Bachelorarbeit, 2021
41 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Trauer, Corona und Wissenschaft
1.1. Trauer in Zeiten von Corona in unterschiedlichen Diskurswelten
1.2. Der Begriff der Trauer aus sozialwissenschaftlicher Perspektive
2. Methodisches Vorgehen
3. Trauer in Zeiten von Corona
3.1. Veränderungen des Todesumstands und der Begleitung am Lebensende
3.2. Ein veränderter Bestattungsumstand
3.3. Veränderung des Phänomens der Trauer in der Zeit danach
4. Pandemische Trauer und ihre Konsequenzen
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht soziologisch, wie sich das Erleben von Trauer durch die pandemiebedingten Umstände verändert hat und welche potenziellen gesellschaftlichen Folgen daraus resultieren. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie soziale Distanzierung und veränderte Sterbe- sowie Bestattungspraktiken die Praxis des Trauerns beeinflussen.
Veränderungen des Todesumstands und der Begleitung am Lebensende
Zunächst kann hier - auf Grund der Symptomatik und des spezifischen Krankheitsverlaufs - ein plötzliches Auftreten des Todes im Zusammenhang mit Covid-19 als ein die Trauer potenziell beeinflussender Faktor genannt werden. Therese A. Rando (1993), die in ihrem psychologischen Konzept der komplizierten Trauer eine soziologische Perspektive integriert, da sie die Situationen berücksichtigt, in denen die Überlebenden existieren (vgl. a.Charmaz & Milligan, 2006, 531 f.), stellt hierbei das plötzliche Auftreten eines Todes als einen von sieben Hochrisikofaktoren dar, um komplizierte Trauer auszubilden (vgl. ebd., S. 45). Unter komplizierter Trauer versteht sie hierbei eine Beeinträchtigung, Verzerrung oder auch ein Versagen der für die gesundheitliche Bewältigung eines Verlustes notwendige Trauerarbeit unter Berücksichtigung der Zeitspanne seit dem Todesfall (vgl. ebd., S.45).
Bezüglich des zeitlichen Verlauf bis zum Tod ihrer Oma beschreibt Nelly, dass diese eigentlich „erstmal n recht milden Verlauf hatte“, sie dann jedoch nach ein paar Tagen ins Krankenhaus musste und es dann „sehr sehr schnell“ passierte, „dass es auf einmal ihr sehr schlecht ging“. Weiterhin berichtet auch die Bestatterin von einer Familie, in der die Mutter zunächst „gar nichts“ hatte „außer, dass sie alt war“, sie dann „Husten“ bekommen hat, ins Krankenhaus musste und dann „innerhalb von sieben Tagen […] verstorben“ ist. Das plötzliche Tode potenziell schwieriger zu betrauern sind, kann dabei angenommen werden, da sich für die Hinterbliebenen zuvor keine Chancen ergeben können sich auf den Verlust vorzubereiten.
Einleitung: Diese Einleitung führt in die soziologische Themenstellung ein und begründet die Relevanz der Untersuchung des Trauerphänomens im Kontext der Corona-Pandemie.
1. Trauer, Corona und Wissenschaft: Das Kapitel reflektiert den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand zur Trauer unter pandemischen Bedingungen und definiert Trauer aus sozialwissenschaftlicher Sicht.
2. Methodisches Vorgehen: Hier wird der qualitative Forschungsansatz sowie die Anwendung der Grounded Theory zur Auswertung von Experteninterviews und medialen Beiträgen erläutert.
3. Trauer in Zeiten von Corona: Das Hauptkapitel analysiert empirisch die Veränderungen des Sterbeprozesses, der Bestattungspraktiken sowie der Trauerbewältigung in der Zeit nach dem Verlust.
4. Pandemische Trauer und ihre Konsequenzen: Dieses Kapitel diskutiert die Auswirkungen des veränderten Trauergeschehens auf die individuelle Trauerbewältigung und die soziale Ordnung.
5. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und zeigt Anknüpfungspunkte für zukünftige soziologische Forschungsfragen auf.
Trauer, Corona-Pandemie, Soziologie, Sterben, Bestattung, Grounded Theory, soziale Distanzierung, Trauerritual, emotionale Arbeit, soziale Ordnung, Krisenzustand, Abschied, Hinterbliebene, Isolation, Gefühlswelt.
Die Arbeit untersucht soziologisch, wie die Corona-Pandemie das Erleben von Trauer und den Umgang mit dem Tod in der modernen Gesellschaft verändert hat.
Die zentralen Themen sind der Wandel des Sterbeprozesses, Veränderungen in der Bestattungskultur, die Rolle von Trauerritualen sowie die emotionale Arbeit von Hinterbliebenen und Fachkräften.
Ziel ist es, die Veränderungen der Trauererfahrung unter Pandemiebedingungen darzustellen und deren soziale Folgen sowie mögliche Anschlussprobleme für die Gesellschaft zu diskutieren.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf narrativen Interviews mit Betroffenen und einer Expertin (Bestatterin) sowie der Auswertung medialer Beiträge in Anlehnung an die Grounded Theory basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Todesumstände, der Bestattungssituation und der Phase der Trauer danach, wobei theoretische Ansätze zur Emotionssoziologie einbezogen werden.
Begriffe wie Trauer, pandemische Maßnahmen, soziale Ordnung, emotionale Arbeit und Bestattungsrituale stehen im Zentrum der terminologischen Auseinandersetzung.
Die Arbeit zeigt, dass Kontaktbeschränkungen die Bestattungssituation als emotional entwertet oder beschleunigt wahrnehmen lassen, da symbolische Rituale und Nähe fehlen.
Die Bestatterin wird als Expertin herangezogen, deren eigene berufliche Praxis der emotionalen Unterstützung durch die Pandemiemaßnahmen stark eingeschränkt und mit neuen professionellen Konflikten belastet wird.
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