Lizentiatsarbeit, 2009
164 Seiten, Note: 5.5
2. Einleitung
2.2 Aufbau der Arbeit
3. Historischer Überblick
3.1 Das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen
3.2 Jugoslawien während des 2. Weltkrieges
3.3 Das kommunistische Jugoslawien unter Tito
3.4 Die Unabhängigkeit von Slowenien, Kroatien und Mazedonien
3.5 Der Krieg in Bosnien
4. Das Verhalten der UNO und der NATO
5. Srebrenica
5.1 Potočari
5.2 Zusammenfassung über den historischen Überblick
6. Fallstudie
6.1 Die Fallstudie in der Sozialwissenschaft
6.2 Quellen von Fallstudien (allgemein)
6.3 Verfügbarkeit und Verlässlichkeit der Dokumente
6.4 Expertenbefragung
6.5 Konstruktion der Fragen
6.6 Theoretische Herleitung der Fragen
6.6.1 Geheimabkommen zwischen den USA und Radovan Karadžić
6.6.2 Two-Level-Game nach Robert Putnam
6.6.3 Das diplomatische Verhalten der EU
6.6.4 Die Qualität der Fahndungsmassnahmen
6.7 Zusammenfassung Fallstudie
7. Konstruktion des Fragebogens
8. Inhaltsanalyse
8.1 Definition der Inhaltsanalyse
8.2 Quantitative vs. qualitative Inhaltsanalyse
8.3 Allgemeines inhaltsanalytisches Modell (nach Mayring)
8.3.1 Festlegung des Materials
8.3.2 Analyse der Entstehungssituation
8.3.3 Formale Charakteristika des Materials
8.3.4 Richtung der Analyse
8.3.5 Theoretische Differenzierung der Fragestellung
8.3.6 Definition der Analysetechniken und Festlegung des konkreten Ablaufmodells
8.3.7 Definition der Analyseeinheiten
8.4.1 Analyse der Annual Reports: Definitionen
8.4.2 Analyse der Annual Reports: Vorgehen
8.4.3 Analyse der Annual Reports: Zusammenfassungen
8.4.4 Analyse der Completion strategies: Zusammenfassungen
9. Interviews
9.1 Interviewfragen und Verteilung der Antworten
9.2 Aussagen der Experten
10. Ergebnisse
10.1 Die Suche nach dem Geheimabkommen
10.2 Das Multi-Level-Game Oder: Wieso die Serben auf allen Ebenen falsch spielten
10.3 Das diplomatische Verhalten der EU: Zuckerbrot ohne Peitsche
10.4 Die Qualität der Fahndung des ICTY
10.5 Fazit
10.6 Hypothesen und Ausblick
11. Anhang
11.1 Für die Inhaltsanalyse extrahierte Textstellen
Die Arbeit untersucht die Gründe für die langjährige Erfolglosigkeit bei der Fahndung nach Radovan Karadžić zwischen 1996 und 2008. Der Autor geht der Forschungsfrage nach, welche Faktoren – insbesondere das Zusammenspiel zwischen internationalem Druck, internem politischen Widerstand und der Effizienz der internationalen Akteure – die Festnahme des mutmaßlichen Kriegsverbrechers verhinderten.
2. EINLEITUNG
Mit der Bombardierung der damaligen serbischen Provinz Kosovo, setzten die westlichen alliierten Streitmächte unter der Führung der USA 1999 den Kriegen auf dem Staatsgebiet des ehemaligen Jugoslawien vordergründig ein Ende. Etwas, das bei vielen bewaffneten Konflikten eine Art „offizielles Ende“ markiert, fehlte hier jedoch gänzlich: Die Entmachtung der unterlegenen Kriegsgegner, sowie ihre meist öffentlichkeitswirksam inszenierte Verurteilung, die nicht selten mit einem Todesurteil endet. Im ehemaligen Jugoslawien war alles anders: Der politische Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadžić, sowie sein militärischer Oberbefehlshaber Ratko Mladić konnten lange Zeit trotz angeblich intensiver polizeilicher und nachrichtendienstlicher Fahndung nicht ausgeliefert werden.
Die damalige Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshof in Brüssel, die Schweizerin Carla Del Ponte, versicherte zwar mehrfach, man sei den zwei Gesuchten dicht auf den Fersen, zählbare Erfolge konnte sie hingegen während ihrer gesamten Amtszeit keine vorweisen.
Schon früh machten dagegen Gerüchte in internationalen Medien die Runde, denen zu Folge die beiden Hauptverdächtigen an mutmasslichen Kriegsverbrechen bei den Belagerungen der Städte Sarajevo und Srebrenica weiterhin auf dem Gebiet von Serbien leben würden. Da lag die Schlussfolgerung nahe, dass beide wohl von ehemaligen politischen und / oder militärischen Weggefährten unterstützt und beschützt würden.
Als Radovan Karadžić 2008 zu einem für viele Beobachter überraschenden Zeitpunkt doch noch verhaftet und an den ICTY ausgeliefert wurde, platzierte dieser eine Behauptung von ungeheurer politischer Sprengkraft: Die USA, genauer gesagt ihr Sondergesandter Richard Holbrooke, sollen Karadžić angeblich im Rahmen des Friedensabkommens von Dayton Straffreiheit zugesichert haben. Im Gegenzug dafür sollte sich Karadžić komplett aus der Politik und dem Militär zurückziehen und auch den Parteivorsitz abgeben.
2. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die langjährige, erfolglose Fahndung nach den Kriegsverbrechern Radovan Karadžić und Ratko Mladić trotz internationalem Druck durch den ICTY.
3. Historischer Überblick: Dieses Kapitel liefert eine historische Kontextualisierung der Balkanregion, von der Entstehung des jugoslawischen Staates bis hin zum Zerfall und den Kriegen in den 1990er Jahren.
4. Das Verhalten der UNO und der NATO: Der Autor analysiert hier die Rolle der internationalen Organisationen und deren begrenzte Möglichkeiten sowie die Konflikte zwischen Frieden und Gerechtigkeit.
5. Srebrenica: Dieses Kapitel widmet sich dem Massaker von Srebrenica als zentralem Anklagepunkt gegen Radovan Karadžić und den damit verbundenen humanitären und politischen Versäumnissen.
6. Fallstudie: Hier wird das methodische Vorgehen der Arbeit dargelegt, welches auf Fallstudien, Dokumentenanalysen und Expertenbefragungen basiert.
7. Konstruktion des Fragebogens: Dieser Abschnitt beschreibt die Entwicklung und Anwendung des Leitfadens für die Experteninterviews zur wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit.
8. Inhaltsanalyse: Der Autor erläutert hier die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, die zur systematischen Auswertung der ICTY-Jahresberichte angewandt wurde.
9. Interviews: In diesem Kapitel werden die Aussagen und Perspektiven der befragten Experten zur Fahndungsarbeit und den politischen Hintergründen präsentiert.
10. Ergebnisse: Der Hauptteil der Arbeit fasst die Erkenntnisse zu den vier Forschungsfragen zusammen, einschließlich des Themas Geheimabkommen und des Multi-Level-Games.
11. Anhang: Dieser Teil enthält detaillierte Tabellen zu den extrahierten Textstellen, Abbildungsverzeichnisse sowie das Literaturverzeichnis.
Radovan Karadžić, ICTY, Jugoslawien-Krieg, Srebrenica, Inhaltsanalyse, Two-Level-Game, Internationale Politik, Strafverfolgung, Geopolitik, Richard Holbrooke, Experteninterviews, Kriegsverbrechen, Diplomatie, Geheimabkommen, Fahndung
Die Arbeit analysiert die langjährige Fahndung nach Radovan Karadžić und untersucht, warum der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) trotz internationalem Druck erst nach 13 Jahren erfolgreich war.
Im Fokus stehen die historische Genese des Jugoslawien-Konflikts, die Rolle von UNO und NATO, die Qualität der Fahndungsinstrumente des ICTY und der politische Einfluss auf die Strafverfolgung.
Ziel ist es, die Gründe für die verzögerte Auslieferung zu identifizieren und zu prüfen, ob politische Absprachen (Geheimabkommen) oder strukturelle Mängel der internationalen Gemeinschaft die Fahndung behinderten.
Der Autor nutzt eine Kombination aus qualitativer Inhaltsanalyse (nach Mayring) von offiziellen ICTY-Dokumenten und empirischen Experteninterviews zur Gewinnung von Erkenntnissen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung, eine methodische Fallstudie, die systematische Inhaltsanalyse der Annual Reports und die Auswertung der Expertenmeinungen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Radovan Karadžić, ICTY, Jugoslawien-Krieg, Srebrenica, Two-Level-Game, internationale Strafverfolgung und politische Diplomatie.
Das Konzept wird genutzt, um das komplexe Taktieren serbischer Akteure zu erklären, die nach außen Kooperation mit dem ICTY vortäuschten, um innenpolitisch Stabilität und Unterstützung zu sichern.
Damit wird das diplomatische Verhalten der EU gegenüber Serbien beschrieben, das primär auf Anreize (Assoziierungsabkommen) setzte, anstatt effektive Sanktionen ("Peitsche") konsequent durchzusetzen.
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