Magisterarbeit, 2006
61 Seiten
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
I. Einleitung
II. Ausgangspunkt und Ziel der vorliegenden Untersuchung
III. Komponenten in Ibsens Dramen
1. Aufdeckungsbericht
2. Finalität
3. Dilemmata
4. Analogie
IV. Ibsens Enthüllungsdramen
1. „Stützen der Gesellschaft“
2. „Nora (Ein Puppenheim)“
3. „Gespenster“
V. Ergebnis
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Henrik Ibsen in seinen Enthüllungsdramen „Stützen der Gesellschaft“, „Nora (Ein Puppenheim)“ und „Gespenster“ die Vergangenheit als determinierenden Faktor gestaltet. Das primäre Ziel der Untersuchung ist es aufzuzeigen, dass Ibsen Skandal- und Fatalwert vergangener Ereignisse nicht um ihrer selbst willen thematisiert, sondern um eine subjektive Auseinandersetzung der dramatis personae mit ihrer persönlichen Verantwortung und deren Relevanz für die Gegenwart zu ermöglichen.
3. Dilemmata
Diese so genannten Prospektionszustände bzw. ihre Veränderungen durch den Rezipienten lassen sich an Dilemmata nachweisen, die sich in dem typischen Beispiel von Generalspannung-Spannung, die für alle tektonisch gebauten Dramen charakteristisch sind, wieder finden.
Mit der für das Enthüllungsdrama typischen Form des Dilemmas soll nun erstmals auf die besondere Dramatik Ibsens Bezug genommen werden:
In „Stützen der Gesellschaft“ muss Karsten Bernick den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ruin fürchten, wenn aufgedeckt wird, dass nicht wie vermutet Johann Tönnesen, sondern er selbst für bestimmte, in der Vergangenheit liegende Ereignisse verantwortlich ist. Wird der Sachverhalt nicht aufgedeckt, ist eine öffentlich legitimierte Verbindung zwischen Tönnesen und Dina Dorf nicht möglich, da Tönnesen für Dinas Vater gehalten wird.
In „Nora (Ein Puppenheim)“ zerstört Nora den häuslichen und ehelichen Frieden, wenn sie ihrem Mann eine vor Jahren begangene Unterschriftenfälschung gesteht. Verschweigt sie dahingegen weiterhin die Tat, ist die gesellschaftliche Stellung ihres Mannes in Gefahr.
In „Gespenster“ zerstört Frau Alving ihrem Sohn Osvald das von ihr mühevoll aufgebaute Vaterbild, wenn sie den tatsächlichen Lebenswandel ihres verstorbenen Mannes aufdeckt. Klärt sie ihren Sohn hingegen nicht auf, droht ein Inzest.
I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Untersuchung von Enthüllungsdramen ein und diskutiert die Bedeutung analytischer Handlungsstrukturen sowie das Verhältnis von Vorgeschichte und Gegenwart.
II. Ausgangspunkt und Ziel der vorliegenden Untersuchung: Es wird dargelegt, wie Ibsen Skandal- und Fatalwerte von Vergangenheit nutzt, um die subjektive Relevanz für die Figuren zu thematisieren und deren persönliche Auseinandersetzung zu rahmen.
III. Komponenten in Ibsens Dramen: Dieses Kapitel analysiert zentrale strukturelle Elemente wie den Aufdeckungsbericht, das Konzept der Finalität, Dilemmata und das Prinzip der Analogie-Setzung.
IV. Ibsens Enthüllungsdramen: Hier erfolgt eine detaillierte Einzelstudie der Dramen „Stützen der Gesellschaft“, „Nora (Ein Puppenheim)“ und „Gespenster“ hinsichtlich ihrer analytisch-finalen Handlungsführung.
V. Ergebnis: Das Kapitel resümiert die Entwicklung hin zum familiären Forum und die Bedeutung der Vergangenheit als sichtbares Symbol persönlichen Verschuldens durch die Subjektivierung des Erkenntnisprozesses.
Ibsen, Enthüllungsdrama, analytisches Drama, Vergangenheit, Skandalwert, Fatalwert, Analogie, Dilemma, Finalität, Konfrontation, Erkenntnisprozess, Verantwortung, Lebenslüge, familiäre Öffentlichkeit, Selbstverschulden.
Die Magisterarbeit untersucht die analytische Dramentechnik von Henrik Ibsen und wie er die Vergangenheit als determinierenden Faktor in drei seiner wichtigsten Dramen einsetzt.
Im Zentrum stehen die Struktur des Enthüllungsdramas, der Umgang mit der eigenen Vergangenheit und die psychologische Entwicklung der Protagonisten.
Es soll nachgewiesen werden, dass Ibsen durch die Verknüpfung von Skandal- und Fatalwerten die subjektive Relevanz der Vergangenheit für das gegenwärtige Handeln der Figuren hervorhebt.
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse der Primärtexte unter Einbeziehung relevanter Forschungsliteratur zum analytischen Drama.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der dramatischen Komponenten und anschließende Einzelstudien zu „Stützen der Gesellschaft“, „Nora (Ein Puppenheim)“ und „Gespenster“.
Enthüllungsdrama, Analogie, Fatalwert, Skandalwert, Erkenntnisprozess und Verantwortung.
Laut der Untersuchung findet eine kontinuierliche Entwicklung weg von der breiten gesellschaftlichen Öffentlichkeit hin zur privaten Sphäre der Familie statt, da sich dort die Auswirkungen der Vergangenheit am intensivsten entfalten.
In „Gespenster“ nimmt der Fatalwert der Vergangenheit die dominanteste Rolle ein, wobei die familiäre Vergangenheit so stark präsent ist, dass sie den Inzest als reale Gefahr für die Protagonisten heraufbeschwört.
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