Masterarbeit, 2023
89 Seiten, Note: 1,4
Diese Masterarbeit analysiert das im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) verankerte Leistungsentgelt, insbesondere gemäß § 18 TVöD (VKA), als materiellen Leistungsanreiz. Sie untersucht dessen Wirksamkeit zur Steigerung der Mitarbeitermotivation und zur Verbesserung der Aufgabenerledigung in Kommunen und beleuchtet die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen.
4.1.5 Chancen und Risiken der Zielvereinbarung
4.1.5.1 Vorteile und Chancen
Die Vereinbarung von Zielen eröffnet insbesondere dem Arbeitnehmer eine Vielzahl an Chancen und Vorteilen. Exemplarisch sind dabei folgende Faktoren hervorzuheben:
Im Zuge der kooperativen Festlegung der Ziele besteht für den Beschäftigten die Möglichkeit, seine Vorschläge mit einzubringen und infolgedessen aktiv in den kommunalunternehmerischen Prozess integriert zu werden. Da er nun fortan für die jeweiligen Ergebnisse selbst verantwortlich ist, steigert dies nicht nur seinen persönlichen Impetus, sondern fördert überdies die eigene Identifikation mit dem Arbeitgeber. Durch die wiederkehrenden, im offenen Dialog geführten Gespräche, in denen die individuellen Leistungen des Mitarbeiters rekapituliert und folglich gewürdigt werden, intensiviert sich die Kommunikation beachtlich. Das System der Personalbeurteilung erfährt vielmehr eine grundlegende Verbesserung, indem die Ziele nach transparenten und konkreten Maßgaben und nicht anhand beliebig interpretierbarer Kriterien formuliert werden. Die damit einhergehende leistungsgerechte Entlohnung auf Grundlage der erreichten und vereinbarten Ziele fördert generell eine neue Arbeitskultur im öffentlichen Dienst.
Im Ergebnis dient die Zielvereinbarung letztlich dazu, eine Ausrichtung auf den Gesamterfolg der Kommune resp. des Kommunalunternehmens auf eine obligatorische und partnerschaftliche Art und Weise zu erreichen. Der Mitarbeiter wird daneben über die Zielsetzung des Arbeitgebers informiert und gleichzeitig dazu aufgefordert, seinen persönlichen Beitrag zum Betriebserfolg zu leisten.
4.1.5.2 Nachteile und Risiken
Auch wenn Zielvereinbarungen als Fundament der Modernisierung des öffentlichen Dienstes wirken können, bieten sie dennoch nicht den vollkommenen Königsweg zum Erfolg einer Verwaltung. Wie bei anderen Führungsinstrumentarien, gibt es auch bei Zielvereinbarungen Nachteile, Probleme und Risiken, die es zu beachten gilt.
Die größte Schwäche liegt im Besonderen darin, dass Ziele, vor allem immer wieder neue, weitere Ziele, bei einfachen und einfachsten Aufgabenbereichen (z. B. Raumpflege oder Empfangsservice) kaum zu vereinbaren und damit nicht praktizierbar sind. Schwierig ist zudem die Objektivierbarkeit, d. h. die Messbarkeit von Zielen. Feststellen lässt sich dies speziell bei qualitativen Zielen, deren Aufwand zur Messung außerordentlich groß ist. Für den Arbeitnehmer muss schließlich immer eine klare Trennung zwischen Aufgaben und Zielen möglich sein. Je schwieriger die Unterscheidung im Einzelfall, desto geringer ist die Praktikabilität des Systems. Ein weiteres Problem in der Vereinbarung von Zielen ergibt sich, wenn es nachträglich unmöglich ist, das Ziel zu erreichen oder wenn Beschäftigte im Laufe eines Jahres den Arbeitgeber verlassen. Dasselbe gilt, wenn es zu Ungleichbehandlungen im Hinblick auf das Anspruchsniveau von Zielen kommt und dadurch Konflikte innerhalb des Kollegiums entstehen.
Zusammengefasst ist aufgrund der zu differenzierenden Aufgabenbereiche einer Kommune besonders abzuwägen, wo die Einführung eines Zielvereinbarungssystems sinnvoll und umsetzbar erscheint.
Kapitel 1 Einleitung: Beschreibt den Forschungsanlass und den Hintergrund der Studie zur Einführung des Leistungsentgelts im öffentlichen Dienst, legt die Forschungsfragen dar und skizziert den Aufbau der Arbeit.
Kapitel 2 Tarifrecht des öffentlichen Dienstes: Erläutert die Tarifreform, die beteiligten Tarifvertragsparteien, die Tarifbindung sowie den zeitlichen, räumlichen, betrieblichen und persönlichen Geltungsbereich des TVöD.
Kapitel 3 Leistungsentgelt für Kommunen gemäß § 18 TVÖD (VKA): Beleuchtet die tarifhistorische Entwicklung, die Ziele, Finanzierung und die verschiedenen Formen des Leistungsentgelts wie Leistungsprämie, -zulage und Erfolgsprämie.
Kapitel 4 Methoden der Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung: Stellt die Zielvereinbarungssysteme und Leistungsbewertungssysteme detailliert dar, inklusive ihrer Arten, Beurteilungsgespräche sowie Vor- und Nachteile.
Kapitel 5 Ausgestaltung des betrieblichen Leistungsentgeltsystems: Erklärt den Inhalt einer Dienst-/Betriebsvereinbarung, die Rolle der betrieblichen Kommission bei Konfliktlösung und die Mitbestimmungsrechte von Betriebs-/Personalräten.
Kapitel 6 Wirkungen und Akzeptanz des Leistungsentgelts in der kommunalen Praxis: Präsentiert die Meinungen der Tarifvertragsparteien und psychologischen Forschung zur Wirksamkeit, führt eine empirische Untersuchung durch und analysiert deren Ergebnisse bezüglich Ausgestaltung, Funktionalität, Sozialbeziehungen und Änderungsbedarf.
Kapitel 7 Fazit: Fasst die Erkenntnisse zur Einführung des Leistungsentgelts zusammen, hebt die heterogene Umsetzung in Kommunen hervor und plädiert für eine kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung der tariflichen Rahmenbedingungen.
Leistungsentgelt, TVöD (VKA), Öffentlicher Dienst, Motivation, Aufgabenerledigung, Tarifrecht, Zielvereinbarung, Leistungsbewertung, Kommunen, Empirische Analyse, Crowding-Out-Effekt, Führungskultur, Personalentwicklung, Akzeptanz, Verwaltungsmodernisierung
Die Arbeit analysiert das Leistungsentgelt im öffentlichen Dienst gemäß § 18 TVöD (VKA) und untersucht, inwieweit materielle Leistungsanreize die Motivation der Beschäftigten steigern und die Aufgabenerledigung verbessern können.
Zentrale Themenfelder umfassen die tarifhistorische Entwicklung, die verschiedenen Formen und Ziele des Leistungsentgelts, Methoden zur Leistungsfeststellung und -bewertung, die Ausgestaltung betrieblicher Systeme sowie deren Wirkungen und Akzeptanz in der kommunalen Praxis.
Das primäre Ziel ist es, das tariflich verankerte Leistungsentgelt im öffentlichen Dienst zu analysieren, um dessen Einfluss auf die Mitarbeitermotivation und die Effizienz der Aufgabenerledigung zu bewerten.
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Online-Umfrage, die in bayerischen Kommunen durchgeführt wurde, ergänzt durch die Analyse von Tarifverträgen und psychologischer Forschung.
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen des Tarifrechts, detailliert das Leistungsentgelt nach § 18 TVöD (VKA), beleuchtet Methoden der Leistungsfeststellung und -bewertung, beschreibt die Ausgestaltung betrieblicher Systeme und analysiert die Wirkungen und Akzeptanz in der kommunalen Praxis.
Schlüsselwörter sind Leistungsentgelt, TVöD (VKA), öffentlicher Dienst, Motivation, Aufgabenerledigung, Tarifrecht, Zielvereinbarung, Leistungsbewertung, Kommunen, Empirische Analyse, Crowding-Out-Effekt.
Der Crowding-Out-Effekt beschreibt, wie extrinsische Anreize (wie Leistungsentgelt) die intrinsische Motivation der Mitarbeiter verdrängen können, wenn sie als kontrollierend wahrgenommen werden, was die Wirksamkeit des Leistungsentgelts in Frage stellt.
Die Meinungen divergieren: Arbeitgeberverbände sehen positive Effekte auf Dienstleistungen und Motivation, während Gewerkschaften und psychologische Forschung die Wirkung kritisch beurteilen, insbesondere aufgrund des geringen Motivations- und Akzeptanzgrades sowie des Crowding-Out-Effekts.
Herausforderungen umfassen die Schwierigkeit, Ziele für einfache Aufgabenbereiche zu definieren, die Objektivierbarkeit und Messbarkeit qualitativer Ziele, sowie das Risiko von Ungleichbehandlungen und Konflikten innerhalb des Kollegiums.
Die betriebliche Kommission ist paritätisch besetzt und soll bei der Entwicklung und dem Controlling des betrieblichen Systems mitwirken sowie Beschwerden von Beschäftigten bezüglich Mängel am System oder dessen Anwendung beraten, um Konflikte zu lösen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

