Bachelorarbeit, 2023
64 Seiten, Note: 82
1 Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Literatur und Quellen
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Sport
2.1.1 Sportliche Großveranstaltungen
2.1.2 Sportförderung
2.2 Das Land Katar
2.2.1 Geschichtlicher Überblick
2.2.2 Das politische System
2.2.3 Katar als Wirtschaftsstandort
3 Sport im Land Katar
3.1 Die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe des Sports
3.2 Katar als Sponsor im Ausland
3.3 Sportliche Großveranstaltungen
4 Sportförderung in Katar
4.1 Staatliche Sportförderung
4.2 Private Sportförderung
5 Mögliche Zielsetzungen der Sportförderung
5.1 Sportliche Ziele
5.2 Touristische Ziele
5.3 Wirtschaftliche Ziele
5.4 Politische Ziele
6 Ziele und Maßnahmen der Sportförderung
7 Sportförderung innerhalb ausgewählter Events
7.1 Handball-Weltmeisterschaft 2015
7.2 Fußball-Weltmeisterschaft 2022
8 Kritische Betrachtung der Sportförderung
9 Sportswashing
10 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die zugrunde liegenden Interessen und Zielsetzungen des Emirats Katar im Rahmen seiner intensiven Sportförderung. Dabei wird analysiert, inwiefern sportliche Großveranstaltungen und Investitionen als politisches und wirtschaftliches Instrument instrumentalisiert werden, um das Image des Landes zu verbessern und eine neue nationale Identität sowie internationale Bedeutung zu etablieren.
Die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe des Sports
„Sport ist ein mächtiges Mittel, um Brücken zu bauen, Menschen zusammenzubringen und Frieden zu gestalten.“ So lautet ein Zitat von IOC-Präsident Thomas Bach auf der Website des Internationalen Olympischen Komitees. Dieses Zitat zeigt sehr deutlich die Potentiale und Möglichkeiten, die im Sport liegen – die daher auch vielfältige Gelegenheiten bieten, von der Politik instrumentalisiert zu werden. Neben dieser Instrumentalisierung ist Sport ein bedeutender Katalysator, um ein Nationenimage zu kultivieren und die Stellung im internationalen Staatenkontext auszubauen.
Peter Lösche (2001) merkt an, dass es einen unpolitischen Sport eigentlich nicht geben könne. Er bezieht sich zwar auf die Analyse der Sportpolitik Deutschlands, allerdings können aus dieser Analyse drei allgemeingültige Dimensionen abgeleitet werden. Diese lassen sich mit ‚polity‘, ‚politics‘ und ‚policy‘ beschreiben.
Unter ‚polity‘ werden Institute und Akteure im Sport kategorisiert, ‚politics‘ sind die Entscheidungsprozesse im Politikfeld Sport und mit ‚policy‘ werden die Inhalte und Ziele der Sportpolitik bezeichnet. Die Definitionsbereiche von Lösche lassen sich gut auf einen globalen Kontext übertragen und werden daher auch im weiteren Verlauf der Arbeit herangezogen. Ein klassisches Beispiel für eine Instrumentalisierung des Sports mit der Veranstaltung von Sportgroßereignissen sind hier die Olympischen Spiele 1936 in Berlin während des Naziregimes.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein, stellt die Forschungsfrage vor und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die genutzten Quellen.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Sport, Sportförderung und Großveranstaltungen definiert und der historische sowie politische Kontext Katars beleuchtet.
3 Sport im Land Katar: Dieses Kapitel analysiert die Rolle des Sports in der katarischen Gesellschaft, das Sponsoring im Ausland sowie die Bedeutung von Großveranstaltungen vor Ort.
4 Sportförderung in Katar: Es erfolgt eine Differenzierung zwischen staatlicher und privater Sportförderung sowie die Vorstellung zentraler Organisationen wie dem QOC und der AZF.
5 Mögliche Zielsetzungen der Sportförderung: Dieses Kapitel arbeitet sportliche, touristische, wirtschaftliche und politische Zielsetzungen der katarischen Strategie (QNV 2030) heraus.
6 Ziele und Maßnahmen der Sportförderung: Eine Zusammenführung der bisher besprochenen Maßnahmen im Kontext der katarischen Förderpolitik.
7 Sportförderung innerhalb ausgewählter Events: In diesem Kapitel werden die Handball-WM 2015 und die Fußball-WM 2022 als konkrete Fallbeispiele untersucht und analysiert.
8 Kritische Betrachtung der Sportförderung: Dieses Kapitel hinterfragt die positiven offiziellen Darstellungen und thematisiert soziale, menschenrechtliche sowie politische Missstände.
9 Sportswashing: Die Analyse des Begriffes "Sportswashing" im Hinblick auf Katars Bemühungen, das eigene Image in der internationalen Gemeinschaft durch Sportevents zu korrigieren.
10 Ausblick: Eine abschließende Prognose zur zukünftigen Ausrichtung der katarischen Sport- und Außenpolitik.
Katar, Sportförderung, Sportswashing, Fußball-Weltmeisterschaft 2022, Qatar National Vision 2030, Politik, Soft Power, Doha, Gastarbeiter, Menschenrechte, Infrastruktur, Spitzensport, Instrumentalisierung, Qatar Olympic Committee, Sportgroßveranstaltungen
Die Arbeit untersucht die strategischen Interessen des Emirats Katar, die hinter der massiven Investition und Förderung von Sportevents sowie dem Aufbau einer umfassenden Sportinfrastruktur stehen.
Die zentralen Themen umfassen die politische Instrumentalisierung des Sports, die Rolle von Sport als Image-Instrument (Soft Power), die moderne ökonomische Diversifizierung Katars und die kritische Auseinandersetzung mit sozialen Bedingungen vor Ort.
Das Hauptziel ist es, die Zielsetzungen der Sportförderung in Katar zu identifizieren und zu eruieren, inwiefern staatliche Investitionen zur Erreichung dieser Ziele beitragen und welche Rolle Sportswashing in diesem Kontext spielt.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturrecherche auf Basis von offiziellen Quellen katarischer Organisationen, Fachliteratur aus Wirtschafts-, Sport- und Kulturwissenschaften sowie aktuellen Internetquellen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Analyse der katarischen Sportlandschaft, die Differenzierung verschiedener Förderziele (sportlich, touristisch, wirtschaftlich, politisch) und die kritische Betrachtung durch Fallbeispiele.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sportförderung, Sportswashing, Qatar National Vision 2030, Soft Power, politische Instrumentalisierung und Menschenrechte geprägt.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die WM primär als politisches Instrument zur Steigerung des internationalen Renommees diente, während sportliche Aspekte und lokale Nachhaltigkeit in den Hintergrund traten.
Ja, ein Schwerpunkt liegt auf der kritischen Analyse der Lebens- und Arbeitsbedingungen im Rahmen des "Kafala-Systems", die von Menschenrechtsorganisationen als moderne Sklaverei eingestuft werden.
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