Masterarbeit, 2017
68 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung und Ziele
2 Theoretische Grundlagen und empirischer Erkenntnisstand
2.1 Hilfeverhalten und Hilfemotive
2.1.1 Altruistische Hilfemotive
2.1.2 Egoistische Hilfemotive
2.2 Die Bedeutung der Attributionsprozesse im Kontext einer Verhaltensbeobachtung
2.3 Die Bedeutung von Stereotypen
2.4 Intention und Verhalten: Die Theorie des überlegten Handelns
3 Fragestellung und Hypothesen
3.1 Der Einfluss des sozialen Status der helfenden Person und der Veröffentlichung des Hilfeverhaltens auf die Reaktion eines berichteten Hilfeverhaltens
3.2 Die attribuierten Hilfemotive als Mediator für die Reaktion auf ein berichtetes Hilfeverhalten
3.3 Der Zusammenhang zwischen Unterstützungsintention und -verhalten
3.4 Vorstellung des Gesamtmodells
4 Methoden
4.1 Stichprobenbeschreibung und Design
4.2 Untersuchungsmaterialien
4.2.1 Cover-Story
4.2.2 Manipulation des sozialen Status und der Veröffentlichung
4.2.3 Erhebung der Mediatoren altruistisches und egoistisches Hilfemotiv
4.2.4 Erhebung der abhängigen Variablen Unterstützungsintention und -verhalten
4.2.5 Erhebung der Kovariaten
4.3 Ablauf
4.4 Statistische Verfahren
5 Ergebnisse
5.1 Bildung und Anwendung der Skalen nach der Itemkonstellation von Gross (2016)
5.2 Überprüfung der Manipulation
5.3 Überprüfung der Grundannahme
5.4 Überprüfung der Mediationsannahme
5.5 Überprüfung des Zusammenhangs zwischen Unterstützungsintention und -verhalten
5.6 Fortführende Analysen
6 Diskussion
6.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
6.2 Interpretation der Ergebnisse
6.3 Methodenkritik
6.4 Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die psychologischen Mechanismen, die dazu führen, dass Hilfeverhalten trotz seines prosozialen Charakters manchmal negativ bewertet wird. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie der soziale Status der helfenden Person sowie die Art der Veröffentlichung des Hilfsprojekts (bewusst vs. unbewusst) die Attribution von Motiven und in der Folge die Unterstützungsintention durch Dritte beeinflussen.
Die Bedeutung von Stereotypen
Der Prozess der Stereotypisierung beschreibt die automatische Aktivierung von Stereotypen, welche von Pendry (2014) als eine kognitive Struktur definiert werden, die „unser Wissen, unsere Überzeugungen und Erwartungen über eine soziale Gruppe von Menschen enthält“ (S. 111). Stereotype können also mit einer positiven oder negativen Wertung belegt sein. Fiske et al. (2002) liefern mit ihrem Modell des Stereotypinhalts („Stereotyp-Content Model“) einen Erklärungsansatz für die emotionale Bewertung einer sozialen Gruppe bzw. eines Stereotyps.
Gemäß dem Modell des Stereotypinhalts erfolgt die Einschätzung sozialer Gruppen auf zwei zentralen Dimensionen: der Wärme- und Kompetenzdimension. Die Wärmedimension bezieht sich darauf, wie kompetitiv eine Gruppe wahrgenommen wird, wobei eine niedrige Ausprägung („kalt“) eine hohe und eine hohe Ausprägung („warm“) eine niedrige Wettbewerbswahrnehmung repräsentiert. Die Kompetenzdimension spiegelt den wahrgenommenen Status der Gruppe wieder, wobei eine niedrige Ausprägung einen niedrigen und eine hohe Ausprägung einen hohen Status repräsentiert. Anders ausgedrückt, beschreibt die Wärmedimension die unterstellte Absicht und die Kompetenzdimension die Fähigkeit, diese umzusetzen. Zusammen ergeben beide Dimensionen ein Vier-Felder-Schema mit jeweils einer niedrigen und hohen Ausprägung (siehe Abbildung 2). Fiske et al. (2002) lieferten empirische Befunde dazu, dass eine jeweils niedrige Ausprägung beider Dimensionen mit negativen Emotionen, wie bspw. Verachtung oder Ärger, assoziiert wird und bezeichnen dies als verächtliches Vorurteil.
1 Einleitung und Ziele: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Helfen nicht immer positiv bewertet wird, und definiert das Ziel, den Einfluss von sozialem Status und Veröffentlichung auf die Motivattribution empirisch zu untersuchen.
2 Theoretische Grundlagen und empirischer Erkenntnisstand: Das Kapitel beleuchtet Definitionen von Hilfeverhalten, die Unterscheidung zwischen altruistischen und egoistischen Motiven sowie die Rolle von Attribution und Stereotypisierung als Entscheidungsgrundlage für Dritte.
3 Fragestellung und Hypothesen: Hier werden basierend auf der Literatur die konkreten Hypothesen für das zu testende Modell formuliert, insbesondere zur Vermittlerrolle der attribuierten Hilfemotive.
4 Methoden: Es wird die methodische Umsetzung der Online-Umfrage sowie die Operationalisierung der abhängigen und unabhängigen Variablen, einschließlich der Cover-Story und der statistischen Verfahren, detailliert beschrieben.
5 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Daten, inklusive Manipulationschecks, Überprüfung der Hypothesen durch Regressions- und Mediationsanalysen sowie fortführende Berechnungen.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch interpretiert, methodische Schwächen der Stichprobe und Manipulation diskutiert und Ansätze für zukünftige Forschung aufgezeigt.
Hilfeverhalten, prosoziales Verhalten, Altruismus, Egoismus, Attribution, Stereotypisierung, soziale Erwünschtheit, Unterstützungsintention, Online-Umfrage, Mediationsanalyse, sozialer Status, Kelley, Fiske, Batson, Theorie des überlegten Handelns.
Die Arbeit untersucht im Bereich der Sozialpsychologie die Frage, warum Helfen nicht immer positiv wahrgenommen wird und unter welchen Bedingungen die Bewertung von Hilfeverhalten negativer ausfallen kann.
Die Arbeit behandelt die Attribution von Motiven (altruistisch vs. egoistisch), den Einfluss des sozialen Status von Helfenden sowie die Auswirkungen von bewusster oder unbewusster Veröffentlichung einer Hilfeleistung.
Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob der soziale Status und die Art der Veröffentlichung einer Hilfeleistung die Unterstützungsintention Dritter beeinflussen, und zwar durch die Vermittlung (Mediation) der attribuierten Motive.
Es wurde ein experimentelles Online-Umfrage-Design (2x2-Faktorielles Design) mit 248 Probanden genutzt, um die Reaktionen auf fiktive Berichte über Hilfeverhalten statistisch auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Herleitung der Hypothesen aus bestehenden Theorien wie dem Modell des Stereotypinhalts, der Attributionstheorie und der Theorie des überlegten Handelns sowie die detaillierte statistische Prüfung dieser Modelle.
Wichtige Begriffe sind Hilfsmotive, Attribution, soziale Erwünschtheit, Unterstützungsintention sowie Variablen wie sozialer Status, Stereotype und deren Einfluss auf die psychologische Wahrnehmung von Helfenden.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Manipulation des sozialen Status über den Bekanntheitsgrad eines Sängers nicht effektiv war, was in der Methodenkritik mit einem mangelnden Bezug zur beruflichen Tätigkeit begründet wird.
Durch einen nachträglichen Ausschluss von Probanden, die die Manipulation nicht korrekt verstanden hatten, konnten in den fortführenden Analysen konsistentere und signifikante Effekte für die Veröffentlichung des Hilfeverhaltens nachgewiesen werden.
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