Magisterarbeit, 2009
107 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung und Problemstellung
2. Gesundheit
2.1 Das Gesundheitsverständnis im historischen Wandel
2.2 Gesundheit im salutogenetischen Bezugsrahmen
2.3 Subjektive Gesundheitsvorstellungen
3. Spiritualität
3.1 Spiritualität und Wissenschaft
3.2 Verbundenheit und Suchen als Aspekte von Spiritualität
3.3 Spiritualität im Gesundheits(und Krankheits-)bezug
4. Forschungsteil
4.1 Theoretische Verortung und Grundannahmen
4.1.1. Angewandte Methode: Das problemzentrierte Interview
4.1.2. Auswahl der Probandinnen
4.1.3. Interviewleitfaden, Schlüsselbegriffe und Datenauswertung
4.2 Interviews
4.2.1. Hilke - Beziehungen
4.2.2. Brigitta - Natur und Entsprechungen
4.2.3. Claudia - Balance und Liebe zu sich selbst
4.2.4. Svea - 'Aha- Effekte' und Innere Instanz
4.2.5. R-Geschwister - Biografie und Stigmatisierung
5. Querschnittsanalyse, Erkenntnisse und Diskussion
5.1 Spiritualität
5.2 Gesundheit und Spiritualität
5.3 Konsequenzen für den Gesundheitsbegriff
5.3.1. Gesundheit als Individuationsprozess
5.3.2. Identität und Kohärenzgefühl im Individuationsprozess
5.4 Ganzheitliche Gesundheitsförderung auf personaler Ebene
6. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht, inwieweit Spiritualität und Gesundheit in subjektiven Gesundheitsvorstellungen miteinander verwoben sind und wie sich diese spirituellen Aspekte im Alltagshandeln von Frauen niederschlagen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, ob und wie spirituelle Dimensionen als Ressourcen für die persönliche Lebensführung und die Bewältigung von Krankheit genutzt werden.
4.1.1. Angewandte Methode: das problemzentrierte Interview
Das problemzentrierte Interview wird als eine Methodenkombination bzw. -integration beschrieben, die qualitative Interviews, Fallanalysen, biografische Methoden, Gruppendiskussion sowie auch Inhaltsanalyse umfassen kann (Mayring, 2002). Der Begriff wurde von Witzel Anfang der 1980er Jahren geprägt und ist eine Befragungsform, bei der die Probanden möglichst frei zu Wort kommen. Es wird eine bestimmte Problemstellung fokussiert, die vom Forschenden im Vorfeld analysiert wurde, d.h. bestimmte Aspekte wurden erarbeitet und in einem Interviewleitfaden zusammengestellt. Der Grundgedanke dieses Vorgehens ist von Mayring (2002) in drei vorrangige Prinzipien zusammengefasst worden:
Problemzentrierung: Es wird an einer gesellschaftsrelevanten Problemstellung angesetzt. Aufgabe des Forschers ist es, sich die wesentlichen objektiven Aspekte dieser Problemstellung vor der Interviewphase zu erarbeiten.
Gegenstandsorientierung: Die konkrete Gestaltung des Leitfadens muss auf einen spezifischen Gegenstand bezogen sein und darf nicht aus der Übernahme von fertigen Instrumenten bestehen.
Prozessorientierung: Es geht um die flexible Analyse des Problemfeldes und eine schrittweise Gewinnung und Prüfung von Daten. Beschaffenheit und Zusammenhang der einzelnen Elemente schälen sich langsam und im ständigen reflexiven Bezug auf die dabei verwanden Methoden heraus.
1. Einleitung und Problemstellung: Vorstellung des Forschungsinteresses an der spirituellen Dimension in modernen Gesundheitskonzepten.
2. Gesundheit: Historische Herleitung des Gesundheitsverständnisses und Einordnung in salutogenetische Modelle.
3. Spiritualität: Theoretische Auseinandersetzung mit Spiritualität als Ressource und deren Verhältnis zur Wissenschaft.
4. Forschungsteil: Detaillierte Darstellung der angewandten qualitativen Methoden und Dokumentation der geführten Interviews.
5. Querschnittsanalyse, Erkenntnisse und Diskussion: Synthese der Forschungsergebnisse im Hinblick auf Gesundheit, Identität und Individuation.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Arbeit und Perspektiven für zukünftige Gesundheitsförderung.
Spiritualität, Gesundheit, Salutogenese, Krankheitsbewältigung, Individuation, Kohärenzgefühl, problemzentriertes Interview, Verbundenheit, Selbstverwirklichung, Lebenssinn, Gesundheitsbildung, psychosomatische Zusammenhänge, Identitätsentwicklung, Achtsamkeit, Herzensqualität.
Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel von Spiritualität und Gesundheit aus der Perspektive subjektiver Vorstellungen und analysiert, wie Menschen spirituelle Aspekte in ihren Alltag integrieren.
Die Themenfelder umfassen die Geschichte des Gesundheitsbegriffs, das salutogenetische Modell nach Antonovsky sowie die Rolle von Spiritualität als Ressource für Lebenssinn und Gesundheit.
Ziel ist es zu eruieren, ob spirituelle Aspekte mit der persönlichen Gesundheit verbunden werden und in welcher Form sie sich im konkreten Alltagshandeln der Probandinnen ausdrücken.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, basierend auf problemzentrierten Interviews, die anschließend inhaltlich ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, den Forschungsteil mit fünf Fallbeispielen bzw. Interviews sowie eine umfassende Querschnittsanalyse der Ergebnisse.
Wesentliche Begriffe sind Spiritualität, Individuation, Kohärenzgefühl, Sinnstiftung, Gesundheitshandeln und ganzheitliche Gesundheitsförderung.
Sie dient als wegweisendes, inneres Wissen, das dem Menschen hilft, den Sinn von Krankheit zu erschließen und als Indikator für den individuellen Entwicklungsbedarf fungiert.
Der Begriff wird oft als ambivalent oder negativ besetzt empfunden; die Probandinnen nutzen stattdessen lieber Begriffe wie Verbundenheit, Liebe, innere Weisheit oder universelles Vertrauen.
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