Bachelorarbeit, 2008
42 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
2. Grenzsituationen
2.1 Definition nach Karl Jaspers
2.1.1 Leid
2.1.2 Tod
2.1.3 Schuld
2.1.4 Zufall
2.2 Erweiternde Betrachtungen zur Grenzsituation
3. Drei Filme über Grenzsituationen: „Triología del dolor“
3.1 Der Unfall als Geschichtenschreiber
3.2 Der Zufall und die Frage „Was wäre wenn?“
3.3 Die Folgen – Akkumulation von Grenzsituationen
3.3.1 Schuld
3.3.2 Leid
3.3.3 Tod
3.3.4 Krankheit und Einsamkeit
4. Ästhetik der Filme
4.1 Begriffsklärung „Episodenfilm“ und „episodisches Erzählen“
4.2 Die Bedeutung der episodischen Erzählstruktur für das Thema der Grenzsituation
4.2.1 Multiperspektivität und „offenes System”
4.2.2 Das Aufbrechen des kontinuierlichen Handlungsverlaufes: die Verwirrung des Zuschauers als Katalysator für Emotionen
4.3 Die Figuren des Films – Identifikationsfläche für den Zuschauer
4.3.1 Der multidimensionale Charakter
4.3.2 Affektbild
4.3.3 Innenwelt - Außenwelt
5. Fazit
Diese Arbeit untersucht die filmische Darstellung von Grenzsituationen im Sinne von Karl Jaspers in der Trilogie des Regisseurs Alejandro González Iñárritu. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der narrativen Fragmentierung, der episodischen Erzählstruktur und der Darstellung menschlicher Extremsituationen wie Schuld, Tod, Leid und Zufall zu analysieren und deren Wirkung auf den Rezeptionsprozess des Zuschauers zu ergründen.
3.1 Der Unfall als Geschichtenschreiber
Der Unfall ist sowohl in Amores Perros, als auch in 21 Grams ein Autounfall, während in Babel ein Schuss zum Auslöser der Geschichten wird.
Das Geschoss ist ein Auto oder eine Gewehrkugel; und der Unfall ein plötzliches Ereignis von radikalster Wirkung, das einander Unbekannte in ein tragisches Netz der Kausalität einschnürt. Die Kollision von Lebenswelten und die kausalen Verzweigungen, die sich daraus ergeben, bilden die dramaturgische Grundformel der Trilogie […]
Im Debutfilm Amores Perros sind es Oktavio und sein Freund Jorge, die den Unfall verursachen. Es ist eine Verkettung unglücklicher Zufälle, die dazu führt. Bei einem Hundekampf, in dem Oktavio seinen Hund Cofi kämpfen lässt, um Geld zu verdienen, (damit er mit der schwangeren Frau seines Bruders und deren Kind vor dem gewalttätigen Bruder fliehen und eine Zukunft mit ihr aufbauen kann) erschießt der Gegner Jarocho Cofi, als dieser den Kampf zu gewinnen scheint. Daraufhin ersticht Oktavio Jarocho und flieht mit seinem Freund und dem verletzten Hund. Bei der darauffolgenden Verfolgungsjagd fährt Oktavio in das Auto des spanischen Models Valería. Diese ist gerade mit ihrem Freund Daniel (der zuvor seine Frau verlassen hat) in eine neue Wohnung gezogen. Bei dem Unfall wird sie schwer verletzt und verliert schließlich aufgrund einer Thrombose ihr Bein, wodurch ihre Karriere und ihr altes Leben zu Ende sind. Der letzte Handlungsstrang, der durch den Unfall mit den anderen Episoden verknüpft wird, ist der von El Chivo. Dieser Mann war einst Revolutionär, führt nun aber das Leben eines Stadtstreichers und Auftragsmörders. Er hat selbst einige Hunde und nimmt den verletzten Cofi von der Unfallstelle mit zu sich nach Hause. Da dieser als Kampfhund abgerichtet ist, bringt er die anderen Vierbeiner um, als El Chivo sein heruntergekommenes Haus verlässt, um einen seiner Aufträge zu erledigen. Der Verlust seiner Hunde bringt El Chivo dazu, wieder in die Zivilisation einzutreten und einen vorsichtigen Kontakt zu seiner Tochter aufzunehmen, die glaubt, dass er tot sei.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Grenzsituationen nach Jaspers ein und skizziert die Fragestellung der Arbeit bezüglich der Filme von Iñárritu.
2. Grenzsituationen: Dieses Kapitel definiert den philosophischen Begriff der Grenzsituation nach Karl Jaspers und erläutert zentrale Aspekte wie Leid, Tod, Schuld und Zufall.
3. Drei Filme über Grenzsituationen: „Triología del dolor“: Der Hauptteil analysiert die drei Filme der Trilogie, wobei der Unfall als zentraler Auslöser für das Eintreten der Protagonisten in verschiedene Grenzsituationen untersucht wird.
4. Ästhetik der Filme: In diesem Kapitel wird die filmische Ästhetik, insbesondere die episodische Erzählstruktur, in Bezug auf ihre Bedeutung für die Darstellung von Grenzsituationen und die emotionale Involvierung des Zuschauers beleuchtet.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die fragmentierte Erzählweise essenziell für die emotionale Vermittlung der Grenzerfahrungen ist.
Grenzsituation, Karl Jaspers, Existenzphilosophie, Alejandro González Iñárritu, Amores Perros, 21 Grams, Babel, Episodisches Erzählen, Leid, Tod, Schuld, Zufall, Filmanalyse, Rezeptionsprozess, Identifikation
Die Arbeit untersucht die philosophischen Grenzsituationen (Leid, Tod, Schuld, Zufall) nach Karl Jaspers in der Filmtrilogie von Alejandro González Iñárritu.
Die Analyse konzentriert sich auf die Filme Amores Perros (2000), 21 Grams (2003) und Babel (2006) des mexikanischen Regisseurs Iñárritu.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die spezifische episodische Erzählstruktur der Filme dazu dient, die bei Jaspers definierten Grenzsituationen für den Zuschauer erfahrbar und emotional nachvollziehbar zu machen.
Die Arbeit nutzt einen existenzphilosophischen Ansatz, kombiniert mit einer medienwissenschaftlichen Filmanalyse, um die filmische Ästhetik mit den inhaltlichen Themen in Bezug zu setzen.
Der Hauptteil behandelt die theoretische Fundierung, die narrative Funktion des Unfalls als Zufallselement sowie die ästhetischen Mittel wie Multiperspektivität und Großaufnahmen zur Zuschaueridentifikation.
Zentrale Begriffe sind neben den vier Jasperschen Grenzsituationen vor allem die episodische Erzählstruktur, die filmische Multiperspektivität und die emotionale Identifikation des Zuschauers.
Der Unfall fungiert als Kausalitäts-Auslöser, der verschiedene Charaktere in ein tragisches Netz verstrickt und sie gezwungenermaßen mit ihrer Existenz und den genannten Grenzsituationen konfrontiert.
Die fragmentierte Struktur spiegelt das "Zerrissene" der menschlichen Existenz in Grenzsituationen wider und zwingt den Zuschauer durch die Nicht-Linearität zur geistigen Interaktion und zur emotionalen Anteilnahme.
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