4 ZIELKONFLIKTE ZWISCHEN DEN FUNKTIONEN
4. EINSATZGEBIETE VON VERRECHNUNGSPREISEN
5. FORMEN VON VERRECHNUNGSPREISEN
5.1 STANDARDARTEN
5.1.1 Marktpreisorientierte Verrechnungspreise
5.1.2 Kostenorientierte Verrechnungspreise
5.1.3 Verhandlungsbasierte Verrechnungspreise
5.2 HILFSARTEN
5.2.1 Duale Verrechnungspreise
5.2.2 Weitere Hilfsarten
6. VERRECHNUNGSPREISMETHODEN
6.1 PREISVERGLEICHSMETHODE
6.2 WIEDERVERKAUFSPREISMETHODE
6.3 KOSTENAUFSCHLAGMETHODE
6.4 WEITERE METHODEN
7. VERRECHNUNGSPREISE IN KONZERNEN
7.1 VERRECHNUNGSPREISE IN NATIONALEN KONZERNEN
7.2 VERRECHNUNGSPREISE IN INTERNATIONALEN KONZERNEN
7.2.1 Gewinnverlagerungsfunktion
7.2.2 Steuerminimierungsfunktion
7.2.3 Risikobegrenzungsfunktion
8. GRENZEN VON VERRECHNUNGSPREISEN
8.1 GRENZEN DURCH DOKUMENTATIONSVORSCHRIFTEN
8.2 GRENZEN DURCH DOPPELBESTEUERUNG
9. HANDLUNGSALTERNATIVEN BEI DER VERWENDUNG INTERNATIONALER VERRECHNUNGSPREISE
9.1 OECD
9.2 AO § 90 ABS. 3 – MITWIRKUNGSPFLICHT DER BETEILIGTEN
9.3 ASTG § 1 ABS. 3 / DOKUMENTATIONSPFLICHT
9.3.1 Hypothetischer Fremdenvergleich – Arm´s-Length-Principle
9.3.2 Bandbreite – Arm´s-Length-Range
9.3.3 Funktionsverlagerung
10. RECHTSSICHERHEIT DURCH DEN EINSATZ VON ADVANCED PRICING AGREEMENTS
10.1 DEFINITION VON ADVANCED PRICING AGREEMENTS
10.2 ZIELE VON ADVANCED PRICING AGREEMENTS
10.3 ARTEN VON ADVANCED PRICING AGREEMENTS
10.4 PROZESS EINES ADVANCED PRICING AGREEMENT
10.5 NUTZEN BZW. AUFWÄNDE DURCH ADVANCED PRICING AGREEMENT
10.6 VOR- UND NACHTEILE BEI DER VERWENDUNG VON ADVANCED PRICING AGREEMENTS
11. FAZIT
Die Arbeit untersucht die komplexe Thematik der Verrechnungspreise in internationalen Konzernen, wobei der Fokus auf der optimalen Ausgestaltung der Verrechnungspreissysteme im Spannungsfeld zwischen unternehmensinterner Steuerung und steuerlicher Besteuerung liegt. Ziel ist es, Klarheit über Definitionen und Einsatzgebiete zu schaffen, gängige OECD-Methoden zu erläutern, die steuerlichen Grenzen sowie Dokumentationspflichten darzulegen und Lösungsalternativen wie Advanced Pricing Agreements (APAs) kritisch zu bewerten.
1.1 Problemstellung
“Transfer Pricing is the single most important tax issue facing multinational companies.”
Ernst & Young Global Transfer Pricing Survey 2005-06, S. 2.
Ausgehend von diesem Zitat, ist bei der Betrachtung der letzten 20 Jahre eine deutliche Zunahme der Bedeutung von internationalen Unternehmen als auch des globalen Handels zu verzeichnen. Es herrscht eine zunehmende Globalisierung mit paralleler Ausweitung der konzerninternen Transaktionen. Die Begründung dafür liegt teilweise in dem Zusammenwachsen der Volkswirtschaften, dem Fortschritt der Technologien als auch dem technologischen Wandel. Die Organization for Economic Cooperation and Development (OECD) schätzt, dass der Anteil der konzerninternen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen am weltweiten Handel mittlerweile bei ca. 60% liegt. Da die Gewinnmaximierung sowohl im Fokus aller Unternehmen als auch ihrer Stakeholder liegt, wurden bereits nahezu alle legalen Wege, diesen Gewinn durch Gewinnverschiebungen in internationalen Konzernen zu erhöhen, ausgereizt. Um das Ziel weiterhin verfolgen zu können, bestehen nunmehr seit einigen Jahren die Tendenzen die Gewinne der Konzernunternehmen (KU) in Ländern oder an Produktionsstandorten mit geringerer Steuerbelastung zu erwirtschaften, bzw. buchmäßig anfallen und versteuern zu lassen. Auf der einen Seite stehen somit die Globalisierung und die Änderung der Wirtschaftssubjekte, auf der anderen Seite, die damit einhergehenden Gesetzesnovellierungen, Verwaltungsvorschriften und internationalen Richtlinien.
1. EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich der Gewinnverlagerung in internationalen Konzernen sowie die Zielsetzung und Struktur der Diplomarbeit.
2. DEFINITIONEN UND BEGRIFFE: Abgrenzung von Begriffen wie Unternehmen und Konzern sowie Definition von Verrechnungspreisen und deren Relevanz in Organisationsstrukturen.
3. FUNKTIONEN VON VERRECHNUNGSPREISEN: Analyse der grundlegenden Funktionen (Bewertung, Koordination, Lenkung, Erfolgsermittlung, Motivation) und auftretender Zielkonflikte.
4. EINSATZGEBIETE VON VERRECHNUNGSPREISEN: Erörterung der Anwendungsfelder entlang der Wertschöpfungskette und Bedeutung für die Wirtschaftlichkeitskontrolle.
5. FORMEN VON VERRECHNUNGSPREISEN: Vorstellung verschiedener Standardarten (markt-, kosten- und verhandlungsbasiert) sowie Hilfsarten und deren jeweilige Vor- und Nachteile.
6. VERRECHNUNGSPREISMETHODEN: Detaillierte Beschreibung der Standardmethoden (Preisvergleichs-, Wiederverkaufspreis- und Kostenaufschlagmethode) zur Angemessenheitsprüfung.
7. VERRECHNUNGSPREISE IN KONZERNEN: Betrachtung der spezifischen Funktionen in nationalen sowie internationalen Konzernen, inklusive Gewinnverlagerung und Steuerminimierung.
8. GRENZEN VON VERRECHNUNGSPREISEN: Analyse der Grenzen durch gesetzliche Dokumentationsvorschriften sowie das Risiko der Doppelbesteuerung.
9. HANDLUNGSALTERNATIVEN BEI DER VERWENDUNG INTERNATIONALER VERRECHNUNGSPREISE: Darstellung der OECD-Richtlinien und der rechtlichen Lage in Deutschland (AO, AStG) inklusive Funktionsverlagerung.
10. RECHTSSICHERHEIT DURCH DEN EINSATZ VON ADVANCED PRICING AGREEMENTS: Erläuterung von APAs als Mittel zur Vorabverständigung zur Erlangung von Planungssicherheit.
11. FAZIT: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Verrechnungspreisgestaltung.
Verrechnungspreise, Konzern, Steuerminimierung, Doppelbesteuerung, OECD, Advanced Pricing Agreements, APA, Gewinnverlagerung, Fremdvergleich, Dokumentationspflicht, Funktionsverlagerung, Transfer Pricing, Unternehmenssteuerung, Steuerbehörden, Controlling.
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Thema Verrechnungspreise in internationalen Konzernen, insbesondere mit dem Spannungsfeld zwischen internen Steuerungszielen und der steuerlichen Anerkennung durch Finanzbehörden.
Zentrale Themen sind die verschiedenen Funktionen und Formen von Verrechnungspreisen, die OECD-anerkannten Ermittlungsmethoden, steuerliche Dokumentationspflichten sowie Strategien zur Vermeidung von Doppelbesteuerung.
Das primäre Ziel ist es, Klarheit über das Wesen von Verrechnungspreisen zu schaffen und Lösungswege (insbesondere Advanced Pricing Agreements) aufzuzeigen, um Rechtssicherheit im internationalen Konzernumfeld zu erreichen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Auswertung relevanter Fachliteratur, OECD-Richtlinien, Gesetzestexte (AO, AStG) und empirischer Studien wie dem Ernst & Young Global Transfer Pricing Survey.
Im Hauptteil werden neben den Funktionen und Formen von Verrechnungspreisen detailliert die OECD-Methoden zur Preisermittlung, die gesetzlichen Dokumentationsanforderungen in Deutschland und die Prozessgestaltung von APAs erörtert.
Wichtige Begriffe sind Verrechnungspreise, Steuerminimierung, Doppelbesteuerung, OECD-Fremdvergleichsgrundsatz, Advanced Pricing Agreements und Funktionsverlagerung.
Der Hauptvorteil liegt in der erlangten Planungssicherheit und der Vermeidung langwieriger und kostenintensiver Steuerprüfungen durch eine vorab verbindliche Vereinbarung mit den beteiligten Finanzbehörden.
Die Funktionsverlagerung führt zu komplexen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Risiken, da nicht nur physische Wirtschaftsgüter, sondern das gesamte Gewinnpotenzial und das damit verbundene steuerliche Risiko auf andere Standorte übertragen werden.
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