Masterarbeit, 2009
145 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Hinführung zum Thema und zentrale Fragestellung
1.2. Aufbau der Arbeit
1.3. Arbeitsmethodik und Arbeitsbegriffe
2. Einführung in das Konzept Live Club
2.1. Die Geschichte des Live Clubs
2.2. Begriffsdefinition “Live Club”
2.3. Bestandsaufnahme zur Thematik der Live Clubs
2.4. Traditionelle Rolle von Live Clubs als Wirtschaftsbetriebe
2.5. Live Clubs als Kulturförderer
3. Umsätze und Kosten von Live Clubs
3.1. Break-Even Rechnung
3.2. Die Umsätze
3.2.1. Gastronomieumsätze
3.2.2. Eintrittseinnahmen unter Berücksichtigung des Freizeit- und Konsumverhaltens der Besucher
3.3. Die Kosten
3.3.1. Gründungskosten
3.3.1.1. Kosten durch Gesetze und Verordnungen
3.3.1.2. Gaststättenkonzession
3.3.2. Laufende Betriebskosten
3.3.2.1. Miete, Energie- und Nebenkosten
3.3.2.2. Wartung der technischen Anlagen
3.3.2.3. Bandkosten
3.3.2.4. Personalkosten und Berufsgenossenschaft
3.3.2.5. Werbung, Verwaltung und sonstige Abgaben
3.3.3. Steuern
3.3.3.1. Einkommensteuer und Körperschaftssteuer
3.3.3.2. Gewerbesteuer
3.3.3.3. Umsatzsteuer
3.3.3.4. Ausländersteuer
3.3.4. Künstlersozialkasse
3.3.5. GEMA
4. Praxisbezogene Marketing- und Handlungsfelder
4.1. Dienstleistungsmarketing für Live Clubs
4.1.1. Der Begriff des Dienstleistungsmarketing
4.1.2. Preis- und Konditionenpolitik
4.1.2.1. Gastronomiepreise
4.1.2.2. Eintrittspreise
4.1.3. Produkt- und Leistungspolitik
4.1.3.1. Gastronomisches Angebot
4.1.3.2. Inhaltliches Qualitätsmanagement
4.1.3.3. Programmkonzeption
4.1.3.4. Veranstaltungskonzeption
4.1.3.5. Alleinstellungsmerkmale
4.1.4. Distributionspolitik
4.1.5. Kommunikationspolitik
4.1.5.1. Unternehmensidentität
4.1.5.2. Public Relations
4.1.5.3. Werbung
4.1.6. Internes Marketing
4.2. Motivation der Clubbetreiber
4.3. Praktischer Umgang mit Formalitäten
4.4. Networking und Lobbying
4.5. Zukunftsperspektiven
5. Organisationsstrukturen von Live Clubs
5.1. Betriebs- und Refinanzierungsmodelle
5.1.1. Liebhaberei
5.1.2. Profit Center
5.1.3. Disco- und Partybetrieb
5.1.4. Ehrenamt
5.1.5. Der eingetragene Idealverein
5.1.6. Förderung
5.1.7. Pay2Play
5.1.8. Vermietung
5.2. Der Verein im Live Club
5.2.1. Vereinsrecht
5.2.2. Gemeinnützigkeit
5.2.3. Der Förderverein als Unterstützer eines Live Clubs
5.2.4. Der Verein als Veranstalter in einem Live Club
5.2.5. Der Verein als Betreiber eines Live Clubs
5.2.6. Ausgliederung des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes
6. Zusammenfassung, Fazit und Stellungnahme
6.1. Zusammenfassung
6.2. Fazit und persönliche Stellungnahme
Die Masterarbeit untersucht die komplexen rechtlichen, wirtschaftlichen und formalen Herausforderungen kleiner Live-Musik-Spielstätten (Live Clubs) mit weniger als 200 Gästen, um deren Zukunftsfähigkeit und die Möglichkeiten ihres Erhalts in einer sich professionalisierenden Veranstaltungswirtschaft zu bewerten.
2.4. Traditionelle Rolle von Live Clubs als Wirtschaftsbetriebe
Einen Gastronomiebesuch mit einem Musikerlebnis in einer entspannten Atmosphäre zu verknüpfen wurde zum Konzept, und Live Clubs entstanden überall auf der Welt, wobei die Musik schnell in den Vordergrund rückte und der gastronomische Teil lediglich als Beiwerk oder sogar als notwendiges Übel verstanden wurde. Der Gastronomiebetrieb ist allerdings seit jeher die Basis der meisten Live Clubs. Da der Musikbetrieb von allein nicht profitabel oder sogar defizitär ist, wird er in einer Mischkalkulation durch den Gastronomiebetrieb z.T. mitfinanziert (Abb.2.1).
Die Musikveranstaltungen sollen die Anzahl der Gäste erhöhen und die gesteigerten Umsätze sollen den Musikbetrieb mittragen. Das Prinzip läßt sich nur dann finanziell rechtfertigen, wenn der Gewinn eines Gastronomiebetriebes mit Musik größer ist als der Gewinn ohne Musikbetrieb. Andernfalls wäre es rein wirtschaftlich sinnvoller allein die Gastronomie zu betreiben. Um die Gewinnmargen zu erhöhen oder schlechte Gastronomieergebnisse aufzufangen, gingen Clubbetreiber vereinzelt dazu über, die Investitionen in die Musik, also Gagen, Catering etc. zu verringern. Da die Gastronomieeinnahmen für die Musiker untransparent sind und nicht nachvollzogen werden können, erhielten Betreiber über lange Zeit einen fragwürdigen Ruf bei Musikern, die das Gefühl hatten, sie würden „abgezockt“.
Diese Art der Mischkalkulation kann aber für einen professionellen Gastronom nicht zufriedenstellend sein, da der Gastronomiebetrieb selbst auch Aufwendungen hat und die Betriebskosten ebenfalls gedeckt werden müssen. Das Ziel der meisten Clubs ist es darum, mit dem Musikbetrieb eine „schwarze Null“ zu schreiben und nicht aus der Gastronomie zu refinanzieren, sondern aus den Gastronomieeinnahmen die Betriebskosten zu decken. Das ist nur mit Hilfe von Eintrittseinnahmen möglich, mit denen sich der Musikbetrieb kostendeckend finanzieren lässt.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik und die Fragestellung der Arbeit bezüglich der Existenzgrundlage kleiner Live-Musik-Spielstätten.
2. Einführung in das Konzept Live Club: Historische Entwicklung, Definition des Begriffs sowie die Rolle von Clubs als Kulturförderer und Wirtschaftsbetriebe.
3. Umsätze und Kosten von Live Clubs: Detaillierte Analyse der Einnahmen, Kostentypen (Fix- vs. variable Kosten), Steuern sowie der spezifischen Belastungen durch KSK und GEMA.
4. Praxisbezogene Marketing- und Handlungsfelder: Untersuchung von Dienstleistungsmarketing, Preispolitik, Booking, öffentlicher Wahrnehmung und der Motivation der Betreiber.
5. Organisationsstrukturen von Live Clubs: Darstellung alternativer Betriebsmodelle, insbesondere der Einbindung gemeinnütziger Vereine und der Ausgliederung wirtschaftlicher Bereiche.
6. Zusammenfassung, Fazit und Stellungnahme: Synthese der Ergebnisse zur wirtschaftlichen Lage und Ausblick auf die Zukunft der Live Club-Szene.
Live Club, Musikwirtschaft, Gastronomiebetrieb, Künstlersozialkasse, GEMA, Ausländersteuer, Konzertveranstalter, Marketing-Mix, Break-Even-Rechnung, Kulturförderung, Vereinsrecht, Gemeinnützigkeit, Kleinunternehmer, Spielstättenprogramm, Musikmanagement.
Die Arbeit befasst sich mit den ökonomischen, juristischen und strukturellen Herausforderungen, denen kleine Live-Musik-Spielstätten (bis 200 Gäste) im heutigen Marktumfeld gegenüberstehen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Finanzierbarkeit von Live-Musik-Betrieben, den komplexen Anforderungen an Gastronomie und Konzertbetrieb sowie den Möglichkeiten zur strategischen Organisation und Refinanzierung.
Die Arbeit untersucht, ob das Konzept des kleinen Live Clubs zukunftssicher ist und welche Strategien (auch rechtlicher Art) Betreiber nutzen können, um in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zu überleben.
Der Autor führt eine qualitative Untersuchung durch, basierend auf acht thesengestützten Leitfadeninterviews mit Betreibern renommierter kleiner Live Clubs sowie einer ergänzenden quantitativen Datenerhebung mittels Fragebögen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Aufschlüsselung der Einnahmen- und Kostenstrukturen, eine Analyse von Marketing-Handlungsfeldern sowie eine Untersuchung verschiedener Organisationsstrukturen, etwa durch die Rechtsform des Idealvereins.
Zentrale Begriffe sind Live Club, KSK, GEMA, Ausländersteuer, Mischkalkulation, Veranstaltungsökonomie und Professionalisierung.
Die Gastronomie wird als notwendiges wirtschaftliches Rückgrat dargestellt, das oft dazu dient, den defizitären oder kostendeckenden Musikbetrieb querzufinanzieren.
Sie stellt eine erhebliche finanzielle Belastung und administrative Hürde dar, da die Clubs als Haftungsschuldner für die inländischen Einkünfte internationaler Künstler agieren müssen.
Laut der im Werk erweiterten Definition zeichnet sich ein Live Club durch ein kontinuierliches, eigenständiges Musikprogramm mit professioneller Infrastruktur und einem klaren inhaltlichen Schwerpunkt aus, bei dem die Musik den Betrieb bestimmt.
Das Vereinsmodell bietet steuerrechtliche Vorteile und ermöglicht den Zugang zu Förderungen, bringt jedoch bürokratische Auflagen und Anforderungen an die Gemeinnützigkeit mit sich, die den wirtschaftlichen Spielraum auch einschränken können.
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