Bachelorarbeit, 2023
80 Seiten, Note: 1,7
Diese Bachelorarbeit untersucht das rasante Wachstum von Exchange-traded Funds (ETFs) und deren Einfluss auf Privatanleger. Sie beleuchtet, welche Risiken ETFs für private Anleger bergen und wie diese Risiken bei der Geldanlage minimiert werden können.
Synthetische Replikation
Synthetisch replizierende ETFs nutzen für die Abbildung des Index Derivate anstelle eines Korbs von Wertpapieren. In der Regel werden für die Abbildung sogenannte „Swaps" genutzt. Ein Swap ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien, bei denen (zukünftige) Zahlungsströme zu bestimmten Bedingungen getauscht werden. Für gewöhnlich sind solche Swaps nicht standardisiert und können je nach Belieben von beiden Parteien verhandelt werden. Es gibt verschiedene Arten von Swaps, dabei unterscheidet man häufig zwischen Zins- und Währungsswaps. Mit einer synthetischen Replikation möchte das Portfoliomanagement nicht den Index und seine Basiswerte nachbilden, sondern so gut wie möglich auch die entsprechende Performance. So könnte man theoretisch für die Abbildung der Performance des DAX 40 Wertpapiere aus den USA, Großbritannien oder den Niederlanden heranziehen.
Um eine synthetische Replikation zu nutzen, geht der ETF-Emittent mit einem Kontrahenten (dem Swap-Partner) einen Swap-Vertrag ein, dabei handelt es sich üblicherweise um einen „Total Return Swap“. Der ETF investiert das Fondsvermögen in einen Aktienkorb und tauscht die Performance des Aktienkorbes gegen die Performance der dem ETF zugrundeliegenden Basiswerten. Häufig ist dabei der Kontrahent eine große Investmentbank. Wie bereits geschrieben kann der ETF-Aktienkorb dabei deutlich vom Indexaktienkorb abweichen. Der ETF-Aktienkorb wird oft unter Berücksichtigung geringerer Kosten und steuerlicher Optimierung erstellt. Die Rendite des ETF-Aktienkorbes kann sich dabei deutlich von der Rendite des Index unterscheiden. Damit Investoren dennoch ein gutes Tracking des Index erhalten, gibt es den vertraglich vereinbarten Austausch der Performances. Der Swap-Partner ist somit verpflichtet, die Indexperformance täglich zur Verfügung zu stellen. Der Investor erhält dadurch ein nahezu identisches Tracking mit dem basierenden Index. Um den Tausch der Performance genauer zu erklären, wird ein Beispiel von Picard und Braun aufgegriffen:
Demnach investiert eine ETF-Fondsgesellschaft das Fondsvermögen von CHF 100,00 in einen Aktienkorb, der unter Berücksichtigung von Kosten, Renditen und Risiken zusammengestellt wurde. Nach der Investition beträgt der Nettoinventarwert des ETFs CHF 100,00 und der Wert des Swaps CHF 0,00. Am ersten Haltetag steigt der Basiswertindex um 4% auf CHF 104,00 und der Aktienkorb der ETF-Gesellschaft nur um 2% auf CHF 102,00. Der Swap beträgt die Differenz des Aktienindex zum ETF-Aktienkorb und liegt demnach bei CHF 2,00 (CHF 104,00 minus CHF 102,00). Die Fondsgesellschaft veröffentlicht am Abend den Nettoinventarwert von CHF 104,00. Dies ist die Summe des Fondsvermögens in Höhe von CHF 102,00 und dem Swap von CHF 2,00. Der Swap-Kontrahent musste infolgedessen die Differenz an die ETF-Fondsgesellschaft zahlen. Für den Investor entsteht kein Nachteil, da er den tatsächlichen Nettoinventarwert (NAV) erhält. Umgekehrt verhält es sich bei einer Underperformance des zu trackenden Index, bei der dann die ETF-Gesellschaft der Investmentbank eine Kompensationszahlung zu leisten hat.
Kapitel 1: Einleitung und Problemstellung: Stellt das rasante Wachstum von ETFs dar, beleuchtet den Einfluss von Social Media auf junge Anleger und formuliert die zentralen Forschungsfragen zu Risiken und deren Minimierung für Privatanleger.
Kapitel 2: Funktionsweise von Exchange-traded Funds (ETFs): Erklärt die grundlegende Funktionsweise von ETFs und ordnet sie in das Spektrum der Exchange-traded Products (ETPs) ein, um ein Basisverständnis dieser Anlageprodukte zu vermitteln.
Kapitel 3: Eigenschaften und Risiken von ETFs: Beschreibt detailliert die verschiedenen Merkmale von ETFs, einschließlich Replikationsmethoden, gehebelten ETFs, Wertpapierleihe und dem Creation-Redemption-Prozess, und analysiert die damit verbundenen Risiken für Privatanleger.
Kapitel 4: Portfoliotheorie nach Markowitz: Erläutert die Grundlagen der Portfoliotheorie nach Markowitz, die darauf abzielt, das Risiko bei der Geldanlage zu minimieren und gleichzeitig eine maximale Rendite zu erzielen.
Kapitel 5: Empirische Forschung: Beschreibt die Durchführung einer Online-Befragung zur Erfassung des Kenntnisstandes und der Erfahrungen von Privatanlegern bezüglich ETFs und deren Risiken.
Kapitel 6: Handlungsempfehlungen: Bietet konkrete Empfehlungen für Privatanleger zur Auswahl von ETFs und zur Minimierung von Risiken, basierend auf den Erkenntnissen der Arbeit, und betont die Wichtigkeit von Finanzbildung.
Kapitel 7: Fazit: Fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen, unterstreicht die Bedeutung von Finanzwissen und Diversifikation für Privatanleger und betont die Notwendigkeit kritischen Umgangs mit Social Media.
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Die Arbeit befasst sich mit Exchange-traded Funds (ETFs), ihren Eigenschaften, Risiken und dem Einfluss auf Privatanleger sowie dem Finanzmarkt im Allgemeinen.
Zentrale Themenfelder sind die Funktionsweise und Risiken von ETFs, die Portfoliotheorie nach Markowitz, empirische Forschung zum Anlegerwissen und Handlungsempfehlungen für Privatanleger.
Das primäre Ziel ist es, die Risiken von ETFs für private Anleger herauszuarbeiten und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese Risiken bei der Geldanlage minimiert werden können.
Die Arbeit kombiniert theoretische Grundlagen mit einer quantitativen empirischen Studie, die auf einer Online-Befragung basiert, um den Kenntnisstand von Privatanlegern zu erfassen.
Der Hauptteil behandelt die detaillierten Eigenschaften und Risiken von ETFs, die Portfoliotheorie nach Markowitz sowie die Methodik, Datenerhebung und Analyse der empirischen Forschung.
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie ETFs, Privatanleger, Finanzmarkt, Risiken, Portfoliotheorie, Markowitz, Replikation und Liquidität.
Soziale Medien, insbesondere Plattformen wie TikTok, spielen eine bedeutende Rolle bei der Information und Beeinflussung junger Anleger bezüglich ETFs, bergen jedoch auch das Risiko der Verbreitung von Falschinformationen aufgrund mangelnder Prüfung der Inhalte.
Die drei größten ETF-Anbieter BlackRock, State Street Global Advisors und Vanguard halten erhebliche Anteile an S&P 500 Unternehmen, was ihnen großen Einfluss auf Hauptversammlungen und Entscheidungen zur Corporate Governance verleiht, oft durch managementfreundliches Abstimmungsverhalten und informelle Gespräche.
Bei der physischen Replikation werden die Indexwerte direkt gekauft, was hohe Transparenz bietet. Bei der synthetischen Replikation werden Derivate (Swaps) verwendet, wodurch Anleger einem Kontrahentenrisiko ausgesetzt sein können, obwohl dies durch Sicherheiten minimiert wird.
Der Creation-Redemption-Prozess schafft Liquidität auf dem Sekundärmarkt, indem er es autorisierten Teilnehmern (APs) ermöglicht, neue ETF-Anteile zu schaffen oder bestehende einzulösen. Allerdings kann es in Paniksituationen zu Liquiditätsengpässen kommen, wenn APs diese Prozesse einstellen, was zu Angebotsüberhängen und Abweichungen vom Nettoinventarwert (NAV) führen kann.
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