Bachelorarbeit, 2023
90 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
1.1 Hintergrund und Ausgangssituation
1.2 Forschungsziel
1.3 Beschreibung des Forschungsdesigns
2 Hauptteil
2.1 Detailbeschreibung des Forschungsgegenstandes und Stand der Forschung
2.1.1 Inobhutnahme von Kindern
2.1.2 Professionelle Beziehungsgestaltung
2.1.3 Forschungsstand
2.2 Plausibilisierung des Forschungs- und Untersuchungsplans
2.2.1 Theoretischer Rahmen: Der personenzentrierte Ansatz nach Carl Rogers
2.2.2 Methodenauswahl und Beschreibung der Hauptkategorien
2.2.3 Stichprobe, Datenerhebung und -aufbereitung
2.2.4 Datenauswertung
2.2.5 Gütekriterien und Limitationen
2.3 Ergebnisse
2.3.1 Ergebnisse der Interviews
2.3.2 Ergebnisse der Literaturrecherche
2.4 Diskussion der Ergebnisse
2.5 Fazit für die Praxis
3 Schluss
3.1 Zusammenfassung
3.2 Weitere Wissenschaftliche Anschlussmöglichkeiten
3.3 Perspektiven für das Praxisfeld
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Wirkfaktoren des personenzentrierten Ansatzes nach Carl Rogers – Kongruenz, Wertschätzung und Empathie – in der professionellen Beziehungsgestaltung zwischen Fachkräften und Kindern während einer Inobhutnahme zur Anwendung kommen und welche Bedeutung diese für das Wohlbefinden der Kinder haben.
2.1.2 Professionelle Beziehungsgestaltung
Der Begriff Professionalität ist eng an den Typus der professionellen Handlung gebunden. Die Professionalität umfasst Voraussetzungen, welche erfüllt werden müssen. Dazu zählen das Verfügen über Fachkenntnisse, Alltagspraxen, Handlungsmuster, soziale Kompetenzen und eine Routine in der Interaktions- und Beziehungsgestaltung. Durch den gezielten Einsatz der beschriebenen Kompetenzbereiche und Abläufe kann von einer professionellen Haltung/Handlung gesprochen werden (vgl. Helsper, 2021, S. 55-56).
Eine Beziehung umfasst eine Interaktionsreihe zwischen zwei Menschen. Jede Interaktion des jeweiligen Individuums wird von eigenen Erfahrungen und künftigen Erwartungen geprägt und kann den weiteren Verlauf der Beziehung beeinflussen (vgl. Asendorpf, Banse, Neyer, 2017, S. 9-10). Sie lässt sich von einer einmaligen flüchtigen Begegnung und dem Charakter der Unverbindlichkeit abgrenzen (vgl. Jungmann, Reichenbach, 2011, S. 40). Eine Beziehung lässt sich zwischen einer Rollenbeziehung und einer persönlichen Beziehung unterscheiden (vgl. Oevermann 1996, zitiert nach Böhle, Grosse, Schrödter, van den Berg, 2012, S. 188). Erstere beschreibt eine Beziehung, in der sich die Interaktionspartner in ihrer zugeschriebenen Rolle begegnen, beispielweise in der Beziehung zwischen Arzt und Patient. Das Bündnis umfasst wechselseitige Erwartungen, welche Aufgrund der zugeschriebenen Rollen bestehen. Diese Form von Beziehung wird oft als unpersönlich und starr beschrieben. Eine persönliche Beziehung beginnt, wenn die wechselseitige Interaktion nicht ausschließlich durch Rollenerwartungen geprägt ist (vgl. Jungmann & Reichenbach, 2011, S. 40). Sie charakterisiert sich dadurch, dass die persönliche Identität Vorrang gegenüber der sozialen Rolle besitzt (vgl. Gahleitner, 2020, S. 36). Des Weiteren kann eine dritte Unterscheidung, die pädagogische Beziehung, erfolgen. Allgemein handelt es sich bei der pädagogischen Beziehung vor allem zu Beginn des Kontrakts um eine Rollenbeziehung, da sie sich durch institutionell festgelegte Kontinuitäten, festgelegten Rollen, der Vorbildfunktion und konzeptionell festgelegten Zielen auszeichnet.
1 Einleitung: Beleuchtet die aktuelle Situation der Inobhutnahme in Deutschland sowie das Forschungsziel und das gewählte Forschungsdesign der Bachelorarbeit.
2 Hauptteil: Analysiert den Forschungsgegenstand, diskutiert den PZA als theoretischen Rahmen und präsentiert die Ergebnisse der qualitativen Interviews sowie der Literaturrecherche im Kontext professioneller Beziehungsgestaltung.
3 Schluss: Fasst die Kernergebnisse zusammen, diskutiert wissenschaftliche Forschungslücken und leitet Perspektiven für das Praxisfeld der sozialen Arbeit ab.
Inobhutnahme, Beziehungsgestaltung, Personenzentrierter Ansatz, Carl Rogers, Kongruenz, Wertschätzung, Empathie, Stationäre Kinder- und Jugendhilfe, Professionelle Nähe, Distanz, Kindeswohl, Clearingverfahren, Pädagogische Beziehung,Qualitative Forschung, Sozialarbeit.
Die Arbeit analysiert, wie pädagogische Fachkräfte in Schutzstellen für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren professionelle Beziehungen gestalten, während sie den personenzentrierten Ansatz nach Carl Rogers anwenden.
Die Schwerpunkte liegen auf der Inobhutnahme, der Ausgestaltung professioneller Nähe und Distanz sowie der praktischen Umsetzung der Wirkfaktoren Kongruenz, Wertschätzung und Empathie.
Das Ziel ist es zu untersuchen, welche Wirkfaktoren des PZA die Beziehungsgestaltung in der komplexen Phase der Inobhutnahme begünstigen und wie diese professionell umgesetzt werden können.
Die Autorin nutzt einen qualitativen Forschungsansatz. Es wurden leitfadengestützte Interviews mit sechs Fachkräften geführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Beschreibung des Forschungsgegenstandes, die Plausibilisierung des Untersuchungsplans (inklusiv PZA) und die detaillierte Darstellung sowie Diskussion der Interview- und Literaturergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Inobhutnahme, professionelle Beziehungsgestaltung, der personenzentrierte Ansatz nach Rogers, sowie die Variablen Kongruenz, Wertschätzung und Empathie.
Die Inobhutnahme bedeutet oft einen abrupten Beziehungsabbruch zu den Eltern, eine neue Wohnumgebung und die Konfrontation mit fremden Betreuungspersonen, was hohe Anforderungen an die Bewältigungsfähigkeit des Kindes stellt.
Selbstreflexion ist essenziell, um das professionelle Nähe-Distanz-Verhältnis im Gleichgewicht zu halten, eigene Emotionen im Umgang mit den Kindern zu prüfen und so die Qualität der Beziehungsarbeit sicherzustellen.
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