Examensarbeit, 2008
73 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 DIE JAPANISCHE SPRACHE
2.1 ENTWICKLUNG DER SPRACHE UND SCHRIFT
2.1.1 Die chinesische Grundlage
2.1.2 Die japanische Adaption
2.1.3 Der westliche Einfluss
2.2 DIE MODERNE JAPANISCHE SPRACHE
3 NUMERALKLASSIFIKATOREN – EINE SEMANTISCHE ODER SYNTAKTISCHE KATEGORIE?
3.1 EIN NUMERALKLASSIFIKATOR – WAS IST DAS?
3.2 NUMERALKONSTRUKTIONEN IM DEUTSCHEN
3.2.1 Charakteristik deutscher Nomen
3.2.2 Syntaktische Eigenschaften deutscher Numeralkonstruktionen
3.2.3 Semantische Eigenschaften und Funktionalität deutscher Numeralkonstruktionen
3.3 NUMERALKONSTRUKTIONEN DES JAPANISCHEN
3.3.1 Charakteristik japanischer Numeralklassifikatoren
3.3.2 Syntaktische Eigenschaften japanischer Numeralkonstruktionen
3.3.3 Funktionalität japanischer Numeralkonstruktionen
3.4 VERGLEICHENDE DARSTELLUNG VON NUMERALKONSTRUKTIONEN
4 SCHLUSSBETRACHTUNG
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das Phänomen der Quantifizierung von Nomen durch eine kontrastive Analyse von Numeralkonstruktionen im Deutschen und Japanischen zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich Zählstrukturen in beiden Sprachen semantisch und syntaktisch unterscheiden und welche Rolle Numeralklassifikatoren für die Kategorisierung von Objekten spielen.
3.1 EIN NUMERALKLASSIFIKATOR – WAS IST DAS?
Numeralkonstruktionen (NKO) wie zwölf Kinder oder der dritte Tag existieren in allen Sprachen der Erde. In den häufigsten Fällen (bezüglich der europäischen Sprachen) bestehen Zählkonstruktionen aus einem Numeral und einem Nomen, das durch das vorangehende Numeral quantifiziert wird (YAMAMOTO 2005: 1). Numerale umfassen dabei sowohl die Kategorie der Kardinalia (drei Bäume), der Ordinalia (das hundertste Mal) sowie der Numeralia in engeren Sinne, die in Nummerkonstruktionen verwendet werden (Tag drei der Exkursion) (WIESE 1998: 2 f.). Im Folgenden wird diesbezüglich keine Unterscheidung mehr vorgenommen und nur noch auf den Begriff des Numerals referiert.
Während zweigliedrige NKO wie drei Kinder in europäischen Sprachen den häufigsten Fall markieren, können in vielen Sprachen des asiatischen, v.a. des ostasiatischen Raumes, Numeralkonstruktionen auf jene Art nicht gebildet werden – sondern sind um ein drittes Glied zu erweitern: ‚子供三人‘ ‹kodomo san-nin›. Das entscheidende Merkmal für die Ausbildung von zwei- oder dreigliedrigen Konstruktionen ist die Zählbarkeit des Nomens. Menschen, des arbres oder pencils sind Nomen von hoher Zählbarkeit (GIL ET AL. 2005: 226); sie werden direkt an ein Numeral angebunden und weisen Pluralmorpheme auf. Dem gegenüber stehen Nomen von geringer Zählbarkeit wie Wasser oder Salz, die ebenso als Massennomen bezeichnet werden. Sie können nicht direkt an ein Numeral angeschlossen werden, sondern bedürfen einer Kategorie, die eine bestimmte Menge oder Maßeinheit des Referenznomens angibt – ein Schluck Wasser sowie eine Prise Salz. Diese Kategorie bezeichnet man als einen Numeralklassifikator (NKL).
1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der Kategorisierung und Quantifizierung von Nomen in verschiedenen Sprachen anhand von Beispielen.
2 DIE JAPANISCHE SPRACHE: Überblick über die sprachhistorische Entwicklung der japanischen Sprache und ihres komplexen Schriftsystems sowie deren moderne Ausprägung.
3 NUMERALKLASSIFIKATOREN – EINE SEMANTISCHE ODER SYNTAKTISCHE KATEGORIE?: Detaillierte Untersuchung und Gegenüberstellung der Zählstrukturen im Deutschen und Japanischen unter Berücksichtigung von Quantifikatoren und Klassifikatoren.
4 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse über die kontrastive Analyse der Numeralkonstruktionen und das zugrunde liegende Prinzip der menschlichen Kategorisierungsfähigkeit.
Numeralkonstruktionen, Numeralklassifikatoren, Japanisch, Deutsch, Quantifizierung, Massennomen, Individualnomen, Transnumeralität, Semantik, Syntax, Zählbarkeit, Klassifikatorsprache, Nominalklassen, Kontrastive Analyse, Sprachvergleich.
Die Arbeit untersucht, wie Sprachen Gegenstände zählen und welche Strukturen dafür verwendet werden, mit einem speziellen Fokus auf den kontrastiven Vergleich zwischen Deutsch und Japanisch.
Zentrale Themen sind die Kategorisierung von Nomen, der Unterschied zwischen Individual- und Massennomen, die Rolle von Numeralklassifikatoren und der Einfluss der Sprache auf das Denken und Kategorisieren.
Es wird untersucht, wie das System der dreigliedrigen Numeralkonstruktionen im Japanischen funktioniert, ob sich Besonderheiten im Vergleich zu zweigliedrigen deutschen Konstruktionen zeigen und inwiefern Ähnlichkeiten zwischen beiden Systemen existieren.
Die Arbeit nutzt eine kontrastive linguistische Analyse, stützt sich auf vorhandene Fachliteratur zur Sprachtypologie und bezieht eigene Recherchen (u.a. Internet-Beleg-Recherchen) zur Überprüfung der Verwendungshäufigkeiten von Konstruktionen ein.
Der Hauptteil widmet sich der Definition und Abgrenzung von Numeralklassifikatoren, der Analyse deutscher Nominalstrukturen sowie der tiefgreifenden Untersuchung japanischer Numeralkonstruktionen inklusive ihrer syntaktischen und semantischen Eigenschaften.
Die Begriffe Numeralkonstruktionen, Numeralklassifikatoren, Zählbarkeit und Transnumeralität sind essenziell, um den theoretischen Rahmen und die Analyseergebnisse der Arbeit zu beschreiben.
Da japanische Nomen grundsätzlich als transnumeral gelten und keine Pluralmarkierungen besitzen, müssen sie zwingend mit einem Klassifikator ergänzt werden, um eine zählbare Einheit zu bilden.
Im Deutschen kann "Stück" oft wie ein eigenständiges Nomen mit semantischem Gehalt fungieren, während es im Japanischen meist als rein funktionale Kategorie dient, um Nomen in einen zählbaren Kontext zu bringen.
Die Optimalitätstheorie wird verwendet, um ein Regel-Ranking aufzustellen, das erklärt, welche Konstruktionen im Japanischen grammatisch korrekt sind und wie die Reihenfolge von Numeral, Klassifikator und Nomen bestimmt wird.
Transnumeralität beschreibt den Umstand, dass ein Nomen an sich keine Auskunft über den Numerus (Singular oder Plural) gibt und somit zwingend auf zusätzliche Strukturen zur Quantifizierung angewiesen ist.
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