Examensarbeit, 2009
123 Seiten, Note: 2
Vorwort
1. Psychotraumatologie
1.1. Begriffsklärung
1.2. Klassifikation von Traumen
1.3. Traumafolgestörungen
1.3.1. Akute Belastungsreaktion
1.3.2. Posttraumatische Belastungsstörung
1.3.2.1. Definition
1.3.2.2. Symptome
1.3.3. Anpassungsstörung
1.3.4. Komplexe Störungen
1.4. Diagnostik
1.4.1. Strukturierte und standardisierte Interviews
1.4.2. Selbstbeurteilungsverfahren
1.4.3. Ergänzende Verfahren
1.4.3.1. Erfassung sekundärer Funktionsbeeinträchtigungen
1.4.3.2. Differenzialdiagnostik
1.4.4. Besonderheiten der Diagnostik bei Kindern
1.5. Zusammenfassung
2. Schwere zielgerichtete Gewalt an Schule – School Shootings
2.1. Begriffsklärung
2.1.1. Amok
2.1.2. School Shooting
2.2. Überblick über die Taten
2.3. Tätercharakteristika
2.4. Die Opfer
2.5. Zusammenfassung
3. Psychologische Interventionsmaßnahmen nach School Shootings
3.1. Theoretischer Hintergrund für die Arbeit mit Krisenbetroffenen
3.1.1. Begriffsklärung
3.1.1.1. Krise
3.1.1.2. Krisenintervention
a) Ziele
b) Prinzipien
3.1.2. Trauerschleife bzw. Krisenspirale nach Schley (1988)
3.1.3. Bewältigungsstrategien
3.1.3.1. Ressourcenkonzept
3.1.3.2 Stress – Coping – Modell
3.2. Maßnahmen der psychologischen Intervention
3.2.1. Kurzfristige Maßnahmen – Psychische Erste Hilfe
3.2.1.1. Kreise der Betroffenheit – Kreise der Unterstützung
3.2.1.2. Leitlinien psychologischen Vorgehens in der Akutphase
3.2.1.3. Kommunikationstechniken in Krisensituationen
3.2.1.4. ‚Verhaltenssünden’ im Umgang mit traumatisierten Personen
3.2.2. Mittelfristige Maßnahmen – Psychologische Stabilisierung
3.2.2.1. Informationsveranstaltung – Crisis Management Briefing
3.2.2.2. Exkurs: Umgang mit der Presse
3.2.2.3. Psychologisches Debriefing
3.2.2.4. Struktur eines Gruppengesprächs
3.2.2.5. Familienunterstützung
3.2.3. Langfristige Maßnahmen – Traumatherapie
3.2.3.1. Ziele und Inhalte der Traumatherapie
3.2.3.2. Phasen der Traumatherapie
a) Herstellen von Sicherheit und Stabilität
b) Traumabearbeitung
c) Integration
3.2.3.3. Überblick über traumatherapeutische Verfahren
a) EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)
b) Kognitive Verhaltenstherapie
c) Psychodynamische Therapien
d) Hypnotherapie
e) Behandlung mit Psychopharmaka
3.3. Schulische und unterrichtliche Maßnahmen nach einem traumatischen Ereignis
3.3.1. Kurzfristige Maßnahmen
3.3.2. Mittelfristige Maßnahmen – Anregungen zur Thematisierung des Traumatischen Ereignisses im Unterricht
3.3.3 Langfristige Maßnahmen
3.4. Zusammenfassung
4. Möglichkeiten der Prävention
4.1. Stärkung der Schutzfaktoren
4.2. Verminderung von Risikofaktoren
4.2.1. Einführung eines Kriseninterventionsteams und Notfallordners an Schulen
4.2.2. Zugangskontrolle zu Waffen
4.2.3. Verbot bzw. bessere Kontrolle von gewalthaltigen Computerspielen
4.2.4. Ankündigung von School Shootings
4.3. Zusammenfassung
Schlusswort und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Auswirkungen von Schulamokläufen (School Shootings) auf die betroffene Schulgemeinschaft sowie die notwendigen Interventions- und Präventionsstrategien, um traumatische Folgestörungen wie PTBS zu minimieren oder präventiv entgegenzuwirken.
1. Psychotraumatologie
Sicherheit, Vorhersehbarkeit, Kontrolle. Merkmale, die sich ein Großteil der Menschen für ihr Leben wünschen und die, wenn vorhanden, oft als Selbstverständlichkeit angesehen werden. Die Fragilität dieser Konstanten wird zumeist erst bewusst, wenn unerwartete und unfassbare Ereignisse diese bedrohen. In diesem Kapitel soll nun der in mittlerweile vielen Bereichen eingesetzte Begriff des Traumas theoretisch beleuchtet und eingegrenzt werden, sowie die aus einem traumatischen Ereignis, wie dies auch ein Amoklauf an einer Schule darstellt, möglichen resultierenden Auswirkungen auf den Einzelnen beschrieben werden.
1.1 Begriffsklärung
Das Wort Trauma leitet sich ursprünglich aus dem Griechischen ab und lässt, ganz allgemein, auf eine Verletzung schließen (vgl. Landolt 2008a, Fischer 1998). Es kann sich hierbei einerseits um körperliche Wunden und Behinderungen handeln, deren Versorgung und Behandlung der chirurgischen Traumatologie unterliegt (vgl. Fischer 1998). Andererseits können auch nicht sichtbare Verletzungen der Seele entstehen, in die man, wie Krüger (2007) so schön sagt, nicht „einfach hineinschauen“ (S.17) kann. Die Psychotraumatologie als psychologisch-medizinisches Fachgebiet untersucht zum einen die Entstehung, die Erfassung und den Verlauf von seelischen Wunden, als auch Möglichkeiten zu deren Behandlung (vgl. Landolt 2008a, S.14).
Nach Fischer (2003) bezeichnet der Begriff Trauma nicht ein spezielles Ereignis, „sondern eine seelische Verletzung, die durch schwer belastende Ereignisse bewirkt werden kann“ (S. 36). Ereignisse, die einen Menschen überwältigen und ihn mit Erfahrungen konfrontieren, die nicht in den vorhandenen Erfahrungsschatz eingegliedert werden können sowie mit einer subjektiv empfundenen Lebensbedrohung verbunden sind, führen in den meisten Fällen zu einem Trauma (vgl. Morgan 2007).
Nach ICD-10 Klassifikation werden Traumen als „kurz- oder langanhaltende Ereignisse oder Geschehen von außergewöhnlicher Bedrohung mit katastrophalem Ausmaß, die nahezu bei jedem tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde“ (Maercker 2003a, S.4), bezeichnet. Das DSM-IV der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft definiert Traumen als „potentielle oder reale Todesbedrohungen, ernsthafte Verletzungen oder eine Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit bei sich oder anderen, auf die mit intensiver Furcht, Hilflosigkeit oder Schrecken reagiert wird“ (Maercker 2003a, S.4).
1. Psychotraumatologie: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Traumas theoretisch, klassifiziert traumatische Ereignisse und erläutert Traumafolgestörungen sowie diagnostische Verfahren.
2. Schwere zielgerichtete Gewalt an Schule – School Shootings: Hier wird der Begriff School Shooting definiert, ein Überblick über bisherige Taten gegeben sowie Tätercharakteristika und die Auswirkungen auf die Opfer untersucht.
3. Psychologische Interventionsmaßnahmen nach School Shootings: Dieses Hauptkapitel beschreibt detailliert kurz-, mittel- und langfristige psychologische sowie schulische Handlungsstrategien zur Krisenbewältigung und Traumatherapie.
4. Möglichkeiten der Prävention: Das abschließende inhaltliche Kapitel erörtert Strategien zur Gewaltprävention, wie die Stärkung von Schutzfaktoren, Kriseninterventionsteams und den Umgang mit Risikofaktoren.
School Shooting, Amoklauf, Psychotraumatologie, Posttraumatische Belastungsstörung, Krisenintervention, Psychische Erste Hilfe, Traumatherapie, Prävention, Leaking, Schulgewalt, EMDR, Traumafolgestörungen, Resilienz, Krisenmanagement, Täterprofile.
Die Arbeit behandelt die psychosoziale Bewältigung von traumatischen Großereignissen an Schulen, spezifisch im Kontext von School Shootings, und bietet Handlungsleitfäden für Intervention und Prävention.
Die zentralen Felder sind die Psychotraumatologie, die Analyse der Täter- und Opferrollen bei School Shootings sowie die psychologische und pädagogische Krisenintervention.
Ziel ist es, Handlungsmöglichkeiten für Schulen aufzuzeigen, um betroffene Individuen und die Institution Schule nach einem traumatischen Ereignis zu stützen und langfristige psychische Folgeschäden zu verhindern.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Aufarbeitung vorliegender Forschungsergebnisse und empirischer Studien zu Traumata und School Shootings.
Der Hauptteil gliedert sich in psychologische Interventionsschritte (Akuthilfe, Stabilisierung, Traumatherapie) und unterrichtliche Maßnahmen, die Schulen helfen sollen, Krisensituationen strukturiert zu bewältigen.
Wichtige Begriffe sind School Shooting, Krisenintervention, PTBS, Traumatherapie, Prävention und psychosoziale Stabilisierung.
Die Krisenintervention dient der kurzfristigen akuten Sicherheit und Stabilisierung vor Ort, während die Traumatherapie eine langfristige, spezialisierte therapeutische Behandlung zur Integration des Traumas darstellt.
Das Leaking bezeichnet das Durchsickern von Informationen oder Andeutungen des Täters vor der Tat; die Beachtung dieser Hinweise ist ein wesentlicher Ansatzpunkt für die Früherkennung und Prävention.
Es wird eine kooperative, aber professionelle Pressearbeit empfohlen, um Fakten transparent zu kommunizieren, Gerüchte zu vermeiden und Betroffene vor unzumutbaren Medienanfragen zu schützen.
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