Bachelorarbeit, 2009
53 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Internationale Unternehmenstätigkeit im Agribusiness
2.1 Definition und Antriebskräfte der Internationalisierung
2.2 Strategische Entscheidungsbereiche
2.2.1 Marktselektion
2.2.2 Markteintrittsstrategien
2.2.3 Timing des Markteintritts
3 Internationalisierung in ausgewählten Branchen des Agribusiness
3.1 Landtechnikindustrie
3.1.1 Branchenübersicht
3.1.2 Claas
3.2 Agrochemieindustrie
3.2.1 Branchenübersicht
3.2.2 Bayer CropScience
3.3 Saatgutindustrie
3.3.1 Branchenübersicht
3.3.2 KWS AG
4 Bewertung und Perspektiven internationaler Unternehmenstätigkeit
4.1 Landtechnikindustrie
4.2 Agrochemieindustrie
4.3 Saatgutindustrie
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Internationalisierungsstrategien führender Unternehmen im Agribusiness – spezifisch in der Saatgut-, Landtechnik- und Agrochemiebranche –, um deren Vorgehensweise bei der Marktselektion, Markteintrittswahl und dem Timing zu bewerten und zukünftige Trends aufzuzeigen.
2.2.1 Marktselektion
Um für deutsche Unternehmen aus dem Agribusiness eine systematische Zusammenstellung potentieller Märkte herzuleiten, erscheint das Selektionsmodell nach SCHNEIDER & MÜLLER (1989: 19) als geeignet, „da es vornehmlich für mittlere bis große exportorientierte Unternehmen konzipiert“ (MÖDRITSCHER 2001: 323) ist.
Das Modell gibt drei Stufen der Selektion vor: eine Grobselektion anhand unternehmensrelevanter Restriktionen, eine Grobselektion aufgrund von Selektionskriterien und eine Feinselektion (vgl. SCHNEIDER & MÜLLER 1989: 19). „Restriktionen können sich dabei durch das Produkt, den anvisierten Geschäftsbereich, strategische Vorentscheidungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen ergeben“ (MÖDRITSCHER 2001: 323). Eine produktbedingte Restriktion kann z. B. ein Verbot des Ausbringens eines Pflanzenschutzmittels sein, wohingegen der anvisierte Geschäftsbereich, etwa der Vertrieb gentechnisch veränderten Saatguts, durch eine fehlende gesellschaftliche Akzeptanz gehemmt wird. Tritt bereits in der Grobselektion eine Restriktion in Kraft, so entfällt der Markt bereits in der ersten Stufe aus dem Portfolio.
In einer zweiten Selektionsstufe werden die Länder mithilfe von Selektionskriterien bewertet (vgl. SCHNEIDER & MÜLLER 1989: 19). Differenziert werden dabei strategisch orientierte A-Kriterien und operativ bedeutsame B-Kriterien (vgl. MÖDRITSCHER 2001: 324). A-Kriterien umfassen dabei die strategische Position des Heimatlandes im Umfeld anderer Länder (z. B. wirtschaftliche Abkommen, politische Beziehungen und die geographische Lage) sowie den Entwicklungsstand und -tendenzen (vgl. SCHNEIDER 1986: 195). Beispielsweise sind für ein Unternehmen aus der Landtechnikbranche Entwicklungstendenzen in der Maschinisierung von Bedeutung, oder etwa die geographische Distanz zu den Wachstumsmärkten in beispielsweise Asien. Die realisierte und prognostizierte Absatzmenge, Markteintrittsbarrieren, verhaltensbedingte Barrieren (z. B. Geschäftsgewohnheiten oder Verhandlungsgeschick), wirtschaftliche und politisch rechtliche Risiken sowie spezifische Branchenbedingungen, wie die Investitionstätigkeit und die Beschäftigungsentwicklung, zählen zu den B-Kriterien (ebenda). In der dritten Selektionsstufe erfolgt eine „Beurteilung der B-Kriterien hinsichtlich des konkreten Leistungsangebots des Unternehmens“ (SCHNEIDER & MÜLLER 1989: 19). Durch die Überprüfung mittels der B-Kriterien soll sichergestellt werden, „dass nicht nur der Markt selbst, sondern seine Position im Umfeld anderer Ländermärkte und deren Entwicklung, sowie dessen gegenwärtiges und zukünftiges Potenzial für das Leistungsprofil des Unternehmens bewertet werden“ (MÖDRITSCHER 2001: 324).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Internationalisierung für das Agribusiness ein und formuliert das Ziel der Arbeit, die Strategien ausgewählter Unternehmen der Saatgut-, Landtechnik- und Agrochemiebranche zu untersuchen.
2 Internationale Unternehmenstätigkeit im Agribusiness: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen der Internationalisierung, wie Markteintrittsformen, Motive und Timingstrategien (Wasserfall vs. Sprinkler), definiert und erläutert.
3 Internationalisierung in ausgewählten Branchen des Agribusiness: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Branchenübersicht und untersucht konkret die internationalen Tätigkeiten der Fallunternehmen Claas, Bayer CropScience und KWS AG.
4 Bewertung und Perspektiven internationaler Unternehmenstätigkeit: Die Arbeit bewertet hier kritisch die angewandten Strategien der untersuchten Unternehmen und analysiert Zukunftsperspektiven in wichtigen Wachstumsmärkten.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Überprüfung der Internationalisierungsstrategien in einem dynamischen Marktumfeld.
Agribusiness, Internationalisierungsstrategien, Landtechnikindustrie, Agrochemieindustrie, Saatgutindustrie, Marktselektion, Markteintrittsstrategie, Timing, Export, Tochtergesellschaft, Joint Venture, Wachstumsmärkte, Wettbewerbsvorteile, Produktionsstandorte, Konsolidierung
Die Arbeit analysiert die Strategien, mit denen führende deutsche Unternehmen des Agribusiness (Saatgut, Landtechnik, Agrochemie) ihre internationalen Aktivitäten planen und umsetzen.
Die Arbeit behandelt die Marktselektion, die Wahl der Markteintrittsstrategie sowie das zeitliche Timing des Markteintritts in ausländische Märkte.
Das Ziel ist es, die internationalen Aktivitäten von ausgewählten Firmen darzustellen, kritisch zu bewerten und zukünftige Trends und Perspektiven im Sektor aufzuzeigen.
Der Autor führt eine unternehmensspezifische Untersuchung durch, die theoretische Konzepte (z. B. Selektionsmodelle, Timingstrategien) mit praktischen Fallbeispielen und Daten aus Geschäftsberichten verknüpft.
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Fundierung die Branchenstrukturen von Landtechnik, Agrochemie und Saatgut analysiert sowie die Unternehmen Claas, Bayer CropScience und KWS AG als Fallstudien detailliert beleuchtet.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Internationalisierung, Markteintrittsformen, Agribusiness, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstumsmärkte geprägt.
Die Sprinklerstrategie wird gewählt, um durch einen zeitgleichen Markteintritt in mehrere Länder Wettbewerber zu überrollen und Pionierpositionen zu sichern, insbesondere bei technologieintensiven Produkten.
Während Claas stark auf Tochtergesellschaften zur regionalen Marktbearbeitung setzt, vollzog die KWS AG einen Strategiewandel hin zu Direktinvestitionen in Osteuropa, um eine engere Kundenbindung und Kontrolle zu erreichen.
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