Masterarbeit, 2008
109 Seiten, Note: 1,3
1 Situation
1.1 Arbeitssystem Krankenhaus
1.2 Patientensicherheit in der Medizin
2 Problemstellung
3 Ziel der Arbeit
4 Theoretischer Bezugsrahmen
4.1 Fehlertheorie nach Reason
4.2 Handeln unter Unsicherheit
4.3 Mensch, Technik und Organisation
5 Methodisches Vorgehen zur Entwicklung
5.1 Abgrenzung und Beschreibung des Problembereichs
5.2 Analyse bestehender Lösungsansätze
5.3 Anforderungskatalog für die zu entwickelnde Vorgehensweise
5.4 Entwicklung der Vorgehensweise
5.5 Praktische Erprobung der Vorgehensweise
6 Ergebnisse der Entwicklung
6.1 Abgrenzung und Beschreibung des Problembereichs
6.1.1 Patientensicherheit - wie groß ist das Problem
6.1.2 Mögliche Ursachen des Problems
6.1.3 Zukünftige Entwicklungen
6.2 Bestehende Lösungsansätze
6.2.1 Komplexitätsbewältigung, Partizipation und Empathie
6.2.2 Identifikation, Analyse und Bewertung
6.3 Definition des Anforderungskatalogs
6.4 Die SPS-Vorgehensweise
6.5 Vorstudie zum innerklinischen Intensivtransport
7 Transfer auf andere risikokritische Arbeitssysteme
8 Diskussion
8.1 Diskussion der SPS-Vorgehensweise
8.2 Diskussion des methodischen Vorgehens zur Entwicklung
9 Ausblick
Die Masterarbeit hat zum Ziel, eine systematische Vorgehensweise zur Verbesserung der Patientensicherheit (SPS - Systematische PatientenSicherheit) zu entwickeln. Im Zentrum steht dabei die Analyse von Fehlerursachen in komplexen medizinischen Arbeitssystemen, um daraus wirksame und nachhaltige Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten, die über die bloße Schuldzuweisung hinausgehen.
Aktives und latentes menschliches Versagen
Als aktives Versagen werden unsichere Handlungen bezeichnet, die z.B. von Chirurgen, Anästhesisten oder Krankenschwestern an der Schnittstelle zwischen Mensch und System begangen werden. Die Handlungen des Menschen an der Schnittstelle Mensch/System können bzw. haben unmittelbare Auswirkungen (vgl. Reason, 1995, S. 82).
Latentes Versagen kann durch Entscheidungen entstehen, die auf höheren Stufen einer Organisation gefällt werden. Die Auswirkungen können so lange verdeckt bleiben, bis sie durch das Zusammentreffen mit lokalen Faktoren und durch das Durchdringen der Sicherheitsbarrieren des Systems sichtbar werden (vgl. Reason, 1995, S. 82).
1 Situation: Einführung in die Problematik risikokritischer Arbeitssysteme im Krankenhaus und die wachsende Bedeutung der Patientensicherheit.
2 Problemstellung: Aufzeigen der Notwendigkeit eines systematischen Paradigmenwechsels in der Fehlerbetrachtung innerhalb des Krankenhauses.
3 Ziel der Arbeit: Definition der Entwicklung der SPS-Vorgehensweise als Instrument zur nachhaltigen Verbesserung der Patientensicherheit.
4 Theoretischer Bezugsrahmen: Darstellung der Faktoren Mensch, Technik und Organisation sowie relevanter Fehlertheorien nach Reason.
5 Methodisches Vorgehen zur Entwicklung: Anwendung des Systems Engineering Modells zur systematischen Entwicklung der SPS-Methodik.
6 Ergebnisse der Entwicklung: Detaillierte Herleitung der SPS-Vorgehensweise, inklusive Situationsanalyse und Erprobung am Beispiel des Intensivtransports.
7 Transfer auf andere risikokritische Arbeitssysteme: Analyse der Übertragbarkeit der methodischen Erkenntnisse auf Bereiche wie die Luftfahrt.
8 Diskussion: Kritische Reflexion der erreichten Praktikabilität und der methodischen Grenzen der Arbeit.
9 Ausblick: Identifikation weiterer Forschungspotenziale und Integration des PDCA-Zyklus zur kontinuierlichen Verbesserung.
Patientensicherheit, Human Factors, Fehlertheorie, Arbeitssystem Krankenhaus, Intensivtransport, System Engineering, Risikomanagement, Sicherheitskultur, FMEA, FTA, Partizipation, Prozessoptimierung, Medizintechnik, Fehlerkultur, SPS-Vorgehensweise.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines systematischen Ansatzes zur Steigerung der Patientensicherheit im Krankenhausumfeld durch arbeitswissenschaftliche Methoden.
Die Arbeit verknüpft das Fehlermanagement mit arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zu den Faktoren Mensch, Technik und Organisation, insbesondere im Kontext von komplexen Klinikprozessen.
Das Hauptziel ist die Konzeption und Erprobung der "SPS" (Systematische PatientenSicherheit), um Fehler in ihrer Entstehung zu verhindern und Sicherheitsstrukturen zu verbessern.
Die Arbeit nutzt das Problemlösungsmodell des Systems Engineering sowie bewährte Analysemethoden wie FMEA und FTA, angepasst an den medizinischen Bereich.
Neben theoretischen Grundlagen wird das methodische Vorgehen definiert und die SPS-Vorgehensweise entwickelt, welche anschließend an einer Vorstudie zum innerklinischen Intensivtransport erprobt wird.
Die zentralen Begriffe umfassen Patientensicherheit, System Engineering, Human Factors, Sicherheitskultur und Risikomanagement.
Der Intensivtransport gilt als besonders komplikationsträchtig und komplex, da hier unter hohem Zeitdruck hochspezialisierte Technik und menschliches Handeln in einem fragmentierten System interagieren müssen.
Die Arbeit analysiert Parallelen zur Luftfahrt und kommt zu dem Schluss, dass die systemorientierte Vorgehensweise aufgrund struktureller Ähnlichkeiten in sicherheitskritischen Bereichen generell übertragbar ist.
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