Lizentiatsarbeit, 2009
103 Seiten, Note: 2
1 Einleitung und Problemstellung
2 Risikosport
2.1 Definition von Risikosport
2.2 Merkmale des Risikosports
2.3 Merkmale von Risikosportlern
3 Motive im Sport
3.1 Begriffserklärung von Motiv und Motivation
3.2 Vielfalt der Motive im Sport
4 Motive im Risikosport – eine Übersicht der Erklärungsansätze
4.1 Risiko- und Extremsport als Reizsuche – die Revisionstheorie nach Apter
4.2 Risiko- und Extremsport als Angstüberwindung
4.2.1 Angstlust nach Balint
4.2.2 Die Lust an der Angst – Erklärungsansatz nach Semler
4.3 Risiko- und Extremsport als Grenzsuche
4.3.1 Die Lust am Risiko – die Ordaltheorie von Le Breton
4.3.2 Allmer: die Suche nach persönlichen Leistungs- und Risikogrenzen
4.4 Suche nach aussergewöhnlichen Emotionszuständen – Das Flow-Konzept nach Csikszentmihalyi
4.5 Risikosport zur Suche nach Sicherheit: das Sicherheitssuche-Modell von Von Cube
4.6 Risikosport zur Identitätssuche – das Modell von Aufmuth
5 Sensation Seeking
5.1 Das Sensation Seeking-Konzept
5.2 Erfassen des Sensation Seeking-Merkmals
5.2.1 Die Sensation Seeking Scale-V
5.2.2 Die deutschsprachige Version der SSS-V
5.2.3 Kritik an Zuckerman
5.3 Sensation Seeking und Risikosport
5.4 Studien zum Sensation Seeking im Risikosport
5.4.1 Studien zu Risikosport im Allgemeinen
5.4.2 Spezifische Studien zu Bergsteigen
5.4.3 Spezifische Studien zu Fallschirmspringen
5.4.4 Studien zu diversen Risikosportarten
6 Risikowahrnehmung
6.1 Begriffserklärung von Risikowahrnehmung
6.2 Risikoverhalten, Risikobereitschaft und Risikoakzeptanz
6.3 Studien zur Risikowahrnehmung im Risikosport
7 Objektive Gefährlichkeit der fünf Risikosportarten Freeriding, Downhill Biking, Fallschirmspringen, Extrembergsteigen und Base Jumping
7.1 Base Jumping
7.2 Freeriding
7.3 Downhill Biking
7.4 Extrembergsteigen
7.5 Fallschirmspringen
8 Forschungshypothesen und Operationalhypothesen
8.1 Forschungshypothesen
8.2 Operationalhypothesen (OH)
8.2.1 OH zu den FH über die Partizipation am Risikosport
8.2.2 OH zu den FH über das Sensation Seeking-Motiv
8.2.3 OH zu den FH über die Risikowahrnehmung im Risikosport
9 Methode
9.1 Untersuchungsverfahren und -instrumente
9.1.1 Untersuchungsverfahren
9.1.2 Untersuchungsinstrumente
9.2 Stichprobe und Untersuchungsdurchführung
9.3 Untersuchungsplan und -design
9.4 Untersuchungsauswertung und Auswertungsverfahren
10 Darstellung, Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
10.1 Motive für die Partizipation am Risikosport
10.1.1 Stellenwert des SS-Motivs im Vergleich zu anderen Motiven
10.1.2 Vergleich des Motivs „Risikosuche“ unter den Risikosportarten
10.1.3 Vergleich der Motive der Risikosportler und der Kontrollgruppe für die Sportpartizipation
10.1.4 Persönliche, zusätzlich erwähnte Motive der Risikosportler
10.2 Sensation Seeking
10.2.1 SS-Niveau der Risikosportsportler und der Kontrollgruppe
10.2.2 Unterschiede im SS-Motiv zwischen Novizen und Experten
10.3 Risikowahrnehmung
10.3.1 Einschätzung des objektiven Risikos in den Sportarten
10.3.2 Unterschied in der Bewertung der Gefährlichkeit der Sportart nach Novizen und Experten
10.3.3 Unterschied zwischen objektivem und subjektivem Risiko
10.3.4 Zusammenhang zwischen der subjektiven Risikowahrnehmung und dem SS-Niveau der Sportler
10.3.5 Unterschied in der Risikowahrnehmung zwischen Risikosportlern und der Kontrollgruppe
11 Schlussfolgerungen, Kritik und Ausblick
11.1 Schlussfolgerungen
11.2 Kritik an der methodischen Vorgehensweise
11.3 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Motive für die Partizipation an verschiedenen Risikosportarten sowie die subjektive Risikowahrnehmung der beteiligten Athleten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe von Sportstudenten. Ziel ist es, den Stellenwert des Sensation Seeking-Motivs innerhalb der Motivlandschaft zu bestimmen und zu prüfen, ob ein Zusammenhang zwischen diesem Persönlichkeitsmerkmal und der Risikoeinschätzung besteht.
Die Lust am Risiko – die Ordaltheorie von Le Breton
Le Breton (1995) betrachtet in seiner Ordaltheorie Risikosport, Extremsport und Grenzgängertum als sportliche Mutprobe, die es unter existenzieller Gefährdung zu überstehen gilt. In seinen riskanten Tätigkeiten wirft der Sportler quasi sein Leben in eine Waagschale, die über Leben oder Tod entscheidet. Das Ordal ist dabei so gestaltet, dass eine Chance auf einen glücklichen Ausgang besteht. Le Breton bezeichnet den Risikosport als existenzielle Grenzsuche, die durch die Todesnähe charakterisiert ist: „Die Suche nach der Grenze ist ein Spiel ohne Grenzen. Die Grenze herauszufordern, ist eine Weise, sich dem Tod zu nähern“ (1995, S. 16). Dadurch, dass sich der Sportler dem Tod stellt, wird der Tod selbst gestellt und die Grenzen seiner Macht aufgezeigt. Der Herausforderer wird durch die erfolgreich bestandene Prüfung in seinem Identitätsgefühl gestärkt: „Der Erfolg des Versuchs erzeugt Begeisterung, schickt einen Hauch Sinn durch die eigene Existenz, der symbolkräftig genug ist, um sie zumindest zeitweilig aufzufrischen. Die Grenze ist indes nie endgültig, hinter ihr lockt immer noch eine andere“ (Le Breton, 1995, S. 16).
Le Breton (1995, S. 19) unterscheidet vier Hauptfiguren des Risikoverhaltens, die als Charakteristika von Risikosportarten gedeutet werden können: Vertigo, Konfrontation, Entkörperung und Überleben.
1 Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert das Untersuchungsinteresse und erläutert die Relevanz der Untersuchung von Risikosportarten und deren Motiven.
2 Risikosport: Hier erfolgt eine Abgrenzung des Begriffs Risikosport von Extremsport sowie die Darstellung konstitutiver Merkmale von Risikosportarten und der Risikosportler selbst.
3 Motive im Sport: Dieses Kapitel klärt psychologische Grundlagen der Motivation und stellt die Vielfalt der Motive im Sport basierend auf wissenschaftlichen Modellen dar.
4 Motive im Risikosport – eine Übersicht der Erklärungsansätze: Es werden verschiedene Modelle vorgestellt, die erklären sollen, warum Menschen freiwillig lebensbedrohliche Situationen aufsuchen, wobei das Sensation Seeking-Konzept besonders hervorgehoben wird.
5 Sensation Seeking: Dieser Abschnitt widmet sich tiefgehend dem Sensation Seeking-Konzept von Marvin Zuckerman, dessen diagnostischer Erfassung und der Anwendung auf Risikosportaktivitäten.
6 Risikowahrnehmung: Dieses Kapitel erläutert den Prozess der Risikowahrnehmung bei Sportlern, definiert subjektives gegenüber objektivem Risiko und reflektiert Strategien der Risikoeinschätzung.
7 Objektive Gefährlichkeit der fünf Risikosportarten Freeriding, Downhill Biking, Fallschirmspringen, Extrembergsteigen und Base Jumping: Es wird die objektive Gefährlichkeit der ausgewählten Sportarten dargelegt, basierend auf vorliegenden Statistiken und Expertenwissen.
8 Forschungshypothesen und Operationalhypothesen: Die Arbeit formuliert die aus der Theorie abgeleiteten Hypothesen und deren Operationalisierung für die empirische Untersuchung.
9 Methode: Dieser Abschnitt beschreibt das Untersuchungsdesign, die Online-Befragung als Instrument und die Stichprobenzusammensetzung.
10 Darstellung, Interpretation und Diskussion der Ergebnisse: Die empirischen Befunde werden präsentiert, statistisch ausgewertet und im Kontext der psychologischen Theorien diskutiert.
11 Schlussfolgerungen, Kritik und Ausblick: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse zusammengefasst, die Methodik kritisch hinterfragt und zukünftige Forschungsansätze aufgezeigt.
Risikosport, Motive, Sensation Seeking, Risikowahrnehmung, Angstlust, Nervenkitzel, Grenzsuche, Extremsport, Fallschirmspringen, Base Jumping, Extrembergsteigen, Downhill Biking, Freeriding, psychologische Erklärungsansätze, Motivationsforschung.
Die Lizentiatsarbeit untersucht die psychologischen Hintergründe der Partizipation an Risikosportarten, insbesondere die zentralen Motive sowie die Art und Weise, wie Sportler Risiken in ihrer Disziplin wahrnehmen.
Im Fokus stehen die Motivlandschaft von Risikosportlern, das Sensation Seeking-Konzept nach Marvin Zuckerman sowie die subjektive Risikoeinschätzung im Vergleich zur objektiven Gefahr.
Die Arbeit analysiert, welche Motive für die Risikosportpartizipation ausschlaggebend sind, welchen Stellenwert das Sensation Seeking-Motiv hat und ob ein Zusammenhang zwischen diesem Motiv und der subjektiven Risikowahrnehmung besteht.
Es wurde eine quantitative Online-Befragung durchgeführt, bei der standardisierte Motiv-Fragebögen und die Sensation Seeking Scale-V zum Einsatz kamen. Die Daten wurden anschließend inferenzstatistisch ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung verschiedener Motivationsmodelle, eine detaillierte Analyse der gewählten Risikosportarten und die empirische Darstellung und Diskussion der Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Risikosport, Sensation Seeking, Risikowahrnehmung, Nervenkitzel, Grenzsuche und psychologische Motive.
Die Auswahl umfasst Base Jumping, Downhill Biking, Freeriding, Extrembergsteigen und Fallschirmspringen, da sie als klassische Risikosportarten gelten und alle in der Schweiz ausgeübt werden.
Die Kontrollgruppe, bestehend aus Sportstudenten, dient dem Vergleich, um spezifische Motivations- oder Wahrnehmungsmuster der Risikosportler von Breitensportlern zu unterscheiden.
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