Examensarbeit, 2009
49 Seiten, Note: 1
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
Einleitung
1. Vorbetrachtungen
1.1 Zum Stand der Forschung
1.2 Grundlagen und Ziel der Reihe
1. 3 Lerngruppenanalyse und allgemeine Rahmenbedingungen
1.4 Didaktische Begründung des Themas
1.5 Arbeitshypothesen und Möglichkeiten der Überprüfung
2. Produktionsorientierter Literaturunterricht
2.1 Theoretische Grundlagen produktiver Verfahren
2.2 Vorstellung einzelner Methoden
2.3 Evaluation der Reihe
2.4 Skizzierung der Unterrichtsreihe
2.5 Durchführung und Analyse ausgewählter Stunden-schwerpunktartige Vorstellung der Reihe
3. Reflexion der Unterrichtseinheit
3.1 Subjektive Einschätzung der Unterrichtseihe
3.2 Evaluation auf Basis eines erstellten Fragebogens
3.3 Konsequenzen für eine praktische Umsetzung produktionsorientierter Verfahren – Reihe wiederholbar?
3.4 Verbesserungsvorschläge
4. Schlussbetrachtung
Die Arbeit zielt darauf ab, produktionsorientierte Methoden im Literaturunterricht einer 10. Klasse zu erproben und zu untersuchen, inwieweit diese den Zugang zu moderner Großstadtlyrik erleichtern und Interpretationsängste bei den Schülern abbauen können.
a) Textreduktion
Diese Methode konzentriert sich vorwiegend auf den syntaktischen Bereich der Sprache. Es wird davon ausgegangen, dass das Wort eine grundlegende eigene und sprachliche Bedeutung hat, aber seinen Sinn erst in Form eines Satzes erhält. In Hinblick auf die Lyrik ergibt sich die problematische Fragestellung, in welcher Art und Weise syntaktische Sinnzusammenhänge lyrische Bedeutung erlangen. Reduktionen im Bereich der Syntax, wie beispielsweise Ellipsen, gelten als ein mögliches rhetorisches Mittel und zur Unterstreichung zentraler Gedankengänge. Waldmann schlägt an dieser Stelle einen weit radikaleren Schritt vor: Syntaktische Reduktionen sollen derart vorangetrieben werden, so dass schließlich nur noch Kernworte bzw. Kernwortgruppen übrigbleiben. Er schlägt dabei ein Skelettgedicht-Spiel vor. Ziel dieser Methode ist es, eine Basis für die Produktion (eigener) lyrischer Texte zu schaffen. Ein weitaus wichtiger Aspekt ist in diesem Kontext die Einfachheit des Verfahrens: Waldmann behauptet, es sei sehr wirkungsvoll und zudem simpel und stütze eine Interpretation, da es insbesondere unerfahrenen Schülern ermöglicht wird, persönliche Auffassungen lyrischer Vorgänge und Handlungen zu verbalisieren – das eigene Verständnis komplexer Texte könne selbst und in ansprechender weise dargestellt werden. Konkret wird hierbei ein Gedicht ausgewählt, dass vom Schwierigkeitsgrad ein hohes (Abstraktions-)Niveau verlangt. Wortgruppen, Kernaussagen bzw. Kernworte, die den Sinn des Textes kennzeichnen, sollen unterstrichen werden. Im Anschluss daran, werden diese herausgeschrieben und geglättet.
1. Vorbetrachtungen: Erläuterung der theoretischen Grundlagen, des Forschungsstandes und der Rahmenbedingungen der Lerngruppe sowie Formulierung der zentralen Arbeitshypothesen.
2. Produktionsorientierter Literaturunterricht: Darlegung der fachdidaktischen Konzepte, Vorstellung der angewandten Methoden und Skizzierung des zeitlichen Verlaufs der Unterrichtsreihe.
3. Reflexion der Unterrichtseinheit: Kritische Auswertung der gewonnenen Ergebnisse, Analyse der Fragebögen und Diskussion der Konsequenzen für den praktischen Einsatz produktiver Verfahren.
4. Schlussbetrachtung: Synthese der Erkenntnisse über die Eignung und Grenzen produktionsorientierter Verfahren im Deutschunterricht.
Produktionsorientierter Literaturunterricht, Großstadtlyrik, Gedichtinterpretation, Lesekompetenz, Schreibkompetenz, Handlungs- und Produktionsorientierung, Kreatives Schreiben, Waldmann, Rezeptionsästhetik, Differenzerfahrung, Textreduktion, Metaphern, Unterrichtsevaluation, Deutschdidaktik, Leistungsbeurteilung
Die Arbeit untersucht den Einsatz produktionsorientierter Methoden im Deutschunterricht einer 10. Klasse, um den Zugang zu komplexer Großstadtlyrik des 20. Jahrhunderts zu verbessern.
Die Themenfelder umfassen die Theorie produktiver Verfahren, deren konkrete praktische Umsetzung im Unterricht, die Analyse der Schülerreaktionen sowie die Herausforderungen bei der Bewertung solcher Ansätze.
Das primäre Ziel ist es, zu prüfen, ob handlungs- und produktionsorientierte Verfahren dazu beitragen können, Interpretationsängste bei Schülern abzubauen und das Verständnis für lyrische Texte nachhaltig zu fördern.
Die Untersuchung basiert auf einer Kombination aus theoretischer Aufarbeitung (nach Waldmann) und einer empirischen Unterrichtsreihe, die mittels Fragebögen und direkter Beobachtung evaluiert wurde.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen des produktionsorientierten Unterrichts skizziert, einzelne Methoden wie Textreduktion oder Umschreiben in Prosa vorgestellt und die Unterrichtsreihe sowie deren Evaluation detailliert analysiert.
Zu den Kernbegriffen gehören produktionsorientierter Unterricht, Großstadtlyrik, Gedichtinterpretation, Kompetenzzuwachs, Lesekompetenz und Methodik der Deutschdidaktik.
Die Reaktionen waren heterogen: Während viele Schüler motiviert waren, zeigte sich insbesondere bei analytisch orientierten Lernenden Skepsis, da produktive Aufgaben zeitintensiv sind und die Angst vor Fehlinterpretationen nicht vollständig beseitigen konnten.
Die Arbeit stellt heraus, dass produktionsorientierte Phasen sehr zeitintensiv sind und eine flexible Planung erfordern, was im Kontext von klassischem Unterrichtsalltag und festen Lehrplänen ein erhebliches Hindernis darstellen kann.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein objektives Benoten kaum möglich und pädagogisch oft nicht begründbar ist, da die individuellen Deutungen und experimentellen Prozesse im Vordergrund stehen sollten.
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