Bachelorarbeit, 2019
167 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Die Sprache der Politik
2.1. Die politische Rede
2.2. Die politische TV-Debatte
3. Fokussierungskonstruktionen
3.1 Die Passivkonstruktion
3.2 It-extraposition
3.3 Existential sentence
3.4 Spaltsatz
3.5 Pseudospaltsatz
3.6 Inversion
3.7 Voranstellung
4. Datengrundlage und politischer Hintergrund
4.1 Die Nominierungsreden
4.2 Die TV-Duelle zwischen Clinton und Trump
5. Fokussierungskonstruktionen in der Wahlkampfpersuasion
5.1 Die Passivkonstruktion
5.1.1 Das Passiv mit by agent
5.1.2 Das Passiv ohne by agent
5.2 It-extraposition
5.3 Existential sentence
5.4 Spaltsatz
5.4.1 It-cleft
5.4. Cleft mit festen Ausdrücken
5.5 Pseudospaltsatz
5.6 Inversion
5.6.1 Subjekt-Verb Inversion
5.6.2 Inversion eines Vollverbs
5.7 Voranstellung
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
8. Anhang
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Funktion und Verwendung von Fokussierungskonstruktionen – syntaktischen Strukturen zur Hervorhebung bestimmter Satzteile – in der Sprache der Politik. Ziel ist es zu analysieren, wie PolitikerInnen diese Konstruktionen in US-amerikanischen Wahlkampfdebatten und Reden einsetzen, um persuasive Effekte zu erzielen und politische Aussagen wirkungsvoll zu gestalten.
3. Fokussierungskonstruktionen
Die ursprünglich aus England stammende germanische Sprache Englisch stellt eine typische „fixed word-order language“ dar (Quirk 1985 §2.14), welche mit einer strikten Wortreihenfolge zwischen den zentralen Elementen eines Satzes ausgestattet ist. Zwar wiesen ältere Formen der englischen Sprache wie etwa das Altenglisch in vergangenen Zeiten eine größere Variationsmöglichkeit und Flexibilität in Bezug auf die Wortreihenfolge auf (cf. Mitchell 1982 § 143 ff) Jedoch ist diese Eigenschaft der Sprache im Lauf der Zeit beim Übergang vom Mittelenglisch in das Frühneuenglisch zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert weitestgehend verloren gegangen. Dies lag teilweise begründet in der Verkümmerung des „aus früheren Sprachstufen ererbte[n] System[s] der Nominalflexion“, welche die erschwerte Erkennung von Subjekten und Objekten im Satz durch fehlende Kasusendungen zur Folge hatte (Mair 1995: 44).
Abweichungen davon sind heute nur noch in wenigen Fällen zulässig, da sie zu Ambiguitäten führen könnten. Dennoch werden mitunter bestimmte Strukturen genutzt, welche sich von dem historisch bedingten SVO Muster der Wortreihenfolge unterscheiden. Sie nehmen aufgrund der typischerweise fixierten englischen Sprache einen besonderen Status ein. Diese eher selten auftretenden Fälle sind stets bewusst gewählt und erfüllen prinzipiell eine besondere Funktion. Die Tatsache, dass jene Strukturen eher seltene Phänomene sind, sagt jedoch nichts über ihre Wichtigkeit aus. Ganz im Gegenteil offenbaren Abweichungen diverse Möglichkeiten, um in gesprochener oder geschriebener Form Aussagen hervorzuheben, Meinungen zu bekunden, Wünsche zu äußern, ein Ärgernis auszudrücken, eine dringende Empfehlung auszusprechen, Missverständnisse zu klären, Widerspruch zu erheben, Sachverhalte zu kontrastieren, Erklärungen zu geben und vieles mehr. Für diese Reihe an sprachlichen Vorhaben können sogenannte Fokussierungskonstruktionen sehr kraftvolle und teilweise auch notwendige Werkzeuge darstellen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Fokussierungskonstruktionen ein und stellt die These auf, dass diese syntaktischen Strukturen eine zentrale, persuasive Funktion in der politischen Wahlkampfkommunikation einnehmen.
2. Die Sprache der Politik: Das Kapitel erörtert die fundamentale Bedeutung von Sprache in der Politik und beleuchtet die spezifischen Eigenschaften der politischen Rede sowie der TV-Debatte als persuasive Interaktionsformate.
3. Fokussierungskonstruktionen: Hier werden sieben grammatische Strukturen – Passiv, It-Extraposition, Existential Sentence, Spaltsatz, Pseudospaltsatz, Inversion und Voranstellung – definiert und theoretisch erläutert.
4. Datengrundlage und politischer Hintergrund: Die Autoren beschreiben das Analysematerial, bestehend aus Reden und TV-Duellen des US-Wahlkampfs 2016, und geben einen Überblick über den politischen Kontext.
5. Fokussierungskonstruktionen in der Wahlkampfpersuasion: In diesem Hauptteil findet die konkrete Analyse anhand der ausgewählten Transkripte statt, wobei die syntaktischen Typen funktional im politischen Diskurs verortet werden.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Bedeutung der Fokussierungskonstruktionen als stilistische Werkzeuge zur Gestaltung persuasiver politischer Sprache.
Fokussierungskonstruktionen, politische Sprache, Persuasion, Syntax, Wortreihenfolge, Wahlkampfpersuasion, Passiv, It-Extraposition, Existential Sentence, Spaltsatz, Inversion, Voranstellung, US-Wahlkampf, Politische Rede, TV-Debatte
Die Arbeit analysiert grammatische Strukturen, die als "Fokussierungskonstruktionen" bezeichnet werden, und deren spezifische persuasive Funktion innerhalb der politischen Kommunikation in den USA.
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Syntax der englischen Sprache, der Rhetorik politischer Reden und TV-Duelle sowie der persuasiven Sprachverwendung unter besonderer Berücksichtigung des US-Wahlkampfs 2016.
Das Ziel ist es zu belegen, dass Fokussierungskonstruktionen im politischen Kontext als bewusste Werkzeuge dienen, um Aussagen zu betonen, Meinungen zu schärfen und die politische Überzeugungsarbeit (Persuasion) zu unterstützen.
Es wird eine syntaktische Kategorisierung der gewählten Konstruktionen vorgenommen, gefolgt von einer funktionalen Analyse, die untersucht, wie diese Konstruktionen in den gewählten Reden und Debatten kontextuell wirken.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung der sieben Fokussierungstypen und deren praktische Anwendung durch die Analyse von Sätzen aus den Reden und Debatten von Hillary Clinton und Donald Trump.
Sie ermöglichen eine Abweichung vom starren SVO-Muster des Englischen durch Umstellung der Wortreihenfolge, was dem Gesagten eine stärkere Tönung oder eine spezifische rhetorische Funktion verleiht.
Es dient als linguistische Erklärung dafür, warum grammatisch "schwere" oder informative Satzteile oft ans Ende eines Satzes verschoben werden, ein Prinzip, das durch die untersuchten Konstruktionen manipuliert wird.
Während die Theorie die grammatischen Grundlagen liefert, illustriert der Praxisteil deren aktuelle politische Relevanz anhand realer Beispiele aus dem hitzigen Wahlkampf 2016 zwischen Clinton und Trump.
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