Diplomarbeit, 2009
165 Seiten, Note: 1,3
0. Vorwort
I. Einleitung
I.1 Aufbau der Arbeit
I.2 Erläuterung der verwendeten Kürzel
II. Definition relevanter Arbeitsbegriffe
II.1 Definition des Begriffes „(Film-)Synchronisation“
II.2 Definition des Begriffes „Propaganda“
II.2.1 Zweck der Propaganda
II.2.2 Unterschiedliche Auffassungen zum Begriff Propaganda
II.2.3 Weiße Propaganda
II.2.4 Schwarze Propaganda
II.2.5 Graue Propaganda
II.2.6 Subpropaganda
II.2.7 Persuasion
III. Geschichte der Synchronisation
III.1 Anfänge der Synchronisation: vom Stumm- zum Tonfilm
III.2 Geschichte der Filmsynchronisation in Deutschland
III.2.1 Vom Beginn der Filmära bis zum Ende der Weimarer Republik
III.2.2 Deutsche Filmindustrie im Nationalsozialismus
III.2.3 Zeit der Besatzung durch die Alliierten
III.2.4 60er und 70er Jahre: die Ära der Neufassungen
III.2.5 80er Jahre: Filmindustrie und Kommerz
III.2.6 Gegenwart und nahe Zukunft
III.2.7 UFA – ein Meilenstein der deutschen Filmgeschichte
III.3 Geschichte der Filmsynchronisation in Spanien
III.3.1 Goldene Ära: Synchronisation von Disney-Filmen für den spanischsprachigen Markt zwischen 1937 und 1977
III.3.2 „Español Neutro“ – „Neutrales Spanisch“ im Dienste der Synchronisation
IV. Filmsynchronisation als Mittel politischer Einflussnahme
IV.1 Grundlagen der Verwendung von Filmen und Filmsynchronisation als Hilfsmittel der Propaganda
IV.2 Propaganda durch Film in Deutschland und die Situation nach dem Zweiten Weltkrieg: die „Umerziehung“ des Volkes
IV.3 Propaganda durch Film in Spanien und die Situation unter dem Regime Francos: Zensur und „el doblaje obligatorio“ von 1941
IV.4 Walt Disney: Werdegang und propagandistische Aktivitäten
V. Synchronisationsprozess
V.1 Ablauf der Synchronisation
V.2 Bearbeitung des Synchrontextes
VI. Synchronisation aus sprachwissenschaftlicher Sicht
VI.1 Synchronisation als Übersetzungsprozess
VI.2 Äquivalenzebenen und ihre Hierarchisierung
VI.3 Synchronisation und Untertitelung im Vergleich
VI.3.1 Synchronisation: Vor- und Nachteile
VI.3.1.1 Spezielle Probleme bei der Synchronisation
VI.3.1.2 Wiedergabe von sprachlichen Varietäten
VI.3.2 Untertitelung: Vor- und Nachteile
VI.3.2.1 Spezielle Probleme bei der Untertitelung
VI.3.3 Untertitelungs- und Synchronisationsländer: Synchronisation als Ausdruck von Nationalbewusstsein
VI.3.4 Besonderheiten bei der Übersetzung von Zeichentrickfilmen
VII. Analyse des Filmmaterials: Alice in Wonderland (1951)
VII.1 Hintergründe und Entstehungsgeschichte
VII.1.1 Übersicht über Charaktere und korrespondierende Synchronstimmen
VII.2 Analyse der englischen Originalversion
VII.2.1 Technische Daten
VII.2.2 Einordnung in den Gesamtzusammenhang
VII.2.3 Narrative Struktur
VII.2.4 Analyse des Inhalts
VII.2.5 Grade der Universalität
VII.2.6 Ästhetische Analyse
VII.3 Analyse der Synchronversionen
VII.3.1 Das Analysemodell nach Rosa Agost
VII.3.1.1 Die Dimension des Kontextes
VII.3.1.1.1 Die semiotische Dimension
VII.3.1.1.2 Die pragmatische Dimension
VII.3.1.1.3 Die kommunikative Dimension
VII.3.1.2 Die vorgangsbezogene Dimension
VII.3.1.3 Die berufsbezogene Dimension
VII.3.1.4 Semiotische Annäherung
VII.3.2 Gegenüberstellung von Beispielen aus den Synchronversionen und der Originalfassung
VII.3.2.1 Beispiel 1: Min. 02:07
VII.3.2.2 Beispiel 2: Min. 11:27
VII.3.2.3 Beispiel 3: Min. 22:29
VIII. Analyse des Filmmaterials: Peter Pan (1953)
VIII.1 Hintergründe und Entstehungsgeschichte
VIII.1.1 Übersicht über Charaktere und die korrespondierende Synchronstimmen
VIII.2 Analyse der englischen Originalversion
VIII.2.1 Technische Daten
VIII.2.2 Einordnung in den Gesamtzusammenhang
VIII.2.3 Narrative Struktur
VIII.2.4 Analyse des Inhalts
VIII.2.5 Grade der Universalität
VIII.2.6 Ästhetische Analyse
VIII.3 Gegenüberstellung von Beispielen aus den Synchronversionen und der Originalfassung
VIII.3.1 Beispiel 1: Min. 31:13
VIII.3.2 Allgemeine Auffälligkeiten
IX. Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Filmsynchronisation in Deutschland und Spanien der frühen 1950er Jahre als Instrument politischer Beeinflussung eingesetzt wurde. Anhand der Disney-Klassiker Peter Pan und Alice in Wonderland wird analysiert, wie historische und politische Bedingungen die sprachliche Gestaltung synchronisierter Versionen prägten und zur Manipulation von Inhalten genutzt werden konnten.
II.1 DEFINITION DES BEGRIFFES „(FILM-)SYNCHRONISATION“
Der Begriff Synchronisation stammt aus dem Griechischen (σύγχρονισειν: gleichzeitig) und bezeichnet laut Brockhaus im eigentlichen Sinne „das Herstellen des gleichzeitigen Eintritts von Ereignissen oder Vorgängen bzw. des Gleichlaufs zweier oder mehrerer Vorgänge, Maschinen, Geräte oder Geräteteile.“ (Radmann 2003: 3)
Nimmt man nun direkten Bezug auf die Filmtechnik, so versteht man hierunter alle Maßnahmen, die der gleichzeitigen Wiedergabe von Bild und Ton dienen. Radmann unterscheidet folgende drei Arten von Filmsynchronisation:
- die vor allem bei der Musicalverfilmung angewandte Vorsynchronisation. Bei diesem Verfahren werden die Bilder erst nach Fertigstellung der Tonaufnahmen produziert und dann mit diesen verbunden.
- die in drei Unterarten einzuteilende Nachsynchronisation, die entweder der nachträglichen Korrektur von fehlerhaften Tonaufnahmen noch innerhalb der Produktionsphase, der nachträglichen Vertonung eines Stummfilms oder der Neuvertonung eines alten (Ton-)Films dient,
- die Synchronisation als Mittel zur Übertragung fremdsprachiger Filme in die jeweilige Zielsprache. Im Rahmen dieses Verfahrens wird das Originalbild mit dem Tonband verbunden, auf dem der zielsprachliche Dialog aufgezeichnet wurde. (Radmann 2003: 3f)
0. Vorwort: Einleitung in die persönliche Motivation der Autorin und die Relevanz der Untersuchung von Disney-Filmen im Kontext politischer Beeinflussung.
I. Einleitung: Vorstellung des Aufbaus der Arbeit und Erläuterung der verwendeten Abkürzungen.
II. Definition relevanter Arbeitsbegriffe: Theoretische Bestimmung der Begriffe Filmsynchronisation und Propaganda in ihren verschiedenen Formen.
III. Geschichte der Synchronisation: Historischer Überblick über die Entwicklung der Synchronisationstechniken und Filmindustrie in Deutschland und Spanien.
IV. Filmsynchronisation als Mittel politischer Einflussnahme: Detaillierte Untersuchung des Einsatzes von Filmen als Propagandainstrumente unter den jeweiligen politischen Regimes.
V. Synchronisationsprozess: Beschreibung der technischen und praktischen Abläufe bei der Synchronisation.
VI. Synchronisation aus sprachwissenschaftlicher Sicht: Analyse der linguistischen Aspekte und Herausforderungen bei der Übersetzung für das audiovisuelle Medium.
VII. Analyse des Filmmaterials: Alice in Wonderland (1951): Praktische Analyse des Films unter Berücksichtigung von Hintergründen, Inhalten und Synchronversionen.
VIII. Analyse des Filmmaterials: Peter Pan (1953): Praktische Analyse des Films unter Berücksichtigung von Hintergründen, Inhalten und Synchronversionen.
IX. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Forschungsergebnisse und Fazit zur Synchronisation als politisches Instrument.
Filmsynchronisation, Propaganda, Disney, Alice in Wonderland, Peter Pan, Zensur, audiovisuelle Translation, politische Beeinflussung, Synchronisationsprozess, interlinguale Übersetzung, ideologische Manipulation, Nationalbewusstsein, Sprachwissenschaft, Filmgeschichte, Untertitelung.
Die Arbeit untersucht, ob und wie Filmsynchronisation als Instrument genutzt wurde, um politisch motivierte Aussagen in ausländischen Filmen zu steuern oder zu verändern.
Die zentralen Felder sind die Geschichte der Synchronisation in Deutschland und Spanien, die Definition von Propaganda, die Rolle von Disney-Produktionen sowie sprachwissenschaftliche Ansätze bei der Filmanalyse.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit die Synchronisation als Instrument politischer Beeinflussung fungiert und wie durch sprachliche Mittel eine vom Original abweichende Wirkung beim Zuschauer erzielt wird.
Es wird ein semiotischer Analyseansatz verwendet, insbesondere das Modell von Rosa Agost, um kontextuelle, pragmatische und kommunikative Dimensionen des Films zu untersuchen.
Im Hauptteil werden zunächst die historischen Hintergründe und Definitionen (Propaganda/Synchronisation) dargelegt, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse der Filme Alice in Wonderland und Peter Pan.
Schlüsselwörter sind u.a. Filmsynchronisation, Propaganda, Disney, Zensur, audiovisuelle Translation, politische Beeinflussung und interlinguale Übersetzung.
Die Filme eignen sich für einen Vergleich, da sie zeitnah für beide Märkte synchronisiert wurden und als Klassiker eine hohe Verbreitung genossen, was sie für eine propagandistische Beeinflussung interessant macht.
Die Diktatur in Spanien und die damit verbundene strikte Zensur ("el doblaje obligatorio") dient als entscheidender historischer Kontext für die Manipulation ausländischer Inhalte.
Ja, während in Deutschland die Aufarbeitung der Kriegszeit und alliierte Kontrolle dominierten, war die spanische Synchronisation stark von der ideologischen Ausrichtung unter Franco und der nationalen Identität geprägt.
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