Diplomarbeit, 2008
120 Seiten, Note: 1.0
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
1. Einleitung
1.1 Das Problem der Staatszerfalls
1.2 Externe Krisenbewältigung als Herausforderung des 21.Jahrhunderts
1.3 Erkenntnisleitendes Interesse und theoretischer Hintergrund
1.4 Gliederung und Aufbau
1.5 Stand der wissenschaftlichen Literatur
1.6 Begriffsdefinitionen
2. Der Staat und seine Herausforderungen im 21. Jahrhundert
2.1 Funktion und Aufgabe des Staates
2.2 Starke Staaten – Schwache Staaten
2.3 Nationalismus und Nation
3. Das Problem des Staatszerfalls und seine Auswirkungen
3.1 Staatszerfall als Internes und Externes Problem
3.2 Typologie des Staatszerfalls
3.3 Ursachen des Staatszerfalls
4. Das Nation – Building Konzept
4.1 Nation - Building in der Geschichte
4.2 Das Konzept des modernen Nation Building
4.3 Die Hauptakteure
5. Nation – Building am Beispiel des Kosovo
5.1 Der geschichtliche Hintergrund des Konflikts
5.2 Der Konflikt
5.3 Die Intervention
5.4 Wiederaufbau und Entwicklung
5.4.1 Sicherheit
5.4.2 Humanitäre Hilfe
5.4.3 Rekonstruktion
5.4.4 Ökonomische Stabilisierung
5.4.5 Demokratisierung
6. Nation – Building am Beispiel Afghanistan
6.1 Der geschichtliche Hintergrund des Konflikts
6.2 Der Konflikt
6.3 Die Intervention
6.4 Wiederaufbau und Entwicklung
6.4.1 Sicherheit
6.4.2 Humanitäre Hilfe
6.4.3 Rekonstruktion
6.4.4 Ökonomische Stabilisierung
6.4.5 Demokratisierung
7. Schlussfolgerungen
7.1 Die Relevanz des Gewaltmonopols und der Sicherheit
7.2 Die Relevanz der Humanitären Hilfe
7.3 Die Relevanz des Wiederaufbaus und der Rekonstruktion
7.4 Die Relevanz der Ökonomischen Stabilisierung
7.5 Die Relevanz der Demokratisierung
7.6 Evaluation der Forschungshypothesen
8. Schlusswort
Die Arbeit verfolgt das Ziel, durch den Vergleich der internationalen Einsätze im Kosovo und in Afghanistan die Grundlagen für eine Theorie der externen Krisenbewältigung – einen sogenannten „Blue Print“ – zu entwickeln, der bei der Staatsrekonstruktion von schwachen Staaten Anwendung finden kann.
1.1 Das Problem des Staatszerfalls
Das Eingreifen in einen Staat und der Versuch, diesen durch äußere Kräfte zu stabilisieren, ist noch immer eine komplexe Aufgabe, deren Erfolg nicht mit Sicherheit garantiert werden kann. Das erste Problem ist es also zu verstehen, was Staatszerfall nun eigentlich genau ist. Das Ende des Kalten Krieges war nicht nur das Ende der Bipolaren Welt, sondern führte in vielen Fällen auch zu einem Scheitern von Nationalstaaten. Das Scheitern von Staaten führt zu einer Situation, in der die legitimierte Macht eines Staates zerfällt, wodurch Gesetz und politische Ordnung erst erneuert werden müssen, bevor wieder von einen souveränen Staat gesprochen werden kann. Dieser Staatszerfall bedeutet nicht unweigerlich das aufkommen von Anarchie, und Staatszerfall ist auch nicht nur ein Abfallprodukt eines ethnischen Nationalismus, aber durch das temporäre Nichtvorhandensein einer legitimen und funktionierenden Staatsgewalt kann es zu solchen Auswüchsen kommen.
Dass Staatsstrukturen zerfallen ist geschichtlich gesehen ein Phänomen, was es schon immer und weltweit gegeben hat. Aber der Zerfallsprozess, wie er sich seit dem Ende des Kalten Krieges zeigt, unterscheidet sich stark in qualitativer wie auch in quantitativer Hinsicht von dem bisher gekannten. Der moderne Staatszerfall in der Dritten Welt sowie in der ehemaligen Sowjetunion, Osteuropa und Zentralasien ist nicht das Resultat eines Zivilisationszerfalls oder Teil eines Anpassungsversuches an eine veränderte Umwelt, sondern ein komplexer Vorgang, der seine Wurzeln in weltweiten politischen und ökonomischen Veränderungen hat.
1. Einleitung: Diese Einleitung legt das Fundament für die Untersuchung des modernen Staatszerfalls und die Notwendigkeit einer multilateralen Strategie zur Staatsrekonstruktion.
2. Der Staat und seine Herausforderungen im 21. Jahrhundert: Hier werden die Funktionen eines modernen Staates definiert und die Bedeutung von staatlicher Kapazität sowie legitimer Macht diskutiert.
3. Das Problem des Staatszerfalls und seine Auswirkungen: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Stufen und strukturellen sowie prozessualen Ursachen des Staatszerfalls.
4. Das Nation – Building Konzept: Hier wird die historische Entwicklung des Nation-Building beleuchtet und das moderne Konzept im Rahmen der Liberal Peace Theory verortet.
5. Nation – Building am Beispiel des Kosovo: Eine Fallstudie zur Intervention und zum Wiederaufbau im Kosovo, die verdeutlicht, wie internationale Akteure die Stabilität fördern.
6. Nation – Building am Beispiel Afghanistan: Eine Untersuchung des komplexen Einsatzes in Afghanistan, der sich stark von anderen Missionen durch seine schwierige Ausgangslage unterschied.
7. Schlussfolgerungen: Dieses Kapitel zieht ein Fazit aus den beiden Fallbeispielen und evaluiert die zuvor aufgestellten Forschungshypothesen zum erfolgreichen Staatsaufbau.
Nation-Building, Staatszerfall, Internationale Staatengemeinschaft, Externe Krisenbewältigung, Staatsrekonstruktion, Kosovo, Afghanistan, Liberal Peace Theory, Gewaltmonopol, Demokratisierung, Good Governance, Staatliche Kapazität, Friedenssicherung, Wiederaufbau, Zivilgesellschaft.
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Konzept des Nation-Building als Instrument der internationalen Gemeinschaft zur Stabilisierung von Staaten, die durch Staatszerfall in Bedrängnis geraten sind.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Staatszerfall, die theoretische Fundierung durch die Liberal Peace Theory, die Rolle internationaler Akteure und die praktische Umsetzung in den Beispielländern Kosovo und Afghanistan.
Das Ziel ist die Erarbeitung eines "Blue Print", also einer systematisierbaren Strategie für die externe Krisenbewältigung, um den Staatsaufbau in zerfallenden Nationen effektiver zu gestalten.
Die Arbeit stützt sich primär auf den Vergleich zweier Fallstudien (Kosovo und Afghanistan) sowie die Auswertung relevanter Fachliteratur und theoretischer Konzepte.
Der Hauptteil analysiert detailliert die theoretischen Grundlagen des Staatsaufbaus sowie die spezifischen Herausforderungen und Fortschritte der Wiederaufbaumaßnahmen im Kosovo und in Afghanistan.
Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Nation-Building, Staatszerfall, externe Krisenbewältigung, Demokratisierung, Gewaltmonopol und Rechtsstaatlichkeit.
Während im Kosovo der Konflikt aus innerer Instabilität innerhalb eines ehemaligen Teilstaates Jugoslawiens resultierte, sind die Gründe für die Schwäche Afghanistans stärker in äußeren Faktoren wie der sowjetischen Invasion und einer langen Tradition schwacher Regierungen verwurzelt.
NGOs fungieren als unverzichtbare Akteure im Wiederaufbau, insbesondere bei der humanitären Hilfe und Nischenprojekten, wobei ihre Koordination durch eine übergeordnete Instanz für den Erfolg als kritisch bewertet wird.
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