Doktorarbeit / Dissertation, 2002
158 Seiten, Note: magna cum laude
1. Einleitung
1.1 Das Altersideal
1.2 Forschungsinteresse, Intervention und Altersideal
1.3 Erziehungswissenschaft und Gerontologie
1.3.1 ,Erziehung‘ und ,Bildung‘ in der Geragogik
1.3.2 Geragogische Praxis: ausgewählte Beispiele
1.3.2.1 Biographiearbeit mit alten Menschen
1.3.2.2 Geragogik und Pflegeausbildung
1.4 Implikationen für die Fragestellung
2. Theorie und Methode der Untersuchung
2.1 Lebenswelten und Lebenswirklichkeiten
2.2 Lebenswirklichkeit als Wirkungseinheit: die morphologische Sichtweise
2.2.1 Gestaltbildung und –umbildung: Auffassungsweisen und Analyse
2.2.2 Die Wirkungseinheit als Bezugs- und Erklärungssystem
2.2.3 Darstellung des morphologischen Vorgehens: von den ,Phänomenen‘ zu den ,Erklärungen‘
2.3 Charakteristik des Untersuchungsmaterials
3. Lebenswirklichkeiten hochbetagter Menschen als Entwicklungsnotwendigkeit
3.1 Lebenswirklichkeiten alter Menschen: Vorannahmen
3.2 Erste Bilanz der Interviews: das Leben als Schnittmuster
3.2.1 Absetzbewegungen
3.2.2 Geschichtlichkeit
3.2.3 Erlebte Vorteile des Alters
3.2.4 Einschränkungen und Verluste
3.2.5 Zukunftsperspektiven
3.2.6 Sterben und Tod
3.3 Zusammenfassung: Identität und Entwicklung
3.4 Psychologisierung der Fragestellung
4. Das Spannungsfeld der Wirkungseinheit: Sein ist Werden
4.1 Die Gestaltfaktoren
4.1.1 „Form(en) bewahren“
4.1.2 „Unveränderlichkeit“
4.1.3 „Bewältigen“
4.1.4 „Bewertungen“
4.1.5 „Fügungen“
4.1.6 „Aufbrüche“
4.2 Das Konstruktionsproblem: Leben in der Schwebe
5. Typische Lebenswirklichkeiten im hohen Alter: Geschichten um Geschichte
5.1 Die Typisierungen
5.1.1 Die Biographen
5.1.2 Die Penaten
5.1.3 Die Erstarrten
5.1.4 Die Opfer
5.1.5 Die Kranken
5.1.5.1 Die aktiven Kranken
5.1.5.2 Die resignierten Kranken
5.1.6 Die ,jungen‘ Alten
5.2 Vergleich der Typisierungen: Schweben als Kunst
5.3 Exkurs: die Demenz als Schwebezustand
6. Lebenswirklichkeiten und geragogische Konzeptionen
6.1 Biographiearbeit in der Schwebe
6.2 Geragogische Arbeit mit dementen Menschen
6.3 Zergliedernde vs. verstehende Sichtweise: Konsequenzen für die Pflegeausbildung
7. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Lebenswirklichkeiten hochbetagter Menschen aus einer morphologisch-psychologischen Perspektive. Ziel ist es, die pädagogischen und psychologischen Berührungspunkte innerhalb der Gerontologie herauszuarbeiten und zu verstehen, wie hochbetagte Menschen ihr Alter konstruieren, anstatt sie lediglich durch ein medizinisch-defizitäres Raster zu betrachten.
Die Typisierung der BIOGRAPHEN
Von den Phänomenen her betrachtet, sind die BIOGRAPHEN offen, freundlich und aufgeschlossen. Sie genießen es, ihre Lebensgeschichte(n) erzählen zu können, es wird schnell ,gemütlich‘ und anschaulich, weil Photoalben, Briefe, Erinnerungsstücke als Belege dienen, daß alles ,wirklich‘ so war.
Im Mittelpunkt der Ereignisse stehen die BIOGRAPHEN selbst, sie schildern ihr Leben, die anderen Menschen sind dabei eher schmückendes Beiwerk. Einzelheiten spielen eine große Rolle, manche Gespräche können nach Jahrzehnten noch fast wortwörtlich aus der Erinnerung wiedergegeben werden.
Die Geschichten drehen sich dabei um zwei herausgehobene Schwerpunkte: einerseits um eine Rolle als ,Macher‘, als jemand, der Dinge in Bewegung setzte, etwas bewirken konnte und andererseits wird der ,Kämpfer‘ geschildert, der allerdings an den Umständen und den Zeiten scheiterte (,Don Quichotte‘). Beide ,Untertypen‘ sind jedoch durch Lebens-Aktivität in der Vergangenheit gekennzeichnet, wenn auch die Resultate jeweils andere waren.
1. Einleitung: Problematisierung des kulturellen Altersideals und der wissenschaftlichen Fixierung auf Defizitmodelle in der Gerontologie.
2. Theorie und Methode der Untersuchung: Einführung der morphologischen Psychologie als verstehende Methode zur Untersuchung von Lebenswirklichkeiten.
3. Lebenswirklichkeiten hochbetagter Menschen als Entwicklungsnotwendigkeit: Analyse der Interviewergebnisse und Identifikation von zentralen Themen wie Geschichtlichkeit und Verlusterleben.
4. Das Spannungsfeld der Wirkungseinheit: Sein ist Werden: Detaillierte Darstellung der morphologischen Gestaltfaktoren, die das Erleben im Alter strukturieren.
5. Typische Lebenswirklichkeiten im hohen Alter: Geschichten um Geschichte: Ausarbeitung von sieben spezifischen Typisierungen hochbetagter Lebensstile.
6. Lebenswirklichkeiten und geragogische Konzeptionen: Diskussion praktischer Anwendungsmöglichkeiten, insbesondere der Biographiearbeit, und der Herausforderungen durch eine medizinisch dominierte Pflegeausbildung.
7. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Notwendigkeit einer humanwissenschaftlichen Perspektive auf das Alter, die über die Defizit-Erfassung hinausgeht.
Geragogik, Hochaltrigkeit, Morphologische Psychologie, Lebenswirklichkeit, Biographiearbeit, Identität, Altern, Altersideal, Pflegeausbildung, Dementielle Erkrankungen, Validation, Interventionsgerontologie, Subjektorientierung, Alternsforschung.
Die Dissertation untersucht die Lebenswelt und die subjektiven Erfahrungen von hochbetagten Menschen, um über das rein medizinisch-pathologische Altersbild hinauszugehen.
Im Zentrum stehen die Fragen der Identitätsbewahrung im Alter, der Umgang mit der eigenen Lebensgeschichte sowie die Bedeutung von Bildungs- und Betreuungskonzepten (Geragogik).
Das Ziel ist die Herausarbeitung eines verstehenden Zugangs zum Alter, der die psychologischen "Konstruktionen" der Betroffenen respektiert, anstatt sie nur als defizitär zu beurteilen.
Es kommt die morphologische Psychologie zum Einsatz, die durch qualitative Tiefeninterviews ein "verstehendes" Modell des Alterns entwickelt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Typisierung verschiedener Lebensstile (z.B. Biographen, Opfer) und die Konsequenzen für die geragogische Praxis.
Geragogik, Morphologische Psychologie, Lebenswirklichkeit, Biographiearbeit und Identität sind die maßgeblichen Begriffe.
Viele ziehen sich in ihre eigene Geschichte zurück, um durch das "Bewahren der Form" (ihrer Identität) Halt in einer als bedrohlich wahrgenommenen Zukunft zu finden.
Der Autor betont, dass Biographiearbeit nicht als bloßes "Pflege-Tool" zur Anpassung missbraucht werden darf, sondern den individuellen "Angebotscharakter" und die Intimität der Erinnerungen wahren muss.
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