Bachelorarbeit, 2023
51 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Biografisches
3 Ideologie, Philosophie und Weltanschauung
4 Historische Einordnung
5 Die Ikone Che Guevara
5.1 Zum Begriff und Konzept der Ikone
5.2 Genese der Ikone Che Guevara
5.3 Sakralisierung
6 Nachwirkung und Kommerzialisierung
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Genese des Mythos um Ernesto „Che“ Guevara und analysiert, wie aus seiner Person eine weltweit bekannte Ikone der Revolution sowie des Protests wurde. Im Zentrum steht dabei die bildpolitische Konstruktion dieses Narrativs sowie die Untersuchung des mit seiner Figur verbundenen Heldenkults und der Sakralisierungsprozesse.
Genese der Ikone Che Guevara
Den Grundstein zur Ikone Che Guevara legte ein Fotograf namens Alberto Korda, der am 5. März 1960, also circa sieben Jahre vor Che Guevaras Tod in Bolivien, einige Aufnahmen von Che machte, als dieser bei einer Trauerfeier in Havanna für die circa 100 Opfer der Explosion des Frachtschiffes mit Namen La Coubre zugegen war. Das Frachtschiff aus Frankreich, das Munition und Waffen aus Belgien für die Kubaner geladen hatte, explodierte am Vortag im Hafen von Havanna. Die Gründe für die Explosion sind nur zu mutmaßen, doch die Kubaner beharr(t)en auf einem Sabotageakt der CIA.
Fidel Castro hielt am Tage der Zeremonie eine Trauerrede, zu der neben Che Guevara auch die überaus bedeutsamen Philosophen Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir aus Frankreich angereist waren.
Der Fotograf Alberto Korda, war an jenem Tag anwesend, weil er einige Fotos für die Tageszeitung Revolución schießen wollte, deren Redaktion der Fotografie im Allgemeinen viel Raum bot. Er fotografierte mit einer Leica M2 (90 mm-Objektiv) und positionierte sich vor der Rednerbühne, um gute Aufnahmen von Fidel zu erhaschen. Neben Fidel und den französischen Gästen fotografierte er auch Che Guevara einmal im Hoch- und einmal im Querformat, als dieser zur Brüstung ging, um sich die Menschenmenge anzusehen. Korda selbst sagte später, dass Ches Blick ihn erstaunte und er deshalb auf den Auslöser drückte. Das Foto war mehr ein Zufallsprodukt und entstand in einem Zeitfenster von 10 bis 15 Sekunden, in denen Che zu sehen war.
1 Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Entwicklung Che Guevaras zur globalen Ikone.
2 Biografisches: Dieses Kapitel liefert einen biografischen Überblick über die Lebensstationen Che Guevaras, von seiner Herkunft über das Medizinstudium bis hin zu den entscheidenden Erfahrungen in Guatemala und auf Kuba.
3 Ideologie, Philosophie und Weltanschauung: Hier werden die politischen Überzeugungen Guevaras, insbesondere seine Kriegstheorien und sein Konzept des „neuen Menschen“, detailliert analysiert.
4 Historische Einordnung: Dieses Kapitel bettet das Wirken Che Guevaras und die Geschichte Kubas in den größeren Kontext des 20. Jahrhunderts und des Kalten Krieges ein.
5 Die Ikone Che Guevara: Das Hauptkapitel untersucht theoretisch den Begriff der Ikone und beleuchtet konkret die Genese der Korda-Fotografie sowie die nachfolgenden Sakralisierungsprozesse durch Vergleiche mit christlicher Ikonografie.
6 Nachwirkung und Kommerzialisierung: Der abschließende Teil analysiert die vielschichtige kommerzielle Vermarktung des Bildes und die Entmythologisierung der Person zugunsten einer leeren Projektionsfläche.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung prägnant zusammen und beantwortet die in der Einleitung aufgeworfenen zentralen Fragen.
Che Guevara, Ikone, Revolution, Guerillero Heroico, Alberto Korda, Sakralisierung, Personenkult, Mythos, Medienikone, politische Religion, Kuba, Antiimperialismus, Internationalismus, Fotografie, Kommerzialisierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung des Mythos und der Ikonisierung von Ernesto „Che“ Guevara, ausgehend von seiner Rolle in der kubanischen Revolution bis hin zu seiner weltweiten Wahrnehmung als Symbolfigur.
Die Arbeit behandelt die Biografie, die ideologischen Grundlagen, die historische Einbettung sowie insbesondere die mediale und bildpolitische Konstruktion seines Ikonen-Status.
Das primäre Ziel ist es zu ergründen, warum und auf welche Weise Che Guevara zu einer globalen Ikone werden konnte und welche Rolle dabei der Heldenkult sowie die Konstruktion eines narrativen Bildes spielten.
Die Vorgehensweise stützt sich auf eine tiefgehende qualitative Analyse von Bildmaterial (Visual History) sowie eine Untersuchung einschlägiger Literatur, Tagebücher und historischer Dokumente.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Ikonenbildung, dem Konzept der „modernen Ikone“ und der spezifischen Medientheorie hinter dem weltweit reproduzierten Foto von Alberto Korda.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Sakralisierung, Medienikone, Entmythologisierung, Guerillero und Projektionsfläche zusammenfassen.
Die Arbeit analysiert, wie die Fotografie des toten Che Guevara bewusst mit religiösen Motiven der Beweinung Christi in Verbindung gebracht wurde, um ihn als Märtyrer und „Heiligen“ der Revolution zu stilisieren.
Die Arbeit argumentiert, dass sein Konterfei durch die Historienentbindung zu einer leeren Projektionsfläche geworden ist, die heute von unterschiedlichsten Akteuren für kommerzielle oder ideologische Zwecke genutzt wird.
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