Masterarbeit, 2020
125 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2. Theorie
2.1.Reformpädagogik
2.2. Theoretische Grundlagen zur Waldorf-Pädagogik
2.2.1 Geschichte
2.2.2 Grundannahmen
2.2.3 Pädagogisches Konzept
2.2.4 Lehrplan
2.2.5 Kritik
2.3. Montessori
2.3.1 Geschichte
2.3.2 Grundannahmen und pädagogisches Konzept
2.3.3 Lehrplan
2.3.4 Kritik
2.4. Montessori vs. Waldorf
2.4.1 Gemeinsamkeiten
2.4.2 Unterschiede
2.5. Aktueller Forschungsstand
2.5.1 Forschungsdesign
2.5.2 Zusammenfassung zentraler Befunde
2.6. Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
2.6.1 Definition
2.6.2 ADHS in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter
2.6.3 Stärken von Menschen mit ADHS
2.6.4 Ursachen und Risikofaktoren
2.6.5 Symptomatik
2.6.6 Begleitende und Folgeerkrankungen bzw. Folgen
2.6.7 Behandlungsbedürftigkeit und Behandlungsmöglichkeiten
2.6.8 Optimale Rahmenbedingungen für ADHS-Betroffene
2.7. ADHS und Waldorf
2.8. ADHS und Montessori
3. Methodik
3.1. Die Qualitative Forschungsmethode
3.2 Expert*innen und Experteninterview
3.3 Forschungsfrage
3.4 Begründung der Methode und Zielsetzung
3.5 Klassifizierung des Interviews
3.6 Prozessablauf/ Verfahren
3.6.1 Entwicklung des Fragebogens
3.6.2 Teilnehmer*innen
3.6.3 Auswahl und Kontaktierung der Interviewpartner*innen
3.6.4 Merkmale der Teilnehmer*innen
3.7 Einschränkungen
3.7.1 Rolle des/der Forscher*in
3.7.2 Zuverlässigkeit
4 Empirie
4.1 Qualitative Inhaltsanalyse
4.2 Ablauf der qualitativen Inhaltsanalyse nach Gläser und Laudel
4.3 Umsetzung der qualitativen Inhaltsanalyse in der vorliegenden Arbeit
5 Ergebnisse
5.1 Ergebnislage anhand von Kategorien
5.2 Ergebnislage anhand Kausalkette
6 Diskussion
7 Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, inwieweit die Konzepte der Waldorf- und der Montessoripädagogik die spezifischen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit ADHS berücksichtigen und welche Schulform am besten geeignet ist, um deren Entwicklungspotenzial optimal zu fördern. Zentral ist dabei die Beantwortung der Forschungsfrage, welches pädagogische Konzept unter Berücksichtigung individueller Anforderungen und Rahmenbedingungen die besseren Voraussetzungen bietet.
2.6.2 ADHS in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter
ADHS wird fälschlicherweise meist nur mit Kindern und Jugendlichen in Verbindung gebracht, tritt jedoch auch im Erwachsenenalter auf. Bei einem Teil der Betroffenen, die ADHS im Kindes- und Jugendalter haben, reduziert sich laut Salje die Hyperaktivität (vgl. Plahl et al., 2008, S.309), dies muss aber nicht zwangsläufig bei allen der Fall sein (vgl. Plahl et al., 2008, S.141). Impulsivität und Aufmerksamkeitsstörungen wiederum reduzieren sich nicht, sondern bleiben meist auch im Erwachsenenalter.
Steinhausen hebt besonders hervor, dass die Aufmerksamkeitsdefizite „bis in das Erwachsenenalter langfristig bestehen“ (Steinhausen, 2010, S.141). Laut Salje leiden 50 Prozent der Betroffenen auch als Erwachsene noch an den Symptomen von ADHS, was meist zu „geringer Schulbildung, Persönlichkeitsstörungen und Delinquenz (Straffälligkeit)“ (Salje, in: Plahl et al., 2008, S.310) führt. Eine weitere Studie besagt, dass mit dem 16. Lebensjahr die typischen drei Verhaltensmerkmale, Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität, nur noch bei 80 Prozent der Kinder mit ADHS beobachtet werden (vgl. Brandl, 2004, S.48), eine andere spricht von 66 Prozent (vgl. Lauth et al., 2002, S.10). Auch wenn die Zahlen der verschiedenen Studien sich zum Teil unterscheiden, so wurde bei allen Studien eindeutig festgestellt, dass ADHS nicht nur eine Krankheit von Kindern und Jugendlichen ist, sondern viele Betroffene ein Leben lang begleitet.
Trotz dieses Wissens sind entsprechende Medikamente mit Methylphenidat ab dem 21. Lebensjahr nicht mehr von der Krankenkasse bezuschusst und müssen somit im Erwachsenenalter selbst finanziert werden (vgl. Kurrle, 2017, S.20). In der Pubertät wird das Gehirn grundlegend neu justiert und bis zum 28. Lebensjahr finden weitere Verfeinerungen und Nachreifungen im Gehirn statt (vgl. Rubia et al., 2000, S.9ff.). Laut Dietrich ist es durch diesen Umbau im Gehirn jedem Jugendlichen und so auch Jugendlichen mit ADHS möglich, die Krankheit während dieser Phase abzulegen und nicht mit ins Erwachsenenalter zu nehmen (vgl. Dietrich, 2011, S.91). Dafür müssen die Stabilisierungsfaktoren z.B. durch Therapie gestärkt werden und der ADHS- Betroffene muss in der Lage sein, eine eigenständige Lebensgestaltung zu erlernen (vgl. Dietrich, 2011, S.91).
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz von ADHS im pädagogischen Kontext und führt in die Fragestellung ein, ob Waldorfpädagogik oder Montessoripädagogik besser auf die Bedürfnisse von Kindern mit ADHS eingehen können.
2. Theorie: Dieser Abschnitt bietet einen detaillierten Überblick über die Reformpädagogik, die spezifischen Konzepte von Waldorf und Montessori sowie das Störungsbild ADHS und dessen Behandlungsmöglichkeiten.
3. Methodik: Hier wird der Einsatz einer qualitativen Forschungsmethode mittels Experteninterviews begründet und der Ablauf der Kategorienentwicklung und Auswertung dargelegt.
4 Empirie: Das Kapitel erläutert die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Gläser und Laudel als Grundlage für die systematische Auswertung der gesammelten Expertendaten.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die Erkenntnisse aus den Interviews, strukturiert in thematische Kategorien und Kausalketten, um Zusammenhänge zwischen Pädagogik und individueller Förderung aufzuzeigen.
6 Diskussion: Die Diskussion analysiert die gewonnenen Ergebnisse vor dem Hintergrund der Forschungsfragen und reflektiert die Rolle von Schule, Umfeld und individuellen Faktoren bei der Unterstützung von ADHS-Kindern.
7 Fazit: Das Fazit würdigt die Arbeit kritisch, identifiziert methodische Grenzen und stellt fest, dass die individuelle Lehrerpersönlichkeit bei der Förderung von Kindern mit ADHS oft entscheidender ist als das theoretische Schulkonzept.
ADHS, Waldorfpädagogik, Montessori-Pädagogik, Bedürfnisse von ADHS-Betroffenen, optimale Rahmenbedingungen, Experteninterview, Erfahrungsberichte, Praxis, Inklusion, individuelle Förderung, Reformschulen, Lehrmethoden, qualitative Forschung, pädagogische Ansätze.
Die Studie vergleicht die Ansätze der Waldorfpädagogik und der Montessoripädagogik hinsichtlich ihrer Eignung und Wirksamkeit bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen mit der Diagnose ADHS.
Die Arbeit beleuchtet die theoretischen Grundlagen der beiden Reformschulsysteme, die Symptomatik und Bedürfnisse bei ADHS sowie die praktische Umsetzung von Fördermaßnahmen durch Experteninterviews.
Das Hauptziel ist es zu klären, welches der beiden pädagogischen Konzepte (Waldorf oder Montessori) in der Praxis besser geeignet ist, um das volle Potenzial von Schülern mit ADHS zu entfalten.
Die Verfasserin nutzt eine qualitative Forschungsstrategie und führt hierzu Experteninterviews mit Personen aus zehn verschiedenen Berufsgruppen durch, die in der Theorie oder Praxis mit den betrachteten Feldern befasst sind.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Literaturrecherche zu den Pädagogikkonzepten und ADHS, eine Beschreibung der methodischen Durchführung der Befragung sowie eine empirische Auswertung der Interviews anhand von Kategorien und Kausalketten.
Die Arbeit wird unter anderem durch Begriffe wie ADHS, Waldorfpädagogik, Montessori-Pädagogik, Inklusion, individuelle Förderung und Reformschulen charakterisiert.
Die befragten Experten betonen übereinstimmend, dass die Haltung der Lehrkraft, ihre Professionalität und das individuelle Engagement oft kritischer für den Erfolg sind als das gewählte pädagogische Schulkonzept an sich.
Die Experten heben hervor, dass Reformschulen zwar oft gute Voraussetzungen bieten, die Inklusion jedoch an vielen Schulen an Grenzen stößt, insbesondere wenn es an ausreichendem, geschultem Personal oder räumlichen Ressourcen mangelt.
Viele der befragten Fachkräfte äußern eine kritische Haltung gegenüber einer zu frühen oder zu schnellen Etikettierung von Kindern mit dem Stempel "ADHS" und mahnen eine sorgfältige, umfeldbezogene Diagnose an.
Nein. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es kein Patentrezept gibt; ein Kind mit ADHS kann an beiden Schulformen aufblühen oder scheitern, abhängig von den individuellen Lebensumständen, der Lehrkraft und der spezifischen Einrichtung.
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