Bachelorarbeit, 2023
44 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
2 Sozialpolitik und Transfersysteme
2.1 Sozialpolitik und der Sozialstaat Deutschland
2.2 Herausforderungen und Wandel der Sozialpolitik
2.3 Arbeitsentscheidung
2.4 Klassische Argumente in der Sozialtransferdebatte
3 Diskussion und Vergleich
3.1 Bedingungsloses Grundeinkommen
3.1.1 Definition und Abgrenzung
3.1.2 Bedingungsloses Grundeinkommen in den wesentlichen Argumenten der Sozialtransferdebatte
3.2 Individuelle Erwerbskontos in Deutschland
3.2.1 Definition und Abgrenzung
3.2.2 Individuelle Erwerbskonten in den wesentlichen Argumenten der Sozialtransferdebatte
3.3 Vergleich der individuellen Erwerbskonten und des bedingungslosen Grundeinkommens
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit vergleicht aus einer ökonomischen Perspektive das Modell der individuellen Erwerbskonten (IEK) mit dem bedingungslosen Grundeinkommen (BGE), um zu untersuchen, wie sich diese Ansätze in die bestehende Sozialtransferdebatte einfügen und voneinander abgrenzen.
3.1.1 Definition und Abgrenzung
In diesem Abschnitt wird das BGE vorgestellt, welches eine lange Ideengeschichte hat. In dem Gutachten (2021) des wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen stellen die Autoren vor, dass das BGE schon im 18. Jahrhundert thematisiert wurde. Zu Beginn von Thomas Paine, mit dem Schwerpunkt der sozialen Gerechtigkeit, über Thomas Spence im Jahre 1796 hin zu Milton Friedman und seiner ’negativen Einkommenssteuer’ aus dem Jahre 1962 sucht das BGE nach Definitionen und Zuspruch. Nach Osterkamp (2015b: 11 f.) hat der Philosoph und Ökonom Philippe Van Parijs (1992) in seinem Werk ’Arguing for Basic Income’ die Idee des BGE’s sozialethisch und ohne Vorgabe einer spezifischen Art der Umsetzung in den Diskurs gebracht. Viele Befürworter eines BGE’s beziehen sich auf diesen Begründungssatz. Dennoch gibt es eine Vielzahl von sich leicht oder stärker unterscheidenden Definitionen eines BGE’s.
Die vorliegende Arbeit untersucht nicht einzelne Vorschläge, sondern möchte das BGE als ein übertragbares Konzept mit dem Modell der IEK vergleichen. Jedes Land hat (wenn überhaupt) unterschiedliche Sozialsysteme, Lebenshaltungskosten und institutionelle Vorgaben, die die Ausgestaltung eines BGE’s sehr divers machen. Nicht zuletzt deswegen gibt es unterschiedliche Begrifflichkeiten, wie ’solidarisches Bürgergeld’, ’Citizen’s Income’, ’Citizen’s Basic Income’ oder ’Universal Basic Income’, mit eigenen Gestaltungsarten und Geltungsbereichen. Für eine klarere Abgrenzung und Vergleichsmöglichkeit greift diese Arbeit auf das Konzept von dem britischen Arbeitsökonomen und Mitbegründer des ’Basic Income Earth Network’ Guy Standing (2019) zurück. Aufgrund seiner allgemeinen Definition lässt sich dieser Vorschlag leicht auf verschiedene Situationen übertragen und dient weiter als Vergleichsgrundlage. Aufgrund der vielen Ähnlichkeiten der Konzepte untereinander lassen sich Bewertungen und Analysen anderer Konzepte auch hierauf anwenden.
1 Einführung: Hinführung zur Debatte über die Transformation des Sozialstaats sowie Definition der Forschungsfrage und methodischen Vorgehensweise.
2 Sozialpolitik und Transfersysteme: Erläuterung des deutschen Sozialstaatsverständnisses, der ökonomischen Theorie der Arbeitsentscheidung sowie Vorstellung des theoretischen Diskursrahmens.
3 Diskussion und Vergleich: Eingehende Analyse des Bedingungslosen Grundeinkommens und der Individuellen Erwerbskonten sowie deren direkter Vergleich hinsichtlich ökonomischer Kriterien.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung beider Modelle vor dem Hintergrund sozialpolitischer Herausforderungen und deren jeweiliger Umsetzungsmöglichkeiten.
Sozialpolitik, Sozialstaat, Bedingungsloses Grundeinkommen, BGE, Individuelle Erwerbskonten, IEK, Arbeitsangebot, Sozialtransferdebatte, ökonomische Argumente, Transferprogramme, Fiskalische Nachhaltigkeit, Vermögensungleichheit, Einkommenseffekt, Substitutionseffekt, Transformation.
Die Arbeit untersucht ökonomische Argumente in der Sozialtransferdebatte durch einen Vergleich zwischen dem bedingungslosen Grundeinkommen und individuellen Erwerbskonten.
Die Arbeit fokussiert sich auf die ökonomische Betrachtung von Transfersystemen, Arbeitsanreize durch Steuern und Leistungen sowie die fiskalische Nachhaltigkeit und Zielerreichung verschiedener Sozialmodelle.
Die Arbeit stellt die Frage, was das Modell der Erwerbskonten aus ökonomischer Perspektive von dem Modell des Grundeinkommens in den Argumenten der bisherigen Sozialtransferdebatte unterscheidet.
Die Arbeit basiert auf einer theoretisch-ökonomischen Analyse, gestützt auf die Arbeitsangebotstheorie von Ehrenberg et al. sowie den Transferrahmen von Francese und Prady, um Simulationsstudien und bestehende Literatur auszuwerten.
Im Hauptteil werden beide Modelle definiert, ihre theoretischen Grundlagen beleuchtet, ihre Auswirkungen auf das Arbeitsangebot diskutiert und ein systematischer Vergleich anhand von Maßeinheiten wie Effizienz und Effektivität durchgeführt.
Wichtige Begriffe sind Sozialpolitik, Transformation, Arbeitsanreize, Fiskalische Nachhaltigkeit, Grundeinkommen, Erwerbskonten und Vermögensungleichheit.
Diese Dimensionen bilden die Basis des Transferrahmens von Francese und Prady. Sie helfen zu beurteilen, ob ein neues Instrument wie das BGE überhaupt notwendig ist oder ob bestehende Systeme effizienter gestaltet werden können.
Die Erwerbskonten werden in der Arbeit primär als Gegenmodell zur Vermögensungleichheit diskutiert, wobei eine Finanzierung über Vermögenssteuern oder Erbschaftssteuern eine zentrale Rolle spielt.
Während das BGE transformativ wirken und Freiheit sowie soziale Gerechtigkeit grundlegend sichern soll, sind die Erwerbskonten eher als ergänzendes Instrument zur Förderung von Lebenschancen und Bildung konzipiert.
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