Diplomarbeit, 2008
86 Seiten, Note: 2,3
0. Vorwort
I. Einleitung
II. Der Einsatz von Hunden in der Psychiatrie – in Theorie und Praxis
1. Psychiatrische Praxis
1.1 Was ist eine psychische Störung?
1.2 Behandlung von Menschen mit psychischen Störungen
1.2.1 Diagnostik und Therapie psychischer Störungen
1.2.2 Psychiatrische Versorgung in der BRD
1.2.3 Kritik am psychiatrischen Versorgungssystem
1.3 Soziale Arbeit in der Psychiatrie
1.3.1 Aufgaben eines Sozialarbeiters nach PsychPV
1.3.2 Soziale Psychiatrie
2. Einführung in die Tiergestützte Arbeit
2.1 Differenzierung der tiergestützten Interventionsformen
2.1.1 Tiergestützte Aktivität
2.1.2 Tiergestützte Fördermaßnahmen
2.1.3 Tiergestützte Pädagogik
2.1.4 Tiergestützte Therapie
2.2 Organisationsstruktur der tiergestützten Arbeit
2.2.1 Dachverbände
2.2.2 Qualitätssicherung
2.2.3 Forschung
2.2.4 Praxisprojekte
2.2.5 Aus- und Weiterbildung
2.3 Kritische Stimmen zum Thema Tiergestützte Interventionen
3. Aspekte der Hund – Mensch – Beziehung
3.1 Bindung – Beziehung – Kommunikation
3.2 Die Domestikation des Hundes
3.3 Bindung Hund – Mensch
3.4 Kommunikation Hund – Mensch
3.5 Der Hund in der Tiergestützten Arbeit
3.5.1 Anforderungen an Wesen und Verhalten des Hundes
3.5.2 Anforderungen an Erziehung und Gewöhnung des Hundes
4. Risiken und Chancen des Hundeeinsatzes in der Psychiatrie
4.1 Chancen des Hundeeinsatzes
4.1.1 Der positive Einfluss auf den psychischen Zustand des Menschen
4.1.2 Der positive Einfluss auf zwischenmenschliche Kontakte
4.2 Risiken des Hundeeinsatzes
4.2.1 Gefährdungen für den Menschen
4.2.2 Gefährdungen durch den Menschen
4.2.2.1 Eine neue Form des Missbrauchs?
5. Tiergestützte Interventionen mit dem Hund in Einrichtungen der ambulanten und stationären Psychiatrie
5.1 Praxisbeispiele aus der stationären Psychiatrie
5.1.1 Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Leipzig
5.1.2 Stationshund „Bonzo“ am Zentrum für Psychiatrie in Ravensburg
5.2 Praxisbeispiele aus der ambulanten Psychiatrie
5.2.1 Ambulanter Betreuungsdienst „Ein Stück Sonntag im Alltag“
5.2.2 Hundebesuchsdienst im Betreuten Wohnen des Bonner Caritasverbandes
III. Schlussbetrachtung
IV. Literaturverzeichnis
V. Anhang
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die methodischen Möglichkeiten des Einsatzes von Hunden als unterstützendes Medium in der psychiatrischen Versorgung. Ziel ist es, unter sozialpädagogischen Gesichtspunkten zu klären, inwieweit tiergestützte Interventionen die Rehabilitation und soziale Wiedereingliederung psychisch kranker Menschen fördern können.
1.2.3 Kritik am psychiatrischen Versorgungssystem
Trotz der Reformbestrebungen und des Grundsatzes „ambulant vor stationär“, gibt es noch Klienten, die zu lange stationär untergebracht sind. Insbesondere chronisch psychisch kranke Menschen und damit Langzeitpatienten, die länger als nötig und nicht nur zur Krisenintervention vollstationär untergebracht sind, haben unter zahlreichen Folgen zu leiden.
Folgende Kritikpunkte lassen sich angelehnt an Bosshard et al. (vgl. 2007, S.27) in Bezug auf die psychiatrische Klinik und die vorwiegende medizinisch-pharmakologische Behandlung von Menschen mit psychischen Störungen feststellen:
1) die psychiatrische Klinik als totale Institution birgt die Gefahr, ihre Patienten zu stigmatisieren.10
2) die Gefahr der sozialen Isolation und Hospitalismus11, insbesondere von chronisch psychisch kranken Menschen und Langzeitpatienten.
3) Zwangsbehandlung in Form von Freiheit entziehenden Maßnahmen durch das Verabreichen von Psychopharmaka zur Ruhigstellung oder die Fixierung mit Gurten.
Eine große Gefahr stellt für psychisch kranke Menschen die soziale Ausgrenzung dar, da der Betroffene mit jedem Klinikaufenthalt für eine Zeit von mindestens vier Wochen von seinem gewohnten sozialen Umfeld getrennt wird. Gegenmaßnahmen werden als Folge der Entstehung von Gemeinde- und Sozialpsychiatrie versucht zu treffen, indem die Bettenanzahl der Kliniken abgebaut wird und komplementäre, teilstationäre, ambulante sowie wohnortnahe Angebote geschaffen werden. Dazu wird, leider noch zu selten, Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit geleistet, um Vorurteile und Ängste der Gesellschaft gegenüber Menschen mit psychischen Störungen abzubauen. Auch wurde das Therapieangebot innerhalb der Kliniken immer mehr ausgeweitet, so dass sich neben der rein medizinischen medikamentösen Therapie psychosoziale Angebote wie Ergotherapie, Arbeitstherapie, Psychotherapie, Psychoedukation12, Gruppen zur kreativen, sportlichen oder entspannenden Betätigung zunehmend etablieren.
Psychiatrische Praxis: Dieses Kapitel erläutert das psychiatrische Versorgungssystem in Deutschland, definiert psychische Störungen und beleuchtet die Rolle der Sozialen Arbeit innerhalb dieses Sektors.
Einführung in die Tiergestützte Arbeit: Es erfolgt eine wissenschaftliche Differenzierung der verschiedenen Interventionsformen sowie eine Darstellung der Organisationsstrukturen und Ausbildungsstandards in diesem Fachbereich.
Aspekte der Hund – Mensch – Beziehung: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Voraussetzungen für die Bindung zwischen Mensch und Hund und definiert Anforderungen an Wesen, Erziehung und Haltung von Tieren im therapeutischen Kontext.
Risiken und Chancen des Hundeeinsatzes in der Psychiatrie: Hier werden die potenziellen therapeutischen Vorteile (z.B. Motivationssteigerung, Kontaktvermittlung) kritisch gegen Risiken und ethische Herausforderungen wie den Tierschutz abgewogen.
Tiergestützte Interventionen mit dem Hund in Einrichtungen der ambulanten und stationären Psychiatrie: Anhand praktischer Fallbeispiele aus Kliniken und Betreuungsdiensten wird der Einsatz von Hunden in der konkreten psychiatrischen Arbeit präsentiert und evaluiert.
Tiergestützte Therapie, Psychiatrie, Sozialpädagogik, Hund-Mensch-Beziehung, Rehabilitation, Soziale Arbeit, Psychische Störungen, Therapiebegleithund, Ethik, Tierschutz, Sozialpsychiatrie, Ressourcenorientierung, Kommunikation, Intervention, Gesundheit.
Die Diplomarbeit untersucht den Einsatz von Hunden in der psychiatrischen Praxis aus einer sozialpädagogischen Perspektive und prüft dessen Nutzen für die Rehabilitation psychisch kranker Menschen.
Die Arbeit verknüpft das psychiatrische Versorgungssystem mit den theoretischen Konzepten der Mensch-Tier-Beziehung und der Praxis tiergestützter Interventionen unter Berücksichtigung ethischer Standards.
Ziel ist es, einen Überblick über verschiedene Interventionsmöglichkeiten mit Hunden zu geben und kritisch zu hinterfragen, wie diese als ressourcenorientierte Maßnahme in die Sozialtherapie integriert werden können.
Die Arbeit folgt einem hermeneutischen Ansatz, bei dem der Leser durch Theorie, Praxisbeispiele und kritische Reflexion schrittweise zu einem ganzheitlichen Verständnis der Thematik geführt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der psychiatrischen Versorgungsstrukturen, die Systematik tiergestützter Arbeit, die Analyse der Hund-Mensch-Bindung sowie die Chancen, Risiken und konkrete Fallbeispiele aus der Praxis.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Tiergestützte Therapie, Psychiatrie, Rehabilitation, Sozialarbeit, Tierschutz, Therapiebegleithund und Ressourcenorientierung.
Bonzo dient als Praxisbeispiel, um die Auswirkungen eines dauerhaften Einsatzes in der stationären Akutpsychiatrie auf die Stationsatmosphäre und das Patientenbefinden zu analysieren.
Die Autorin hebt hervor, dass Hunde Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen sind und bei unsachgemäßem Einsatz unter Stress leiden können, weshalb eine professionelle Ausbildung und ethische Verantwortung zwingend erforderlich sind.
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