Examensarbeit, 2009
83 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Zum Stand der zeitgeschichtlichen Forschung bezüglich des Verhaltens des DFB zur Zeit des Nationalsozialismus
3. Begriffsbestimmung "Ideologie"
3.1 Die Mehrdeutigkeit des Ideologiebegriffs
3.2 Kennzeichen von Ideologie und Klassifikation des Nationalsozialismus als eine ideologische Bewegung
4. Die programmatisch-ideologische Ebene der körperlichen Erziehung im Kontext der erziehungspolitischen Grundsätze des Nationalsozialismus
4.1 Ausrichtung der schulischen Leibeserziehung auf militärische und (kriegs-)politische Ziele
4.2 Einführung der „Dritten Turnstunde“ in den Schulunterricht – programmatische Anpassung an die nationalsozialistische Ideologie
4.3 Die geistig-ideologische Zweckbestimmung des Fußballspiels
5. Entwicklung des DFB vom Gründungsakt bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten (1933)
5.1 Gründungsakt des deutschen Fußballs (DFB) und die sportpolitisch-gesellschaftliche Entwicklung in der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts
5.2 Das Verhalten des DFB im Vorfeld des Ersten Weltkrieges – Militarismus und Nationalismus als ideologische Ausrichtung
5.3 Die Auswirkungen des verlorenen Weltkrieges auf das Selbstverständnis des Fußballbundes und seine ideologisch politische Neuorientierung
5.4 Die sportpolitische Entwicklung des DFB in der Weimarer Republik
5.4.1 Der DFB in der Auseinandersetzung mit der Professionalisierung des deutschen Fußballs
6. Der DFB und der Fußballsport zur Zeit des Nationalsozialismus
6.1 Die Neuorganisation des Sports im "Dritten Reich" – Gleichschaltung und Führerprinzip
6.2 Rassismus und Antisemitismus im Fußballsport
6.3 Die Rolle des DFB im „Dritten Reich“: Täterschaft, Mitläufertum oder Insubordination? – Eine Bestandsaufnahme
6.4 Ideologisch-dogmatische Neuausrichtung des DFB im Zuge der Gleichschaltung des Sports – Gesinnungsbekenntnisse
6.5 Machtpolitisch-ökonomische Bestrebungen im DFB in Zeiten der Umstrukturierung des Sports
7. Spielball der Politik – Die deutsche Fußballnationalmannschaft im Dienst des NS-Regimes
7.1 Die Instrumentalisierung der Nationalmannschaft für die propagandistischen Ziele der Nationalsozialisten nach der Machtübernahme
7.2 Die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin – Selbstinszenierung der NS-Ideologie im Sport
7.2.1 Stand der Forschung und Themenausblick bezüglich der Olympiade 1936
7.2.2 Boykottbestrebungen des Auslands im Vorfeld der Olympischen Spiele
7.2.3 Boykottbestrebungen im Inland und Propagandawirkung der Spiele – Die Olympischen Spiele 1936 als friedlicher Deckmantel einer kriegstreibenden Nation
7.2.4 Fußball bei den Sommerspielen 1936 – Olympisches Debakel im Heimatland
7.3 Die Nationalmannschaft als Aktivposten der Außendarstellung ab 1936
7.4 Das Reichsfachamt Fußball im Zweiten Weltkrieg – Im Einsatz für den nationalsozialistischen Krieg
8. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht den Fußballsport in Deutschland im Zeitraum von 1900 bis 1945, mit besonderem Fokus auf die politisch-ideologische Instrumentalisierung durch den Nationalsozialismus und das Verhalten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in diesem Kontext.
4.3 Die geistig-ideologische Zweckbestimmung des Fußballspiels
Die Festlegung darauf, Kampfspiele im Rahmen der „Dritten Turnstunde“ in der Mittelstufe einzuführen, macht deutlich, dass der Sinn dieser zusätzlichen Ertüchtigungsform nicht in einer pädagogischen Maßnahme begründet lag, sondern vielmehr eine Erziehung zum Kampf gegen einen Gegner im Mittelpunkt stand. Bezeichnend ist hierbei schon der Gebrauch des Terminus „Kampfspiele“, der die Doppelsinnigkeit bereits andeutet. Die Erziehungsprotagonisten im NS-Staat erhofften sich, dass Werte wie Disziplin, Opferbereitschaft, Gemeinschaftsgeist und Gehorsam positiv durch das Fußballspiel gefördert werden würden. Peiffer führt hierzu aus, dass „mit der Heraushebung des Mannschaftsgedankens die Volksgemeinschaftsideologie, ein dominantes Element des nationalsozialistischen Ideenkonglomerats, auf die schulsportliche Erziehung übertragen wurde.“ Neben der Erziehung zur Mannschaftszucht sollten im Fußballspiel ebenfalls die Schulung der individuellen Tugenden wie kämpferischer Einsatz und aggressive Härte forciert werden.
1. Einleitung: Einführung in das Massenphänomen Fußball und die wissenschaftliche Problemstellung der politisch-ideologischen Instrumentalisierung.
2. Zum Stand der zeitgeschichtlichen Forschung bezüglich des Verhaltens des DFB zur Zeit des Nationalsozialismus: Überblick über die historiographische Aufarbeitung der Verbandsgeschichte nach 1945.
3. Begriffsbestimmung "Ideologie": Theoretische Grundlagen zur Definition des Ideologiebegriffs und Einordnung des Nationalsozialismus als Ideologie.
4. Die programmatisch-ideologische Ebene der körperlichen Erziehung im Kontext der erziehungspolitischen Grundsätze des Nationalsozialismus: Analyse der schulischen Leibeserziehung und der ideologischen Zweckbestimmung von Sport und Fußball.
5. Entwicklung des DFB vom Gründungsakt bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten (1933): Historische Analyse der Verbandsentwicklung, des Verhältnisses zum Staat und der professionellen Strukturen vor 1933.
6. Der DFB und der Fußballsport zur Zeit des Nationalsozialismus: Untersuchung der Gleichschaltung, des Rassismus und der Rolle der Funktionselite während der NS-Herrschaft.
7. Spielball der Politik – Die deutsche Fußballnationalmannschaft im Dienst des NS-Regimes: Untersuchung der propagandistischen Nutzung der Nationalmannschaft und der Olympischen Spiele 1936.
8. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung des Verhaltens des DFB und Beantwortung der zentralen Forschungsfragen.
Deutscher Fußball-Bund, DFB, Nationalsozialismus, NS-Ideologie, Sportpolitik, Instrumentalisierung, Fußball, Gleichschaltung, Führerprinzip, Olympische Spiele 1936, Antisemitismus, Propaganda, Volksgemeinschaft, Wehrhaftigkeit, Sportgeschichte
Die Arbeit analysiert die Verstrickung des Fußballsports und des DFB in die NS-Ideologie und zeigt auf, wie der Sport gezielt als politisches Herrschaftsinstrument instrumentalisiert wurde.
Die Themenfelder umfassen die Ideologietheorie, die Transformation des Sports im Dritten Reich, die Rolle des DFB bei der Gleichschaltung sowie die propagandistische Verwendung der Nationalmannschaft.
Ziel ist es, das Verhalten des DFB und der Fußballfunktionäre im Nationalsozialismus zu untersuchen und zu bewerten, ob und in welchem Ausmaß der Verband ideologisch handelte oder opportunistische Motive verfolgte.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung existierender geschichtswissenschaftlicher Quellen, Archive und zeitgenössischer Dokumente zur Sportgeschichte.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Ideologiebestimmung, die Analyse der Leibeserziehung, die Geschichte des DFB von 1900 bis 1933 und die detaillierte Untersuchung der Jahre 1933 bis 1945.
Wichtige Begriffe sind DFB, NS-Ideologie, Gleichschaltung, Sportpolitik, Instrumentalisierung und Propaganda.
Der DFB reagierte überwiegend wohlwollend und kooperativ. Die Funktionselite blieb weitgehend unverändert, da sie sich den neuen Machthabern schnell anpasste und ihre Interessen unter den neuen Bedingungen zu sichern versuchte.
Der Fußball diente als Mittel der Selbstinszenierung des Regimes, um Stabilität und Überlegenheit zu demonstrieren. Das sportliche Debakel gegen Norwegen führte jedoch zu Spannungen und persönlichen Konsequenzen für den Trainer.
Ja, der DFB setzte den Ausschluss jüdischer Funktionäre und Mitglieder durch Erlasse um und folgte damit der antisemitischen Rassenpolitik der Nationalsozialisten.
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