Masterarbeit, 2023
81 Seiten, Note: 1,2
1. EINLEITUNG
1.1. EINFÜHRUNG IN DAS THEMA DER ARBEIT
1.2. FORSCHUNGSANSÄTZE ZU BEWÄLTIGUNGSSTRATEGIEN IN BEZUG AUF BINÄREN GENDERDIFFERENZEN
1.3. METHODISCHES VORGEHEN UND AUFBAU DER ARBEIT
2. GENDER: DAS SOZIALE GESCHLECHT
2.1. ZUR ENTWICKLUNG DER FRAUEN- UND GESCHLECHTERFORSCHUNG
2.1.1. Die Geschlechterforschung
2.1.2. Zentrale Begriffe der Geschlechterforschung: „sex“ und „gender“
2.1.3. Doing Gender: Geschlecht als Alltagshandlung
2.2. SOZIALISATION UND GESCHLECHT
2.2.1. Entwicklung der Geschlechtsidentät in der Adoleszenz
2.2.2. Geschlechterstereotypen und ihr Einfluss auf die Entwicklung des Individuums
2.2.3. Die Bedeutung der geschlechtsspezifischen Sozialisaon
3. ADOLESZENZ, KRISE UND BEWÄLTIGUNG
3.1. DIE BEDEUTUNG DER ADOLESZENZPHASE
3.1.1. Der Begriff „Adoleszenz“
3.1.2. Körperliche, geisge und soziale Entwicklung adoleszenter Jugendlicher
3.2. ENTWICKLUNGSAUFGABEN IM JUGENDALTER
3.3. DIE KRISE ALS BEGRIFF UND DIE BEDEUTUNG FÜR DIE SOZIALE ARBEIT
3.3.1. Auswirkungen krischer Lebenssituaonen
3.4. EXKURS: DIE CORONA-KRISE UND IHRE AUSWIRKUNGEN AUF DIE JUGEND
3.5. ZUM BEGRIFF BEWÄLTIGUNG
3.5.1. Die zentrale Bedeutung von Bewältigung
3.5.2. Bewälgung von Krisen
3.5.3. Das Konzept der Lebensbewälgung nach Böhnisch
4. GESCHLECHTERDIFFERENTE BEWÄLTIGUNGSSTRATEGIEN
4.1. WIE BEWÄLTIGEN JUNGEN UND MÄDCHEN IN DER ADOLESZENZ KRITISCHE LEBENSSITUATIONEN UND WORIN UNTERSCHEIDEN SIE SICH?
4.1.1. Äußere Abspaltung
4.1.2. Innere Abspaltung
4.1.3. Habitus und Geschlecht
4.1.4. Männliches Bewälgungsverhalten
4.1.5. Weibliches Bewälgungsverhalten
5. GENDERSPEZIFISCHE BEWÄLTIGUNGSSTRATEGIEN ALS EIN THEMA FÜR DIE SOZIALE ARBEIT
5.1. GENDER- MAINSTREAMING
5.1.1. Genderkompetenz
5.1.1.1. Genderbezogenes Fachwissen
5.1.1.2. Genderbezogene Selbstkompetenzen
5.1.1.3. Genderbezogene Praxiskompetenz
6. FAZIT
Die vorliegende Master-Arbeit untersucht, wie adoleszente Jungen* und Mädchen* in Krisensituationen ihre jeweiligen Bewältigungsstrategien bilden und inwiefern diese geschlechtsspezifisch geprägt sind. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die Hintergründe dieser Verhaltensmuster aufzuzeigen und deren Relevanz für die professionelle Soziale Arbeit herauszuarbeiten, um gendersensible Handlungsansätze in der Beratung zu fördern.
1.1. Einführung in das Thema der Arbeit
Mit Beginn der Pubertät stehen junge Menschen vor unvorhersehbaren Entwicklungsaufgaben (vgl. Heiland, 2012: 9). Hierbei spielt die subjekve Bewertung der belastenden Situaon eine entscheidende Rolle. Dabei kann eine psychosoziale Krise entstehen, wenn sich der Betroffene in einem Ungleichgewicht zwischen den zu bewälgenden Anforderungen und den dafür zur Verfügung stehenden Handlungsmechanismen befindet (vgl. Enke, 2003: 18; vgl. Böhnisch 2002). Insbesondere junge Menschen sind dann auf die Unterstützung von Erwachsenen angewiesen (vgl. Enke 2003: 20).
Dabei kommt krischen Lebensereignissen im Jugendalter eine besondere Bedeutung zu, da es sich in der Regel um die ersten großen persönlichen Krisen handelt, die der Mensch in seiner Entwicklung intensiv durchlebt (vgl. Hurrelmann, 2010: 7). So können die zu bewälgenden Krisen dazu beitragen, dass neue Ressourcen entwickelt werden, die dem Individuum in Zukun als weiteres Repertoire zur Verfügung stehen (vgl. Petermann/ Niebank/ Scheithauer 2004: 288) oder im ungünsgsten Fall bei Erliegen zu dauerhaen Beeinträchgungen führen (vgl. Bröckling, 2013: 51). Die Dringlichkeit der gesunden Bewälgung von Krisen in verschiedenen Altersbereichen lässt sich, als besonders erschreckendes Beispiel, anhand von Suizidstasken erkennen: Bei Betrachtung der Suizidfälle in Abhängigkeit zum Alter der Personen fällt auf, dass es bereits zwischen 15 und 19 Lebensjahren zu einem signifikanten Anseg der Suizidfälle kommt. Jungen sind dabei etwa doppelt so häufig suizidal, wie Mädchen (vgl. Stassches Bundesamt 2020). Betrachten man dagegen die Stasken von Essstörungssymptomen fällt auf, dass hier im Alter zwischen 11 und 17 Jahren eine höhere Prävalenz beim weiblichen im Verhältnis zum männlichen Geschlecht vorliegt (vgl. Cohrdes et. al. 2019: 1198).
1. EINLEITUNG: Definiert den Fokus der Arbeit auf geschlechtsabhängige Erwartungen und Krisenbewältigung im Jugendalter sowie die Relevanz für die Soziale Arbeit.
2. GENDER: DAS SOZIALE GESCHLECHT: Beleuchtet theoretische Grundlagen zur Geschlechterforschung, wie "Doing Gender", und die Bedeutung geschlechtsspezifischer Sozialisation.
3. ADOLESZENZ, KRISE UND BEWÄLTIGUNG: Analysiert die Herausforderungen des Jugendalters, den Krisenbegriff und Konzepte lebensgeschichtlicher Bewältigung.
4. GESCHLECHTERDIFFERENTE BEWÄLTIGUNGSSTRATEGIEN: Untersucht die Unterschiede im Bewältigungsverhalten zwischen Jungen und Mädchen, insbesondere durch Ansätze der Abspaltung und des Habitus.
5. GENDERSPEZIFISCHE BEWÄLTIGUNGSSTRATEGIEN ALS EIN THEMA FÜR DIE SOZIALE ARBEIT: Diskutiert die Notwendigkeit von Genderkompetenz und Gender Mainstreaming in der professionellen pädagogischen Praxis.
6. FAZIT: Fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Begleitung von Jugendlichen in einer geschlechtsspezifisch geprägten Gesellschaft.
Adoleszenz, Krise, Bewältigungsstrategien, Gender, Sozialisation, Doing Gender, Soziale Arbeit, Geschlechterrollen, Geschlechterforschung, Psychosoziale Krisen, Habitus, Jugendalter, Genderkompetenz.
Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Bewältigungsverhalten von Jugendlichen, wenn diese mit persönlichen Krisen und kritischen Lebensereignissen in der Adoleszenz konfrontiert sind.
Die zentralen Themen sind Adoleszenz, die psychische Verarbeitung von Krisen, das Konzept des "Doing Gender", die Entstehung geschlechtsspezifischer Bewältigungsmuster sowie die Anforderungen an die Soziale Arbeit.
Das primäre Ziel ist es zu beantworten, wie adoleszente Jungen* und Mädchen* in Krisensituationen bewältigen, worin sie sich unterscheiden und welche Rolle die Profession Soziale Arbeit dabei einnehmen kann.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und kritischen Diskussion bestehender empirischer Untersuchungen sowie theoretischer Erklärungsansätze aus der Psychologie, Soziologie und Pädagogik.
Im Hauptteil werden die Grundlagen von Geschlecht und Sozialisation, die Krise in der Adoleszenz, das Konzept der Lebensbewältigung nach Böhnisch sowie die geschlechtsspezifischen Strategien (z. B. Abspaltung bei Jungen vs. Mädchen) detailliert analysiert.
Schlüsselbegriffe sind u. a. Adoleszenz, Bewältigungsstrategien, Doing Gender, Geschlechterrolle, Soziale Arbeit, Psychosoziale Krise und Geschlechtsspezifische Sozialisation.
Es dient als theoretische Grundlage, um zu verdeutlichen, dass Geschlecht keine binär vorgegebene Eigenschaft ist, sondern in sozialen Interaktionen ständig "gemacht" und reproduziert wird, was die Krisenbewältigung stark beeinflusst.
Die Soziale Arbeit soll den "defizitären Blick" ablegen, Konflikte aushalten und Raum für die Reflexion geschlechtsspezifischer Muster schaffen, um die Handlungsfähigkeit der Jugendlichen zu fördern.
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