Diplomarbeit, 2008
149 Seiten, Note: 1.0
VORWORT
0 EINLEITUNG UND ANSATZ DER ARBEIT
0.1 AUFBAU
0.2 ABGRENZUNG
1 GOTT UND KÖRPER IN DER CHRISTLICHEN BOTSCHAFT
1.1 BEGRIFFSKLÄRUNG UND INHALT VON KÖRPER UND LEIB
1.2 DER MENSCH UND SEIN KÖRPER IN DER GANZHEITLICHEN SICHT DER BIBLISCHEN BOTSCHAFT
1.2.1 Zeugnisse aus dem Alten Testament
1.2.2 Exkurs: Begegnung des jüdisch-christlichen Denkens mit dem griechisch hellenistischen Dualismus
1.2.3 Überlieferungen aus dem Neuen Testament
1.2.3.1 Ganzheitliche Sicht der Leiblichkeit bei den Synoptikern
1.2.3.2 Leiblichkeit bei Paulus
1.2.3.3 Fleisch-Menschwerdung Gottes im Johannesevangelium
1.3 Geist-Leib-Personen-Einheit in der Tradition der katholischen Kirche
1.3.1 Leib und Seele als Spannungseinheit bei Thomas von Aquin
1.3.2 Aussagen des II. Vatikanums
2 ANSATZ DES AIKIDŌ
2.1 GESCHICHTLICH-PHILOSOPHISCHER HINTERGRUND VON AIKIDŌ
2.2 AIKIDŌ - ENTSTEHUNGSGESCHICHTE
2.3 AI-KI-DŌ BEGRIFFSKLÄRUNG
2.4 TECHNISCHE GRUNDLAGEN UND PRINZIPIEN
2.5 DAS PRINZIP DES AIKI
2.6 AIKIDŌ UND MEDITATION
2.7 SPIRITUELL-RELIGIÖSE BOTSCHAFT DES AIKIDŌ
3 CHRISTLICHE BOTSCHAFT UND AIKIDŌ
3.1 GANZHEITLICHKEIT
3.2 RESPEKT VOR DER WÜRDE DES MENSCHEN IN SEINER GANZHEITLICHEN DIMENSION
3.3 SPIRITUELL-RELIGIÖSE EBENE
4 AIKIDŌ IM BLICKWINKEL DER PASTORALEN PRAXIS – EINE HILFE ZUR PRAKTISCHEN EINÜBUNG IN DIE NACHFOLGE JESU HEUTE
4.1 NACHFOLGE JESU
4.2 DIE ZEICHEN DER ZEIT
4.2.1 Pluralisierung und Fragmentarisierung
4.2.2 Werteverlust und die Entwürdigung des menschlichen Körpers
4.2.3 Zerstörerische Gewalt als Folge des mangelnden Respekts und der mangelnden Achtung vor der Würde des Menschen und seiner Leiblichkeit
4.3 AIKIDŌ UND DER PASTORAL-PSYCHOLOGISCHE ANSATZ DER SCHLÜSSELMETHODE VON KARL FRIELINGSDORF – EINE ANNÄHERUNG
4.3.1 Pastoral-psychologischer Ansatz der Schlüsselmethode von Karl Frielingsdorf
4.3.1.1 Bedeutung des Körpers im ganzheitlichen Ansatz der Schlüsselmethode
4.3.2 These einer christlichen Deutung der Prinzipen des Aikidō in Annäherung an die Schlüsselmethode
4.3.2.1 Aikidō und Gottesbegegnung
5 RESÜMEE UND AUSBLICK
6 GRAPHISCHE UMSETZUNG
Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen der ganzheitlichen christlichen Botschaft und der fernöstlichen Kampfkunst Aikidō, um Aikidō als Methode zur praktischen Einübung in die christliche Nachfolge Jesu in einer modernen, säkularisierten Gesellschaft fruchtbar zu machen.
1.1 Begriffsklärung und Inhalt von Körper und Leib
Trotz der deutschsprachigen Differenzierung der Begriffe ‚Körper‘ und ‚Leib‘ werden diese umgangssprachlich beinahe unterschiedslos verwendet. Wenn auch der Begriff ‚Körper‘ den Leib-Begriff aus der sprachlichen Landschaft weitgehend verdrängt hat, hat der Begriff Körper nicht automatisch alle Bedeutungen des Leib-Begriffs ersetzt. Hier ist an die Verwendung des Leib-Begriffes in Bezug auf den Leib Christi oder bestimmte Komposita wie Unterleib, Mutterleib hinzuweisen. Die Etymologie kennt den Begriff ‚Körper‘, mittelhochdeutsch koerper, körper, als ein seit dem 13. Jh. bezeugtes Substantiv, das aus dem lateinischen corpus, entlehnt wurde und das aus dem 8. Jh. bezeugten Substantive ‚Leib‘ und ‚Leiche‘ ersetzte. Das Wort ‚Leib‘, mittelhochdeutsch lip, lib, ist mit dem Wort ‚Leben‘, das aus dem germanischen leiba stammte, verwandt. Auf den ersten Blick scheint auf Grund der Verwandtschaft des ‚Leib-Begriffs‘ mit ‚Leben‘, ‚Leib‘ dieser Begriff einseitig gegenüber dem Begriff ‚Körper‘ aufgewertet. Jedoch muss differenzierter gesehen werden, dass das Wort corpus, das mit dem althochdeutschen Wort href (Leib, Mutterleib) urverwandt ist, deutlich vom Begriff cadaver, im Sinne von ‚toter Körper‘ zu unterscheiden ist. So deutet die etymologische Rekonstruktion an, dass die beiden Begriffe ‚Körper‘ und ‚Leib‘ eine gemeinsame Wurzel haben.
0 EINLEITUNG UND ANSATZ DER ARBEIT: Hinführung zur Problematik der Körper-Seele-Geist-Spaltung in der modernen Gesellschaft und Vorstellung des Ansatzes, Aikidō als Ganzheitlichkeitsweg zu nutzen.
1 GOTT UND KÖRPER IN DER CHRISTLICHEN BOTSCHAFT: Fundierung der ganzheitlichen Sichtweise des Menschen in der biblischen Offenbarung und der Tradition der katholischen Kirche.
2 ANSATZ DES AIKIDŌ: Historische und philosophische Herleitung des Aikidō sowie eine Erläuterung der technischen und spirituellen Prinzipien.
3 CHRISTLICHE BOTSCHAFT UND AIKIDŌ: Untersuchung der Kompatibilität zwischen der christlichen Botschaft und den Inhalten des Aikidō auf Basis der Ganzheitlichkeit.
4 AIKIDŌ IM BLICKWINKEL DER PASTORALEN PRAXIS – EINE HILFE ZUR PRAKTISCHEN EINÜBUNG IN DIE NACHFOLGE JESU HEUTE: Konkrete Anwendung des Aikidō-Ansatzes in der Seelsorge unter Einbeziehung pastoral-psychologischer Erkenntnisse.
5 RESÜMEE UND AUSBLICK: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung zur Zukunftsfähigkeit des gewählten Ansatzes in der Pastoral.
6 GRAPHISCHE UMSETZUNG: Visuelle Zusammenfassung der Zusammenhänge zwischen Schöpfung, Theologie und pastoraler Praxis.
Aikidō, Leiblichkeit, Ganzheitlichkeit, christliche Nachfolge, Pastoraltheologie, Schlüsselmethode, Karl Frielingsdorf, Geist-Leib-Personen-Einheit, Leib Christi, Gottesbegegnung, spirituelle Praxis, Inkulturation, Körper-Seele-Geist, Respekt, Menschenwürde.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie die fernöstliche Kampfkunst Aikidō als praktisches Instrument dienen kann, um den Menschen in seiner Ganzheit aus Körper, Seele und Geist neu für die christliche Nachfolge Jesu zu sensibilisieren.
Die Arbeit verbindet christliche Anthropologie, biblische Leibtheologie und die fernöstliche Philosophie des Aikidō, um sie in den Kontext der modernen Pastoralpsychologie zu stellen.
Ziel ist es, den "Zeichen der Zeit" entsprechend einen Weg aufzuzeigen, wie Menschen durch ganzheitliche Übung wieder zur Einheit mit Gott und sich selbst finden können.
Es handelt sich um eine systematisch-theologische und pastoral-psychologische Untersuchung, die durch Experteninterviews mit einem Aikidō-Trainer und einem Benediktinerpater empirisch ergänzt wird.
Im Hauptteil werden die biblische Anthropologie, die Entstehungsgeschichte des Aikidō, die pastorale Relevanz und die Integration der "Schlüsselmethode" von Karl Frielingsdorf thematisiert.
Die zentralen Begriffe sind Ganzheitlichkeit, Aikidō, Leiblichkeit, Nachfolge Jesu und pastorale Praxis.
Aikidō wird als Übungsweg begriffen, der hilft, Blockaden in der Wahrnehmung des eigenen Körpers abzubauen und den Körper als "Erfahrungsraum Gottes" zu entdecken.
Die Schlüsselmethode bietet eine Brücke, um persönliche Erfahrungen aus der Kindheit und emotionale Verfassungen durch die Arbeit am Körper aufzuarbeiten und in eine christliche Sinngebung zu überführen.
Ja, laut den Interviewpartnern der Arbeit kann Aikidō mit christlichen Inhalten gefüllt werden, sofern man die ursprüngliche spirituelle Ausrichtung als allgemeine Suche nach Harmonie und Liebe versteht.
Eine aufrechte, zentrierte Haltung im Aikidō korrespondiert mit einer inneren Haltung der Offenheit und Selbstachtung, die für den christlichen Glaubensweg als unterstützend angesehen wird.
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