Bachelorarbeit, 2022
55 Seiten, Note: 2.0
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
1 Einleitung
2. Forschungsstand
3. Theoretischer Zugang
3.1 Theoretischer Ursprung: Realismus nach Morgentau
3.2 Theoretische Erweiterung: Neorealismus nach Waltz
3.3 Theoretische Modifikation: Offensiver Realismus nach Mearsheimer
3.3.1 Grundannahmen
3.3.2 Handlungsmotive
3.3.3 Ziele
3.3.4 Machtbegriff
3.3.5 Strukturen des internationalen Systems
3.3.6 Strategien
3.3.7 Hypothesen zum offensiven Realismus
4. Methodik und Forschungsdesign
5. Theorie geleitete Analyse der Ukraine Krise
5.1 Ausgangslage
5.2 Russland in Gefahr? Macht des Westens
5.3 Potenzial der Ukraine im geopolitischen Kontext
5.4. Ukrainekonflikt
5.4.1 Annexion der Krim
5.4.2 Krim Annexion als Verbesserung der Machtposition
5.4.3 Krieg im Donbass
5.4.4 Krieg im Donbass als Strategie des blood lettings
5.4.5 Russischer Angriffskrieg auf die Ukraine
5.4.6 Angriffskriegs als Strategie der Machtgewinnung
7. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht das militärische Vorgehen Russlands im Ukrainekonflikt, basierend auf John Mearsheimers Theorie des offensiven Realismus, um die geopolitischen Beweggründe für dieses Handeln aus einer machtpolitischen Perspektive zu erklären.
3.3.1 Grundannahmen
Die erste Annahme ist, dass das internationale System über keine zentrale Autorität verfügt und somit Anarchie herrscht. Gleich wie bei Waltz und Morgenthau, konkurrieren Staaten in einem System, in der es keine übergeordnete Instanz gibt (Vgl. Ebd.: S.30). Zweitens geht der offensive Realismus davon aus, dass alle Staaten über ein bestimmtes militärisches Potenzial (Kapazitäten) verfügen. Sprich die Fähigkeit besitzen, durch militärische Aktionen Schaden zu verursachen. Den aggressiven/ offensiven Gedanken Mearsheimers, lässt sich hier schon entdecken, indem er Staaten beschreibt, die selbst ohne Waffen Potenzial besitzen. „[…] even if there were no weapons, the individuals in those states could still use their feet and hands to attack the polulation of anather state. After all, for every neck, there are two hands to choke it.“ (Ebd.: S.30-31). Folglich sind Staaten, die über die stärksten militärischen Kräfte verfügt am gefährlichsten und können zu einer Großmacht (great power) zählen, welche ein elementaren Bestandteil Mearsheimer Theorie ausmacht (Vgl. Toft, 2005: S.383). Drittens können Staaten sich nie sicher sein, was die Absicht anderer Staaten ist. Insbesondere, wenn es um den Einsatz seiner offensiven militärischen Kapazitäten geht. Gleichwohl sind nicht alle Absichten feindlich gesinnt. Mearsheimer geht allerdings davon aus, dass die Staaten nie eine 100-prozentige Gewissheit haben, was die Absichten des jeweils anderen angeht, weshalb stets ein gewisses Risiko besteht, Opfer eines Angriffes zu werden. (Vgl. Mearsheimer, 2001: S.31).
1 Einleitung: Einführung in die Problematik des Ukrainekonflikts sowie die Darstellung der Relevanz und Zielsetzung der Arbeit.
2. Forschungsstand: Überblick über existierende geopolitische und theoriegestützte Erklärungsansätze zum russischen Vorgehen in der Ukraine.
3. Theoretischer Zugang: Detaillierte Darstellung des Realismus, Neorealismus und des offensiven Realismus nach Mearsheimer inklusive der methodischen Ableitung von Hypothesen.
4. Methodik und Forschungsdesign: Erläuterung der Fallstudien-Methodik (Case Study) und des deduktiven Forschungsansatzes.
5. Theorie geleitete Analyse der Ukraine Krise: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf spezifische Ereignisse des Konflikts, von der Krim-Annexion bis zum Angriffskrieg.
7. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung der Erklärungskraft der Theorie des offensiven Realismus.
Russland, Ukraine, Krieg, Konflikt, Mearsheimer, offensiver Realismus, Geopolitik, Machtmaximierung, Internationale Beziehungen, Anarchie, Hegemonie, Krim-Annexion, Sicherheitsdilemma, Machtverteilung.
Die Arbeit analysiert das militärische Handeln Russlands im Ukrainekonflikt unter Anwendung der realistischen Theorie von John Mearsheimer.
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Grundlagen zu Machtpolitik, der Analyse von Machtverhältnissen im internationalen System und der strategischen Bewertung russischen Verhaltens.
Die Forschungsfrage lautet: "Wie ist das Eingreifen Russland in der Ukraine aus offensiver realistischer Sicht zu erklären?"
Es wird ein deduktiver Forschungsansatz im Rahmen einer qualitativen Fallstudie verfolgt.
Der Hauptteil analysiert die Ausgangslage, die Rolle des Westens, die Rolle der Ukraine und konkrete Phasen des Konflikts wie die Annexion der Krim und den Donbass-Krieg.
Zentrale Begriffe sind offensiver Realismus, Machtmaximierung, imperiale Ambitionen, regionale Hegemonie und internationale Sicherheit.
Die Arbeit betrachtet die NATO-Osterweiterung als einen von Russland wahrgenommenen Sicherheitsfaktor, der maßgeblich zur Eskalation beigetragen hat.
Der Machtbegriff konzentriert sich primär auf materielle Kapazitäten, wie militärische Stärke und ökonomische Ressourcen, statt auf immaterielle Einflussfaktoren.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Russland versucht, durch aggressive Maßnahmen eine regionale Hegemonie zu sichern, da es trotz wirtschaftlicher Defizite militärisch eine bedeutende Macht bleibt.
Im Gegensatz zum defensiven Realismus, der Balance sucht, geht der offensive Realismus davon aus, dass Staaten nach maximaler Macht streben, um ihre Sicherheit in einem anarchischen System zu garantieren.
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