Magisterarbeit, 2007
72 Seiten, Note: befriedigend
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Das Artenschutzproblem im Rahmen der Umweltethik
2. Vorstellung des Begründungskonzepts
3. Vorbemerkungen zum Artbegriff
4. Vorstellung der umweltethischen Grundpositionen
4.1 Anthropozentrismus
4.2 Pathozentrismus
4.3 Biozentrismus
4.4 Monistischer Holismus
5. Begründungsskizzen für den Artenschutz
5.1 Begründungsskizzen für einen anthropozentrischen Artenschutz
5.2 Begründungsskizzen für einen pathozentrischen Artenschutz
5.3 Begründungsskizzen für einen biozentrischen Artenschutz
5.4 Begründungsskizzen für einen monistisch-holistischen Artenschutz
6. Pluralistischer Holismus: Der Ethikentwurf von Martin GORKE
7. Ergebnisse und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine logisch-philosophische Analyse verschiedener Artenschutzbegründungen durchzuführen, um die bestehenden Streitigkeiten zwischen umweltethischen Positionen zu diagnostizieren und Schlichtungsskizzen zu entwickeln. Dabei wird insbesondere die Unterscheidung zwischen Rechtfertigung und Begründung genutzt, um die normativen Grundlagen zu prüfen.
2. Vorstellung des Begründungskonzepts
Den Anfang des im Folgenden umrissenen Philosophieverständnisses bildet die Einsicht, dass Subjekte handelnd Zwecke resp. Ziele verfolgen. Zur Realisierung von Zielen resp. zur Herbeiführung von Zwecken benötigt man geeignete Mittel. Analog zu nichtsprachlichen Vollzügen lassen sich auch sprachliche Vollzüge als Mittel zur Verfolgung von Zwecken verstehen. So kann ein Treueschwur ein geeignetes Mittel sein, um die Begehrte zum Gang vor den Traualtar zu motivieren, ein guter Ratschlag mag manchen Freund vom Begehen einer großen Dummheit abhalten, lauthals skandierte Fangesänge können der favorisierten Mannschaft zum entscheidenden Treffer verhelfen. Dies sind Beispiele für sprachlich verfasste Vollzüge.
Eine Besonderheit von sprachlich verfassten Vollzügen ist, dass sie sämtliche Gegebenheiten (sprachliche wie nichtsprachliche) zum Thema haben können. Sprachliche Vollzüge können sich mithin selbst thematisieren. Motiviert durch die Einsicht, dass man auch und insbesondere redehandelnd Zwecke verfolgt, sollen im Folgenden sprachlich verfasste Vollzüge als Redehandlungen angesprochen werden. Da sowohl Sequenzen als auch Teile von Redehandlungen in dieser Arbeit Untersuchungsgegenstand sind, wird im Folgenden die leitende Redehandlungs- resp. Sprachkonzeption erläutert.
Redehandlungen werden meist nicht isoliert geäußert, sondern in einer Sequenz von Redehandlungen. Sequenzen von Redehandlungen sind sowohl Anekdoten, Büttenreden und Heldenepen als auch Argumentationen, Beweise und Begründungen. Diskurse seien diejenigen Redehandlungssequenzen, die ausschließlich kognitive Redehandlungen als Glieder haben. Die in dieser Arbeit im Fokus stehenden Redehandlungssorte ‚Begründung’ resp. ‚Argumentation’ resp. ‚Beweis’ sind ein spezieller Diskurstyp. Es sei angemerkt, das Diskurse und mithin Begründungen als kognitive Glieder in größeren Redehandlungszusammenhängen mit nicht-kognitiven Elementen vorkommen können. Wie sich Begründungen aus Redehandlungen aufbauen wird später verhandelt, zunächst gilt der einzelnen Redehandlung die Aufmerksamkeit.
1. Das Artenschutzproblem im Rahmen der Umweltethik: Dieses Kapitel verortet das Thema im Bereich der Ethik und umreißt die Struktur der Umweltethik in Ressourcen-, Tier- und Naturethik.
2. Vorstellung des Begründungskonzepts: Es werden die theoretischen Grundlagen des Handelns und die sprachliche Struktur von Redehandlungen, insbesondere Begründungen, analysiert.
3. Vorbemerkungen zum Artbegriff: Hier werden die biowissenschaftliche Definition von Arten und die philosophische Debatte um deren ontologischen Status kurz thematisiert.
4. Vorstellung der umweltethischen Grundpositionen: Das Kapitel sichtet die Diskurslandschaft, wobei Anthropozentrismus, Pathozentrismus, Biozentrismus und monistischer Holismus vorgestellt werden.
5. Begründungsskizzen für den Artenschutz: Auf Basis der zuvor vorgestellten Ethiken werden konkrete Argumentationsmodelle für einen eingeschränkten oder umfassenden Artenschutz entwickelt.
6. Pluralistischer Holismus: Der Ethikentwurf von Martin GORKE: Eine ausführliche Analyse von Martin GORKEs Ansatz, der eine direkte moralische Berücksichtigung von Arten garantiert.
7. Ergebnisse und Ausblick: Zusammenfassende Diagnose der umweltethischen Debatten und Diskussion der begrifflichen Mängel in der Argumentationspraxis.
Umweltethik, Artenschutz, Begründung, Rechtfertigung, Anthropozentrismus, Pathozentrismus, Biozentrismus, Holismus, Moralgemeinschaft, Interessenethik, normative Prinzipien, Sprachphilosophie, logische Analyse, Martin GORKE, Artenvielfalt.
Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Untersuchung von Begründungsstrategien für den Artenschutz innerhalb der Umweltethik.
Die zentralen Felder sind die logische Struktur von Argumentationen, die Unterscheidung zwischen verschiedenen umweltethischen Strömungen und die Analyse, wie aus diesen ethischen Fundamenten Artenschutz normativ begründet werden kann.
Ziel ist es, eine konzise Diagnose des Streits zwischen verschiedenen umweltethischen Richtungen (wie Anthropo-, Patho-, Bio- und Ökozentrismus) zu erstellen und Schlichtungsansätze aufzuzeigen.
Der Autor nutzt eine logisch-philosophische Analysemethode, die auf einer präzisen Sprachkonzeption und der Unterscheidung von Rechtfertigungsdiskursen und formellen Begründungen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung umweltethischer Grundpositionen und die Anwendung dieser Prinzipien auf konkrete Begründungsskizzen für den Artenschutz.
Neben den zentralen Begriffen wie Umweltethik und Artenschutz sind vor allem Begriffe wie Begründungslogik, Moralgemeinschaft und der Streit um den ontologischen Status von Arten prägend.
Diese Unterscheidung ist konstitutiv für den Autor; während Begründungen auf Prinzipien basieren, dienen Rechtfertigungen der Plausibilisierung von Redeinteressen.
Der Autor erkennt den Einfluss von Leopolds Landethik an, weist jedoch auf erhebliche philosophisch-methodische Mängel hin, die eine stringente Begründung auf ökozentrischer Basis erschweren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

