Masterarbeit, 2009
159 Seiten, Note: 1,0
EINLEITUNG
1. BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN
1.1 Der Begriff der Weiterbildung
1.2 Der ältere Arbeitnehmer aus Sicht der Forschung
1.3 Die (berufliche) Weiterbildungsbeteiligung
2. GESELLSCHAFTLICHER KONTEXT
2.1 Der demographische Wandel
2.1.1 Geburtenrückgang
2.1.2 Wachsende kulturelle Heterogenität
2.1.3 Steigende Lebenserwartung
2.2 Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt
2.2.1 Veränderungen auf der Angebotsseite
2.2.2 Veränderungen auf der Nachfrageseite
2.3 Fazit
3. DATENQUELLEN DER BETRIEBLICHEN WEITERBILDUNG
3.1 Personenbefragungen
3.1.1 Berichtssystem Weiterbildung (BSW)
3.1.2 Europäische Weiterbildungserhebung AES
3.1.3 Mikrozensus (MZ)
3.1.4 Sozio-oekonomisches Panel (SOEP)
3.1.5 BIBB/IAB-Erhebung bzw. BIBB/BAuA-Erhebung
3.1.6 Vergleich der Personenbefragungen: BSW vs. MZ
3.2 Unternehmensbefragungen
3.2.1 Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)
3.2.2 Europäische Weiterbildungserhebung CVTS
3.2.3 IAB-Betriebspanel
3.2.4 Vergleich der Unternehmensbefragungen
3.3 Einzelstudien
3.4 Fazit
4. ERKLÄRUNGSANSÄTZE UND THEORIEGELEITETE ANNAHMEN
4.1 Weiterbildungsbeteiligung älterer Arbeitnehmer aus betrieblicher Perspektive (Fremdselektion)
4.1.1 Humankapitaltheorie (HKT)
4.1.2 Leistungsfähigkeit und Lernvermögen älterer Arbeitnehmer
4.1.3 (Mangelndes) Bewusstsein über die Folgen des demographischen Wandels
4.1.4 Die Förderung der beruflichen Weiterbildung älterer Arbeitnehmer durch die Bundesagentur für Arbeit
4.2 Weiterbildungsbeteiligung älterer Arbeitnehmer aus individueller Perspektive (Selbstselektion)
4.2.1 Humankapitaltheorie (HKT)
4.2.2 Theorie der Entwicklungsaufgaben
4.2.3 Stigmatisierungsmodell und Selbstkonzept
4.2.4 Lernwiderstände
4.3 Überlegungen zu objektiven Randbedingungen der Weiterbildungsbeteiligung älterer Arbeitnehmer
4.3.1 Betriebsgröße
4.3.2 Branche und Produktionsregime
4.3.3 Betriebliches Weiterbildungsangebot und seine Funktion
4.3.4 Technologieverbreitungsgrad
4.3.5 Arbeitsgestaltung und Personaleinsatzplanung
4.3.6 Individuelle Merkmale
5. EMPIRISCHE ANALYSE DES BETRIEBLICHEN WEITERBILDUNGSVERHALTENS AUF DER BASIS DES IAB-BETRIEBSPANELS
5.1 Deskriptive Befunde
5.2 Multivariate Befunde
6. ZUSAMMENFASSENDE BEFUNDE ZUR WEITERBILDUNGSBETEILIGUNG ÄLTERER ARBEITNEHMER
ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN
Die Arbeit untersucht die Ursachen für die unterdurchschnittliche Weiterbildungsbeteiligung älterer Arbeitnehmer in Deutschland, indem sie sowohl die betriebliche Fremdselektion als auch die individuelle Selbstselektion sowie objektive Rahmenbedingungen analysiert, um Lösungsansätze zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit Älterer zu identifizieren.
1.1 Der Begriff der Weiterbildung
Gesetzgeber und wissenschaftliche Untersuchungen haben sich lange Zeit an der vom Deutschen Bildungsrat vorgegebenen Definition des Begriffs Weiterbildung orientiert. Seit 1970 wurde demnach die Weiterbildung als „vierte Säule“ des deutschen Bildungssystems folgendermaßen von anderen Bildungsbereichen abgegrenzt:
Weiterbildung ist die Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer unterschiedlich ausgedehnten ersten Ausbildungsphase [...]. Das Ende der ersten Bildungsphase und damit der Beginn möglicher Weiterbildung ist in der Regel durch den Eintritt in die volle Erwerbstätigkeit gekennzeichnet [...] Das kurzfristige Anlernen oder Einarbeiten am Arbeitsplatz gehört nicht in den Rahmen der Weiterbildung.6
Mit ihrer vierten Empfehlung zur Weiterbildung aus dem Jahr 2001 orientiert sich die Kultusministerkonferenz (KMK) weiter an der vom Deutschen Bildungsrat vorgegebenen Definition, modifiziert ihre Auffassung von Weiterbildung aber aufgrund der gestiegenen Bedeutung des selbst gesteuerten Lernens:
Weiterbildung ist die Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer unterschiedlich ausgedehnten ersten Bildungsphase und in der Regel nach Aufnahme einer Erwerbs- oder Familientätigkeit. Weiterbildung in diesem Sinne liegt auch vor, wenn die Einzelnen ihr Lernen selbst steuern. Weiterbildung umfasst die allgemeine, berufliche, politische, kulturelle und wissenschaftliche Weiterbildung. Weiterbildung kann in Präsenzform, in der Form der Fernlehre, des computergestützten Lernens, des selbst gesteuerten Lernens oder in kombinierten Formen stattfinden.7
1. BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Weiterbildung und den älteren Arbeitnehmer im Kontext der Bildungsforschung.
2. GESELLSCHAFTLICHER KONTEXT: Hier werden demographische Trends wie Geburtenrückgang und steigende Lebenserwartung sowie deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Bedeutung von Weiterbildung dargestellt.
3. DATENQUELLEN DER BETRIEBLICHEN WEITERBILDUNG: Das Kapitel bietet einen Überblick über nationale und europäische Personen- und Unternehmensbefragungen und diskutiert deren Aussagekraft sowie methodische Unterschiede.
4. ERKLÄRUNGSANSÄTZE UND THEORIEGELEITETE ANNAHMEN: Hier werden theoretische Modelle erläutert, die den Unterschied in der Weiterbildungsbeteiligung zwischen Jüngeren und Älteren erklären, unterteilt in betriebliche und individuelle Aspekte.
5. EMPIRISCHE ANALYSE DES BETRIEBLICHEN WEITERBILDUNGSVERHALTENS AUF DER BASIS DES IAB-BETRIEBSPANELS: Die Annahmen aus Kapitel 4 werden hier mittels deskriptiver und multivariater Analysen empirisch auf Basis des IAB-Betriebspanels überprüft.
6. ZUSAMMENFASSENDE BEFUNDE ZUR WEITERBILDUNGSBETEILIGUNG ÄLTERER ARBEITNEHMER: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und beleuchtet die komplexen Wechselwirkungen der Einflussfaktoren.
Weiterbildung, Ältere Arbeitnehmer, Betriebliche Weiterbildung, Demographischer Wandel, Humankapitaltheorie, IAB-Betriebspanel, Weiterbildungsbeteiligung, Lebenslanges Lernen, Diskriminierung, Beschäftigungsfähigkeit, Strukturwandel, Personalpolitik, Altersteilzeit, Selbstselektion, Fremdselektion.
Die Arbeit analysiert die Weiterbildungsbeteiligung älterer Arbeitnehmer und untersucht, warum diese im Vergleich zu jüngeren Arbeitnehmern häufig unterdurchschnittlich ist.
Die zentralen Felder umfassen den demographischen Wandel, die Erfassung von Weiterbildungsdaten durch verschiedene Befragungsinstrumente, theoretische Erklärungsansätze zur Benachteiligung Älterer sowie betriebliche Einflussfaktoren.
Das primäre Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die die betriebliche Weiterbildung älterer Arbeitnehmer determinieren, um Erklärungsmodelle für die vergleichsweise geringe Partizipation zu liefern.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Fundierung mit einer empirischen Analyse, wobei insbesondere Daten des IAB-Betriebspanels durch deskriptive Auswertungen und multivariate logistische Regressionen untersucht werden.
Im Hauptteil stehen die theoretische Einordnung von Weiterbildungshemmnissen (Fremd- und Selbstselektion) sowie die empirische Überprüfung dieser Annahmen anhand betriebsspezifischer Merkmale wie Betriebsgröße, Branche und Technologiegrad im Fokus.
Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie demographischer Wandel, betriebliche Weiterbildung, humankapitaltheoretische Ansätze, Altersteilzeit und statistische Diskriminierung bestimmt.
Die Humankapitaltheorie dient als ökonomischer Erklärungsansatz, nach dem Arbeitgeber Investitionen in Weiterbildung aufgrund verkürzter Amortisationszeiten bei älteren Arbeitnehmern seltener tätigen.
Das BSW ist eine fokussierte Einthemenbefragung mit freiwilliger Teilnahme, während der Mikrozensus eine verpflichtende Mehrthemen-Haushaltserhebung ist, was zu unterschiedlichen Teilnahmequoten führt.
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