Bachelorarbeit, 2000
46 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Veränderungen in den Lebensentwürfen und Erwerbsverläufen von Frauen
2.1 Neue Modelle weiblicher Lebensentwürfe
2.2 Junge Frauen beim Übergang ins Erwerbsleben
3. Theoretische Ansätze zur Berufswahl von Frauen
3.1 Strukturorientierte Ansätze
3.1.1 Segmentation des Arbeitsmarktes
3.1.2 Geschlechtsspezifische Strukturen des Berufsbildungssystems
3.1.3 Ungleichbehandlung von Frauen im Erwerbsleben
3.2 Sozialisationsorientierte Ansätze
3.2.1 Theorie des weiblichen Arbeitsvermögens
3.2.2 Berufsfindung ausgehend von der weiblichen Adoleszenz
3.3 Subjektorientierte Ansätze
3.3.1 Berufswahl als Anpassungsprozeß an die Bedingungen des Arbeitsmarktes
3.3.2 Unterschiede im Verhältnis von Geschlechts- und Berufsrolle bei Frauen und Männern
4. Zusammenfassung und Analyse
5. Schlußbemerkung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für das eingeschränkte Berufs(wahl)spektrum von Frauen und analysiert, warum trotz formaler Gleichstellung und hoher Berufsmotivation geschlechtsspezifische Diskrepanzen in der Berufswahl sowie beim Übergang in den Arbeitsmarkt fortbestehen.
3.1.1 Segmentation des Arbeitsmarktes
Die Aufteilung der Frauen und Männer auf dem Arbeitsmarkt findet nicht nur in horizontaler Richtung, sondern auch in vertikaler Richtung statt. Das bedeutet, der Arbeitsmarkt teilt sich nicht nur in Frauen - und Männerberufe, sondern auch in Frauen- und Männerarbeitsplätze auf. Diese Arbeitsplätze unterscheiden sich überwiegend durch die Stellungen der Frauen und Männer im Betrieb. Mit Hilfe der Theorie zur Segmentation des Arbeitsmarktes soll diese Aufteilung der Arbeitsplätze genauer untersucht werden. In Anlehnung an die in den USA entwickelte Theorie überträgt Sengenberger (1975) sie auf den deutschen Arbeitsmarkt:
Sengenberger analysiert die arbeitsmarktlichen Bestimmungs- und Einfluß- größen und schließt dadurch auf eine Spaltung des Arbeitsmarktes in voneinander getrennte Segmente. Es wird unterschieden zwischen den betriebsinternen, den unstrukturierten und den berufsfachlichen Teilarbeits- märkten (Heinz, 1993 S. 22ff):
Das primäre Segment zeichnet sich durch betriebsinterne Arbeitsmärkte mit stabilen, gut entlohnten Arbeitsplätzen mit guten Aufstiegsmöglichkeiten aus. Der/Die Arbeitnehmer/in ist an eine/n Arbeitgeber/in gebunden, wie z.B. den öffentlichen Dienst, die Großindustrie, Banken und Versicherungen, und ist auf die betriebspezifischen Qualifikationen festgelegt.
Das sekundäre Segment ist durch sog. unstrukturierte, betriebliche Teilarbeitsmärkte, die von gering Qualifizierten genutzt werden, gekennzeichnet und umfaßt sog. Jedermann/frau - Arbeitstätigkeiten. Hier sind die Arbeitnehmer an keinen bestimmten Arbeitgeber gebunden, und umgekehrt die Arbeitgeber/innen an keinen bestimmten Arbeitnehmer/in. Üblich sind hier Arbeitsverhältnisse, die nicht durch Verträge, Arbeitsschutz, Krankenversicherung, etc. geschützt sind. Es bestehen geringe Arbeitsplatz sicherheit, geringes Einkommen und keine Aufstiegsmöglichkeiten.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt den hohen Stellenwert von Berufstätigkeit für junge Frauen dar und skizziert die Fragestellung nach den Gründen für das trotz gestiegener Qualifikationen weiterhin eingeschränkte Berufs(wahl)spektrum.
2. Veränderungen in den Lebensentwürfen und Erwerbsverläufen von Frauen: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Wandel vom Ein-Phasen-Modell hin zu Doppelorientierungen auf Beruf und Familie sowie die Herausforderungen beim Übergang junger Frauen in das Erwerbsleben.
3. Theoretische Ansätze zur Berufswahl von Frauen: Der Hauptteil analysiert verschiedene Erklärungsmodelle, unterteilt in struktur-, sozialisations- und subjektorientierte Ansätze, um die Mechanismen der geschlechtsspezifischen Berufswahl zu beleuchten.
4. Zusammenfassung und Analyse: In diesem Kapitel werden die vorgestellten Theorien kritisch diskutiert und bewertet, wobei auf ihre Stärken und Schwächen bei der Erklärung der Beharrungstendenzen auf dem Arbeitsmarkt eingegangen wird.
5. Schlußbemerkung und Ausblick: Der Abschluss fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine praktische Neugestaltung der Gleichberechtigung, insbesondere durch eine geschlechtersensible Berufsorientierung an Schulen.
Berufswahl, Frauen, Erwerbsverlauf, Arbeitsmarkt, Segmentation, Geschlechtsspezifische Sozialisation, Weibliches Arbeitsvermögen, Berufsbildungssystem, Berufswahlverhalten, Lebensentwurf, Vereinbarkeit, Berufsfindung, Adoleszenz, Qualifikation, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung.
Die Arbeit untersucht die theoretischen Erklärungsansätze, die das historisch gewachsene und eingeschränkte Berufswahlspektrum von Frauen begründen, sowie die Faktoren, die trotz verbesserter Bildungsabschlüsse zu einer geschlechtsspezifischen Segregation am Arbeitsmarkt führen.
Die zentralen Themen sind der Wandel weiblicher Lebensentwürfe, die strukturellen Gegebenheiten des deutschen Berufsbildungssystems, die Bedeutung von Sozialisationsprozessen sowie die subjektive Interpretation von Berufswahlprozessen durch junge Frauen.
Das Ziel ist die kritische Analyse und Zusammenführung unterschiedlicher wissenschaftlicher Theorien, um zu verstehen, warum junge Frauen bei der Berufswahl weiterhin in tradierte Muster verfallen und welche Rolle externe Arbeitsmarktstrukturen dabei spielen.
Es handelt sich um eine literatur- und theoriebasierte wissenschaftliche Hausarbeit, die den aktuellen Forschungsstand zu verschiedenen berufs- und wirtschaftspädagogischen Erklärungsansätzen systematisch aufarbeitet und diskutiert.
Der Hauptteil gliedert sich in strukturorientierte Theorien (z.B. Arbeitsmarktsegmentation), sozialisationsorientierte Ansätze (z.B. Theorie des weiblichen Arbeitsvermögens) und subjektorientierte Ansätze, die den Anpassungsprozess der Individuen an die Anforderungen des Marktes in den Vordergrund stellen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Berufswahl, weibliches Arbeitsvermögen, Arbeitsmarktsegmentation, Geschlechterrolle, Vereinbarkeit und Berufsfindung beschreiben.
Der "doing-gender-effect" beschreibt, dass die Struktur des Berufsbildungssystems in Deutschland durch eine geschlechtsspezifische Differenzierung bereits so gestaltet ist, dass männliche und weibliche Jugendliche quasi automatisch in typische Übergangswege gelenkt werden.
Da Frauen häufig mit strukturellen Barrieren und der Erwartung einer Doppelbelastung durch Beruf und Familie konfrontiert sind, müssen sie ihre beruflichen Wünsche oft zugunsten der Vereinbarkeit und der wahrgenommenen Rollenkonformität einschränken – dies wird als ein bewusster Abwägungsprozess verstanden.
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