Bachelorarbeit, 2023
49 Seiten
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1 Einleitung
2 Einführung: Jagd und das Töten von Tieren in der Bibel und der Kirche
2.1 Über das Vorkommen und den Stellenwert von Tieren, der Jagd und Tiertötungen in der Bibel
2.1.1 Tiere und ihr Stellenwert in der Bibel und Theologie
2.1.2 Jagd und Tiertötung in der Bibel
2.2 Wie wird die Thematik der Jagd und des Tötens von Tieren in den Kirchen aufgegriffen?
2.2.1 Positionierung kirchlicher Vertreter und der Kirche zur Jagd und dem Töten von Tieren im geschichtlichen Verlauf
2.2.2 Jagdausübung durch Geistliche
2.2.3 Jagdheilige und Jagdpatrone
3 Tiertheologische und tierethische Positionen zur Jagd und dem Töten von Tieren
3.1 Die Position von Simone Horstmann
3.1.1 Horstmanns tiertheologische und tierethische Position
3.1.2 Horstmanns Gründe für die Ablehnung der Jagd
3.2 Die Position von David Clough
3.2.1 Zentrale Punkte der Tiertheologie Cloughs
3.2.2 Cloughs theologische Tierethik bezogen auf die Jagd
3.3 Vergleich Horstmanns und Cloughs Position
4 Fazit: Wie kann Jagd ethisch und theologisch vertretbar sein?
4.1 Mein persönlicher Blick auf die Jagd und meine jagdliche Praxis
4.2 Wie könnte eine theologisch und ethisch vertretbare Jagd in Anlehnung an Clough und Horstmann heute aussehen?
4.3 Persönliche Folgerungen aus der Auseinandersetzung mit der Thematik
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob und wie die Jagd sowie das damit verbundene Töten von Tieren vor dem Hintergrund tiertheologischer und tierethischer Positionen aus christlicher Sicht ethisch und theologisch gerechtfertigt werden können, indem die Ansätze von Simone Horstmann und David L. Clough analysiert und mit der Praxis eines Jägers in Deutschland in Beziehung gesetzt werden.
3.1.1.1 Horstmanns Bild des Mensch-Tier-Verhältnisses
Horstmann nimmt einen Wandel in der menschlichen Lebenswelt, durch den Tiere immer mehr durch Ersatzmittel wie Stofftiere und Comicfiguren ersetzt werden, wahr. Parallel zum Verschwinden der Tiere aus der menschlichen Lebenswelt, erkennt Horstmann die Nähe der Beziehung der Menschen zu Tieren am deutlichsten in der Beziehung von Kindern zu Tieren. Indem Kinder an Tieren freundschaftliche Zuwendung, die bedingungslose Liebe und zugleich meist auch die ersten Erfahrungen der Verletzlichkeit des Lebens an und mit diesen machen.
Darüber hinaus hat sich nach Horstmann in der Gesellschaft besonders in den letzten Jahren ein gesteigertes Bewusstsein für das Verschwinden von Tieren aus der menschlichen Lebenswelt und für die Möglichkeit einer unwiederbringlichen Auslöschung vieler Tierarten entwickelt, welche die Menschen belastet. Den Grund der Belastung sieht Horstmann in dem Verhältnis des Menschen zu den Tieren. Der Mensch lebte immer in einer Umwelt, die auch Tiere beinhaltete und ist aus seiner Geschichte ein Inter-Spezies-Wesen, dass immer in vielfältigen Beziehungen zu den Tieren um ihn herum existierte. So sieht Horstmann es als Antwort des Menschen auf diese drohende Katastrophe an, dass viele neue Allianzen zwischen Mensch und Tier entstanden sind, um einer menschlichen Zukunft ohne (Wild-)Tiere entgegenzuwirken. Einen Grund in der Reaktion auf diese drohende Einsamkeit des Menschen verortet Horstmann in dem Selbstverständnis des Menschen in Bezug auf den Sinngehalt des Lebens, der sich radikal verändern würde, wenn wir ohne die Tiere leben müssten. Aus dieser Perspektive des Inter-Spezies-Wesens und vor dem Hinblick auf das friedvolle Zusammenleben von Mensch und Tier im Paradies, nimmt Horstmann einen schroffen Kontrast zu der in diesen Tagen von vielen Menschen alltagsweltlich gelebten Realität in der Beziehung zwischen Mensch und Tier wahr.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der theologisch-ethischen Rechtfertigung der Jagd ein, stellt die Zielsetzung dar und erläutert die Perspektive des Autors als Jäger.
2 Einführung: Jagd und das Töten von Tieren in der Bibel und der Kirche: Dieses Kapitel prüft biblische Bezüge zum Stellenwert von Tieren und der Jagd sowie die geschichtliche Entwicklung des kirchlichen Umgangs mit diesem Thema.
3 Tiertheologische und tierethische Positionen zur Jagd und dem Töten von Tieren: Hier erfolgt die detaillierte Analyse und Rekonstruktion der Positionen von Simone Horstmann und David L. Clough zur Tiertheologie und Ethik, gefolgt von einem Vergleich beider Autoren.
4 Fazit: Wie kann Jagd ethisch und theologisch vertretbar sein?: Der Autor reflektiert seine eigene Praxis, setzt diese in Bezug zu den analysierten Theorien und zieht persönliche Folgerungen aus der Auseinandersetzung.
Jagd, Tierethik, Tiertheologie, Simone Horstmann, David L. Clough, Christliche Ethik, Schöpfung, Fleischkonsum, Schöpfungsethik, Tierleid, Waidgerechtigkeit, Mensch-Tier-Verhältnis, Naturschutz, Tierschutz, Erlösung
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob und wie die Jagd und das Töten von Tieren aus theologisch-ethischer Perspektive in Deutschland gerechtfertigt werden können.
Kerngebiete sind der biblische Stellenwert von Tieren, die tierethischen Positionen von Simone Horstmann und David L. Clough, die kirchliche Tradition der Jagd sowie die praktische Anwendung dieser Theorien auf die heutige Jägerschaft.
Ziel ist es, eine Antwort auf die Frage zu finden, inwiefern eine theologisch und ethisch vertretbare Jagdpraxis unter Berücksichtigung moderner tiertheologischer Erkenntnisse möglich ist.
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und Rekonstruktion zeitgenössischer tiertheologischer Positionen sowie die Methode der persönlichen ethischen Reflexion und Anwendung auf die eigene jagdliche Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in eine biblische und historische Analyse, die detaillierte Darstellung der Positionen von Horstmann und Clough, einen systematischen Vergleich dieser Positionen und eine kritische Auseinandersetzung anhand der eigenen Jagderfahrung.
Zentrale Begriffe sind Jagdethik, Tiertheologie, Schöpfungsverantwortung, Christliche Tierethik, Fleischkonsum, Naturschutz und Gerechtigkeit gegenüber Mitgeschöpfen.
Während Horstmann die Tötung von Tieren grundsätzlich und moralisch ablehnt und eine stärkere Dichotomie zwischen menschlichem Handeln und tierischer Würde sieht, ist Clough differenzierter: Er hält die Jagd unter sehr spezifischen Bedingungen (Nahrungsnot, hoher Respekt vor dem Leben) für legitim, lehnt sie aber aus Sport- oder Luxusgründen kategorisch ab.
Der Autor passt seine Praxis an, indem er auf den Abschuss von Jungtieren verzichtet, vermehrt auf Schießtraining setzt, Totschlagfallen durch Lebendfallen ersetzt und eine tiefere Würdigung der erlegten Tiere durch vollständige Verwertung und Respekt vor dem jagdlichen Brauchtum praktiziert.
Die Schöpfungstheologie bildet das Fundament, auf dem die Verantwortung des Menschen gegenüber Tieren ruht; der Mensch ist nicht Herrscher im Sinne egoistischer Machtansprüche, sondern berufener Schützer des durch Gott geschaffenen Lebens.
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