Bachelorarbeit, 2023
70 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Care Leaver
2.1 Begriffsdefinition Care Leaver
2.2 Rechtsgrundlage Jugendhilfe ab 18
2.3 Hilfen zur Erziehung bei jungen Volljährigen-Prävalenzen
2.4 Lebenswelt der Care Leaver
3 Übergang zwischen Adoleszenz und Erwachsenenalter
3.1 Übergangsprozesse
3.1.1 Übergänge in der Biografie
3.1.2 Übergänge im (Bildungs-)Lebenslauf
3.2 Übergangsgestaltung im Leaving-Care-Prozess
4 Lebensbewältigungskonzept zur Handlungsfähigkeit
4.1 Dimensionen der Bewältigung
4.2 Relational-transaktionale Agency
4.3 Agency in der Jugendhilfe, Einflussfaktoren
4.4 Zusammenfassung: Handlungsfähigkeit in kritischen Lebenssituationen
5 Forschungsdesign und Ziel
5.1 Erhebungsmethode
5.2 Sampling
5.3 Auswertungsmethode
5.4 Analysetechnik
5.5 Kategorien und Erläuterung
5.6 Gütekriterien
6 Ergebnisdarstellung
6.1 Sozioökonomische Absicherung
6.1.1 Entscheidungspraxis zur Hilfegewährung
6.1.1.1 Coming Back
6.1.1.2 Zielformulierung der Jugendhilfe
6.1.1.3 Kompetenzen zur Selbstständigkeit
6.1.1.4 Finanzielle Sicherung
6.1.1.5 Wohnraum
6.1.2 Bildungschancen
6.1.2.1 Benachteiligung bei der Bildung
6.1.2.2 Ausbildung oder Maßnahmen
6.2 Beziehungen und Milieuwechsel
6.2.1 Aufbau und Pflege
6.2.2 Belastungen in der Beziehungsarbeit
6.2.3 Milieuwechsel
6.2.3.1 Unterstützungsmöglichkeiten
6.2.3.2 Familienbezug
6.3 Agency, Einflüsse und Risiken
6.3.1 Erfahrungen vor und in der Jugendhilfe
6.3.2 Einfluss auf die Berufsbildung
6.3.3 Erkennen von Agency
6.3.4 Unterstützungsaufgaben der Fachkräfte
6.3.5 Ende der Jugendhilfe
6.4 Eine neue Zielgruppe
6.5 Awareness
7 Schwerpunkte für die Praxis
8 Diskussion
8.1 Agency und Beziehung
8.2 Agency und Bildung
8.3 Umzug
8.4 Coming Back und Neue Zielgruppe
9 Fazit
Die Arbeit untersucht die Anforderungen an Fachkräfte der stationären Jugendhilfe im Leaving-Care-Prozess, um junge Volljährige nachhaltig in die Selbstständigkeit zu begleiten. Dabei wird analysiert, wie trotz struktureller Hürden eine ressourcenorientierte Unterstützung realisiert werden kann.
6.2.1 Aufbau und Pflege
Der Aufbau der Beziehung kann über eine zielgerichtete Interaktion mit dem jungen Menschen erfolgen. „Jetzt hol ich mir heute meine Jugendwohngemeinschaft oder den einzelnen Jugendlichen aus der Jugendwohngemeinschaft und mache was mit dem zusammen“ (E2_Interview, Pos. 26). Die Fachkraft aus der Einrichtung E2 gab an, dass sie für den Beziehungsaufbau zusammen mit dem jungen Menschen geplante Aktionen unternimmt.
„Man muss auch hier, wenn man hier arbeitet, ein Interesse an den jungen Menschen haben“ (E5_Interview, Pos. 14). Für den Beziehungsaufbau ist es von Bedeutung, dass die Fachkraft sich für die Lebenswelt des Adressaten interessieren kann und eine Offenheit sich dem jungen Menschen mit seiner oft problembehafteten Lebenssituation beibehält.
„Man lernt miteinander, ab in den Konflikt zu gehen, auch das ist vielleicht was Wichtiges, was die Jugendlichen bei uns üben können“ (E2_Interview, Pos. 31). Konflikte, die während des Beziehungsaufbaus entstehen, ermöglichen den jungen Menschen, innerhalb des institutionellen Bezugs zu den Fachkräften neue Konfliktlösungen zu erarbeiten. Die jungen Menschen müssen zunächst ihre eigene aktuelle Lebenswelt beschreiben können und gleichzeitig sich auf ihrem Gegenüber mit seinen Empfindungen einstellen. Diese Art der Bearbeitung von Konflikten wird von den Fachkräften ebenfalls als Mittel für den Beziehungsaufbau genannt.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die rechtlichen Verbesserungen durch das KJSG für Care Leaver und die damit einhergehende Notwendigkeit, Übergänge ressourcenorientiert zu gestalten.
2 Care Leaver: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Care Leaver und beleuchtet die rechtlichen sowie sozioökonomischen Rahmenbedingungen sowie die Lebenswelt der jungen Menschen.
3 Übergang zwischen Adoleszenz und Erwachsenenalter: Die Herausforderungen des Übergangs in das Erwachsenenleben werden als komplexe Lebensphase beschrieben, in der junge Menschen aus der Jugendhilfe spezifische Benachteiligungen erfahren.
4 Lebensbewältigungskonzept zur Handlungsfähigkeit: Es wird analysiert, wie soziale, individuelle und politische Dimensionen die Bewältigung kritisches Lebenssituationen beeinflussen und warum der Agency-Ansatz hier zentral ist.
5 Forschungsdesign und Ziel: Dieses Kapitel erläutert die qualitative Methodik, basierend auf Experteninterviews mit fünf Fachkräften aus der stationären Jugendhilfe.
6 Ergebnisdarstellung: Die Ergebnisse zeigen zentrale Handlungsfelder wie sozioökonomische Absicherung, Beziehungsarbeit und Agency-Entwicklung auf Basis der geführten Interviews.
7 Schwerpunkte für die Praxis: Hier werden konkrete Handlungsempfehlungen für die Facharbeit abgeleitet, unter anderem zur Beziehungsgestaltung und Bildungsbegleitung.
8 Diskussion: Zusammenfassende Reflexion über die Ergebnisse, insbesondere unter Berücksichtigung der Beziehungsebene und der Herausforderungen durch eine neue Zielgruppe junger Volljähriger.
9 Fazit: Abschließende Betrachtung, die die zentrale Rolle der Beziehungsqualität und die Notwendigkeit kontinuierlicher Weiterbildung für Fachkräfte betont.
Care Leaver, Jugendhilfe, Leaving-Care-Prozess, Handlungsfähigkeit, Agency, Verselbstständigung, Beziehungsarbeit, sozioökonomische Absicherung, Bildungsbiografien, Übergangsgestaltung, KJSG, stationäre Jugendhilfe, Lebensbewältigung, Fachkräfte, Sozialraumorientierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Gestaltung des Übergangs junger Volljähriger aus stationären Hilfen zur Erziehung in ein selbstständiges Erwachsenenleben.
Zentrale Themen sind die Beziehungsarbeit zwischen Fachkräften und jungen Menschen, die sozioökonomische Absicherung (Wohnraum, Finanzen) und die Förderung der Handlungsfähigkeit.
Die Forschungsfrage lautet: Welche An- und Herausforderungen stellt der Leaving-Care-Prozess an die Fachkräfte der stationären Jugendhilfe, um einen Übergang in die Selbstständigkeit zu gestalten?
Es handelt sich um eine qualitative Forschungsmethode, basierend auf fünf Experteninterviews mit Fachkräften der stationären Jugendhilfe, welche mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse der Interviews und ordnet diese in die drei Dimensionen der sozioökonomischen Absicherung, Beziehungskultur und individuellen Handlungsfähigkeit ein.
Wesentliche Begriffe sind Care Leaver, Leaving-Care, Agency, Beziehungsgestaltung und Verselbstständigung nach SGB VIII.
Die Beziehung zu den Fachkräften wirkt als notwendige Basis für Sicherheit und ist der entscheidende Faktor, damit junge Menschen ihre Handlungsfähigkeit ("Agency") in kritischen Situationen entfalten können.
Abbrüche führen meist zu einem abrupten Ende der professionellen Unterstützung, was den Zugang zu wichtigen Ressourcen erschwert und die Rückkehr ins Hilfesystem häufig unmöglich macht.
Es beschreibt die durch das KJSG gestärkte Option, dass junge Volljährige nach einem Abbruch der Jugendhilfe bei Bedarf wieder Unterstützung erhalten können.
Aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes und Vorurteilen gegenüber jungen Menschen aus der Jugendhilfe ist die Suche nach kostengünstigem Wohnraum eine der größten Barrieren für eine gelungene Verselbstständigung.
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