Bachelorarbeit, 2009
48 Seiten, Note: Sehr gut
1 Einleitung
2 Jorge Edwards
3 Generación del 50
4 Der Namenlose als Repräsentant einer Generation
5 Genre
5.1 Autofiktion
5.1.1 Autofiktion – „El Poeta soy yo“
5.2 Biofiktion
5.2.1 Enrique Lihn
5.2.2 Heberto Padilla
5.3 Bürgerlicher Roman und Untergruppen
5.4 Nueva novela histórica
6 Analyse der Erzählstrategie
6.1 Erzählperspektive
6.2 Metafiktionale Elemente und Illusionsbrüche
6.3 Unzuverlässiges Erzählen und das Entstehen von Ironie
6.4 „La historia como conjetura“ – Der fingierte Chronist und Zeitzeuge
6.5 Die Redewiedergabe als Strategie der „historia como conjetura“
6.6 Die Darstellung von Raum und Zeit
7 Themen und Motive
7.1 La huída, la evasión und Jean-Arthur Rimbaud
7.2 Die Rolle des Existentialismus im Roman
7. 3 Der Habitus des existentialistischen Künstlers als Mittel der Ironie
7.3.1 Chico und Eduardito
7.3.2 El Poeta
7.4 La Casa de Dostoievsky
8 Zusammenfassung
9 Bibliografie
9.1 Primärliteratur
9.2 Sekundärliteratur
9.3 Internetquellen
10 Appendix
10.1 María Teresa Cárdenas im Gespräch mit Jorge Edwards
10.2 Alejandro Bellotti im Gespräch mit Jorge Edwards
Die vorliegende Arbeit untersucht den Roman "La casa de Dostoievsky" von Jorge Edwards, wobei ein besonderer Fokus auf den eingesetzten Erzählstrategien, der Gattungsbestimmung sowie der Darstellung des Künstlerhabitus liegt. Die Forschungsfrage widmet sich dabei der Dekonstruktion der Identität des Protagonisten und dem Zusammenspiel zwischen faktischen und fiktionalen Elementen im Kontext einer Generation von Künstlern im Chile des 20. Jahrhunderts.
6.2 Metafiktionale Elemente und Illusionsbrüche
Der Roman scheint aus einer Vielzahl von Illusionsbrüchen zu bestehen, bedenkt man, dass die Betonung auf der historia como conjetura liegt. Der auktoriale Erzähler mutmaßt, wechselt die Perspektive mit dem facettenreichen Wir-Erzähler, der wiederum in einen Du-Erzähler münden könnte. Weder Distanz noch Perspektive scheinen für den Leser gesichert. Durch metafiktionale Kommentare reißt der Erzähler den Leser vollends aus seiner Illusion und dekonstruiert nach postmoderner Manier den ohnehin schon wenig gefestigten Protagonisten:
Si miramos las cosas desde una distancia un poco mayor, desde una perspectiva más amplia, podríamos sostener que los accidentes, los avatares, los desencantos de Ernesto, Eulalio, Armando, de nuestro personaje de huidiza identidad, nuestro poeta inexistente y a quien preferimos llamar el Poeta, con P mayúscula, formaron parte de una época. (CD 268f.)
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung des Romans als Liebeserklärung an einen chilenischen Zeitgeist und führt in die zentralen Analysepunkte wie Erzählstrategie, Genrezugehörigkeit und die existentialistische Prägung der Figuren ein.
2 Jorge Edwards: Dieses Kapitel skizziert die biographischen und literarischen Hintergründe des Autors, insbesondere seinen Einfluss durch den Existentialismus und seine diplomatische Laufbahn, die maßgeblich in sein Werk einfließen.
3 Generación del 50: Es wird die "Generación del 50" als lose Künstlergruppierung definiert, die sich durch ein gemeinsames Lebensgefühl, eine bürgerliche Herkunft und eine Abkehr von traditionellen chilenischen Literaturnormen hin zum Existentialismus auszeichnet.
4 Der Namenlose als Repräsentant einer Generation: Hier wird die komplexe Konstruktion der Hauptfigur "el Poeta" analysiert, die als fiktionalisiertes Alter Ego dient und eine ganze Schriftstellergeneration sowie deren diffuse Identität verkörpert.
5 Genre: Dieser Abschnitt ordnet den Roman als hybrides Werk ein, das Elemente von Autofiktion, Biofiktion, Entwicklungsroman und "Nueva novela histórica" vereint.
6 Analyse der Erzählstrategie: Die Analyse deckt die verschiedenen Erzählperspektiven auf, beleuchtet die Rolle des unzuverlässigen Erzählens, die spezifische Erzählweise der "historia como conjetura" sowie die Zeit- und Raumstruktur.
7 Themen und Motive: Es werden zentrale Motive wie Flucht (huída), die Rolle des Existentialismus, der Künstlerhabitus nach Bourdieu sowie die Bedeutung des Romantitels untersucht.
8 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Ergebnisse und betont die hohe Komplexität sowie die hybride Form des Romans, die eine eindeutige Kategorisierung ausschließt.
9 Bibliografie: Das Kapitel bietet ein systematisches Verzeichnis der Primärliteratur, Sekundärliteratur und verwendeten Internetquellen.
10 Appendix: Der Anhang enthält ergänzende Interviews mit Jorge Edwards, die zum Verständnis der Entstehung und der autobiographischen Hintergründe beitragen.
Jorge Edwards, La casa de Dostoievsky, Autofiktion, Biofiktion, Generación del 50, Existentialismus, Erzählstrategie, historia como conjetura, Nueva novela histórica, Künstlerroman, Identität, Chile, Lateinamerikanische Literatur, Postmoderne, Habitus.
Die Arbeit analysiert den Roman "La casa de Dostoievsky" von Jorge Edwards hinsichtlich seiner komplexen Erzählstruktur, seiner hybriden Gattungszugehörigkeit und der Darstellung des existentialistischen Künstlers.
Zentrale Themen sind die Autofiktion und Biofiktion, der Habitus der "Generación del 50", die Rolle der Ironie sowie die Bedeutung von Flucht und Existentialismus im Leben des Protagonisten.
Das Ziel ist es, die parodistischen Elemente des Romans aufzuzeigen und die narrative Komplexität mittels erzähltheoretischer Ansätze zu dekonstruieren.
Die Untersuchung nutzt erzähltheoretische Analysen (insbesondere zur Erzählperspektive und zum unzuverlässigen Erzählen), Konzepte der Genretheorie sowie soziologische Habitusbegriffe nach Bourdieu.
Im Hauptteil werden die Genrezugehörigkeit, die komplexe Erzählweise ("historia como conjetura") sowie die Analyse der Figuren und Leitmotive (wie der Existentialismus und das Künstlertum) detailliert ausgearbeitet.
Wichtige Begriffe sind Autofiktion, Biofiktion, Existentialismus, "historia como conjetura", Generación del 50 und erzähltheoretische Multiperspektivität.
Sie fungiert als zentrale Erzählstrategie, die den Roman auf Vermutungen und Hypothesen aufbaut, wodurch die Eindeutigkeit historischer Fakten zugunsten einer ironischen Mehrdeutigkeit aufgebrochen wird.
Die Biographie Lihns dient als wichtiges Gerüst für die fiktionalisierte Figur des "Poetas", wobei Edwards diese historischen Eckpunkte durch fiktionale Überformungen gezielt destabilisiert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

