Magisterarbeit, 2009
100 Seiten, Note: gut
Einleitung
1. Das Herstellen von Öffentlichkeit für die Sozialarbeit
1.1. Teilnahme am öffentlichen Diskurs bei Silvia Staub-Bernasconi
1.2. Berufsbild der Österreichischen SozialarbeiterInnen
1.3. Öffentlichkeitsarbeit für interne und externe Kommunikation
2. Journalismus als Mittel, Öffentlichkeit herzustellen
2.1. Journalismus als Tagebuch der Gesellschaft
2.2. Journalismus als Erzieher zur Vernunft
2.3. Journalismus als Gatekeeper
2.4. Journalismus als Leistungssystem der Öffentlichkeit
2.5. Journalismus als Transportmittel zwischen Politik und BürgerInnen
2.6. Journalismus als Vierte Gewalt im Staat
3. Was kann Journalismus – Integrationspotenzial
3.1. Definition Integration
3.2. Funktionen des Journalismus in Hinblick auf den Bestand einer Gemeinschaft
4. Öffentlichkeit – was ist das?
4.1. Habermas: Idealmodell der bürgerlichen Ordnung
4.2. Luhmann: Beobachtungssystem der Gesellschaft
4.3. Gerhards/Neidhard: Arenenmodell
5. Österreichs Medienlandschaft mit Schwerpunkt Tageszeitungen
5.1. Merkmale der österreichischen Medienlandschaft
5.2. Die aktuelle Tageszeitungssituation
5.3. Kurier
5.4. Standard
6. Forschung
6.1. Forschungskonzept
6.2. Ausgangslage
6.3. Forschungsfrage
6.4. Forschungsdesign
6.4.1. Quantitative Forschung
6.4.2. Qualitative Forschung
7. Häufigkeitsanalyse
7.1. Untersuchungszeitraum
7.2. Kategorienbildung „Soziales“
7.3. Ergebnisse der Häufigkeitsanalyse
7.3.1. Anzahl der Artikel
7.3.2. ExpertInnen
7.3.3. Handlungsfelder
7.3.4. Inhalte der Artikel
7.3.5. Ressorts
7.3.6. Haupt- oder Nebengeschichte
7.3.7. Aufteilung der Handlungsfelder und der dabei zitierten ExpertInnen
7.3.7.1. Handlungsfeld „Kinder, Jugend, Familie“
7.3.7.2. Handlungsfeld „Alte Menschen“
7.3.7.3. Handlungsfeld „Materielle Grundsicherung“
7.3.7.4. Handlungsfeld „Gesundheit“
7.3.7.5. Handlungsfeld „Straffälligkeit“
7.3.7.6. Handlungsfeld „Beruf und Bildung“
7.3.7.7. Handlungsfeld „Migration und Integration“
7.3.8.1. Definition und Anzahl der Nennung der „Sozialen Prominenz“
7.3.8.2. AkteurInnen öffentlicher Kommunikation
7.3.9. Anzahl der Nennung der Einrichtungen
7.3.10.1. Inhaltliche Zusammenfassung der Themen im Handlungsfeld „Kinder und Jugendliche“
7.3.10.2. Inhaltliche Zusammenfassung der Themen im Handlungsfeld „Migration und Integration“
7.4. Zusammenfassung der Ergebnisse der Häufigkeitsanalyse
8. Qualitative Forschung
8.1. Leitfadeninterviews mit ExpertInnen
8.2. Schwerpunkte der Befragung
8.3. Journalistisches Handeln
8.4. Auswertung der Interviews
8.4.1. Auswertungsverfahren
8.5. Ergebnisse
8.5.1. Rolle des Journalismus
8.5.2. Unterschiedliche Intentionen Sozialarbeit – Journalismus
8.5.3. Auswirkung der Öffentlichkeit auf den Einzelnen
8.5.4. Positionierung der Zeitung
8.5.5. Möglichkeit und Grenzen
8.5.6. Alltag in den Redaktionen
8.5.7. Positionierung innerhalb der Zeitung
8.5.8. Redaktionsinterner Schwerpunkt und Spezialisierung
8.5.9. Chronik versus Inland
8.5.10. Soziale Themen in der Zeitung
8.5.11. Zugang zu ExpertInnen
8.5.12. Zusammenarbeit mit ExpertInnen/PR-Profis
8.5.13. Zusammenarbeit mit SozialarbeiterInnen
8.6. Zusammenfassung
9. Ausblick
Zur Zukunft der Tageszeitungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Präsenz sozialarbeiterischer Expertisen in österreichischen Printmedien bei der Berichterstattung über soziale Themen. Das Ziel besteht darin, herauszufinden, wem journalistischer Expertenstatus zuerkannt wird, wenn soziale Brennpunkte in der Berichterstattung thematisiert werden, und wie SozialarbeiterInnen die Zusammenarbeit mit Medien gestalten können.
1. Das Herstellen von Öffentlichkeit für die Sozialarbeit
Im folgenden Kapitel wird der Frage nachgegangen, was Sozialarbeit bewegt, sich um Öffentlichkeit für die Anliegen ihrer KlientInnen, KundInnen oder ihrer sozialarbeiterischen Arbeit per se zu bemühen.
1.1. Teilnahme am öffentlichen Diskurs bei Silvia Staub-Bernasconi
Wenn es um das zielgerichtete Lenken der öffentlichen Aufmerksamkeit auf Anliegen und Lebensbedingungen von KlientInnen geht, sieht Staub-Bernasconi dieses u.a. in der Kategorie der Kriterienarbeit begründet. Sie bezieht dabei ihre Definition von Kriterienarbeit auf den Umgang mit „vergesellschaftlichten, allgemeinsten, institutionalisierten Werten, die der Definition Sozialer Probleme zugrunde liegen“ (=Kriterien) (Staub-Bernasconi 1995:186 f.).
Gründe für das Bemühen, öffentliche Aufmerksamkeit zu erlangen, sieht sie in folgenden Fällen:
a) die Nichterfüllung proklamierter Werte oder gesetzten Rechtes
b) das Fehlen von Wert- bzw. Rechtsvorstellungen/Kriterien für einen bestimmten Sachverhalt (siehe Genforschung et.al.)
c) der willkürliche Umgang mit Werten und gesetztem Recht oder verbindlichen Normen (siehe Bemessung von sozialem Existenzminimum)
d) die aktive Dekonstruktion von Werten (z.B. subjektive Beliebigkeit anstelle von durch Verfahren kontrollierte Wahrheit; reiner Wettbewerb anstelle von Kooperation; Zynismus anstelle von Mitleid; individuelle Risikoabsicherung anstelle von solidarischer Ausgleichsgerechtigkeit etc.)
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen der Sozialarbeit im "doppelten Mandat" bei der Öffentlichkeitsarbeit und stellt die Forschungsfragen bezüglich der medialen Repräsentanz sozialarbeiterischer Expertise.
1. Das Herstellen von Öffentlichkeit für die Sozialarbeit: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Gründe und Notwendigkeiten für die Sozialarbeit, am öffentlichen Diskurs teilzunehmen und Lobbying zu betreiben.
2. Journalismus als Mittel, Öffentlichkeit herzustellen: Hier wird die historische und gesellschaftliche Rolle des Journalismus als "Vierte Gewalt", Gatekeeper und Tagebuch der Gesellschaft skizziert.
3. Was kann Journalismus – Integrationspotenzial: Dieses Kapitel untersucht, ob Medien tatsächlich einen Beitrag zur sozialen Integration leisten können oder ob sie eher Exklusion fördern.
4. Öffentlichkeit – was ist das?: Es werden theoretische Modelle von Habermas, Luhmann sowie Gerhards und Neidhardt vorgestellt, um den Begriff der Öffentlichkeit wissenschaftlich einzuordnen.
5. Österreichs Medienlandschaft mit Schwerpunkt Tageszeitungen: Das Kapitel bietet einen Überblick über den österreichischen Zeitungsmarkt, insbesondere die Struktur und Blattlinien von "Kurier" und "Standard".
6. Forschung: Darstellung des Forschungsdesigns, der Hypothesen und der methodischen Herangehensweise der Diplomarbeit.
7. Häufigkeitsanalyse: Auswertung der Artikel in den untersuchten Zeitungen hinsichtlich Themen, ExpertInnen und Ressorts, um ein Bild der medialen Präsenz sozialer Themen zu erhalten.
8. Qualitative Forschung: Ergebnisbericht der Leitfadeninterviews mit JournalistInnen, in denen die Alltagspraxis in Redaktionen und die Zusammenarbeit mit SozialarbeiterInnen reflektiert wird.
9. Ausblick: Diskussion über die Zukunft der Printmedien vor dem Hintergrund des digitalen Wandels und die Chancen für die Sozialarbeit.
Soziale Arbeit, Öffentlichkeit, Journalismus, Massenmedien, Öffentlichkeitsarbeit, Expertise, SozialarbeiterInnen, Medienberichterstattung, Inhaltsanalyse, Leitfadeninterviews, Integrationspotenzial, Presserecht, Tageszeitungen, Diskurs, Kommunikation.
Die Arbeit analysiert, wie sozialarbeiterische Expertisen in österreichischen Printmedien präsentiert werden und welche Rolle SozialarbeiterInnen im öffentlichen Diskurs über soziale Themen einnehmen.
Die Untersuchung umfasst unter anderem die Bereiche "Kinder, Jugend und Familie", "Migration und Integration", "Materielle Grundsicherung" sowie die Auswirkungen journalistischer Berichterstattung auf KlientInnen.
Das Ziel ist es, den Status der Sozialarbeit in den Medien zu evaluieren und Empfehlungen für eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit von SozialarbeiterInnen abzuleiten, um gesellschaftliche Anliegen besser zu platzieren.
Es wird eine Kombination aus quantitativer Häufigkeitsanalyse von Zeitungsartikeln und qualitativen Leitfadeninterviews mit RedakteurInnen angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen über Journalismus und Öffentlichkeit, eine medienlandschaftliche Bestandsaufnahme sowie eine ausführliche empirische Untersuchung des Zeitungsmarktes und der journalistischen Praxis.
Die wichtigsten Begriffe sind Sozialarbeit, Medienpräsenz, ExpertInnenrolle, Öffentlichkeit, Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit.
Die Analyse zeigt, dass im sozialen Bereich vor allem PolitikerInnen und VertreterInnen kirchlicher Organisationen (wie Caritas oder Diakonie) als "Soziale Prominenz" mediale Aufmerksamkeit erhalten, während professionelle SozialarbeiterInnen seltener als ExpertInnen zitiert werden.
Die Studie identifiziert eine kleine Gruppe von Personen aus dem kirchlichen Umfeld, die aufgrund ihrer medialen Präsenz den öffentlichen Diskurs dominieren und als Sprachrohr für soziale Anliegen fungieren.
JournalistInnen wünschen sich von SozialarbeiterInnen eine gezieltere Pressearbeit, mehr Verständnis für die Abläufe in Redaktionen sowie eine mutigere Kommunikation bei der Aufdeckung von Missständen unter Wahrung des Persönlichkeitsschutzes.
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