Diplomarbeit, 2009
107 Seiten, Note: 2,7
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 Einleitung und Forschungsfrage
1.1 Einleitung
1.2 Forschungsfrage
2 Begriffserklärungen und Begriffsdefinitionen
3 Historischer Rückblick - städtebauliche Leitbilder in der Verkehrsplanung
3.1 Die autogerechte Stadt (ab 1950)
3.2 Der stadtgerechte Verkehr (1971-1980)
3.3 Der menschengerechte Verkehr (ab 1980)
4 Shared Space: Öffentlicher Raum für alle!
4.1 Zur Theorie von Shared Space
4.1.1 Was bedeutet Shared Space und woher kommt das Konzept ?
4.1.2 Menschenraum vs. Verkehrsraum
4.1.3 Langsames und schnelles Verkehrsnetz
4.1.4 Soziales Verkehrsverhalten
4.1.5 Sicherheit im Verkehr
4.1.6 Ansprüche an den öffentlichen (Straßen-)Raum
4.2 Shared Space in der Praxis
4.2.1 Wo ist Shared Space sinnvoll?
4.2.2 Wie wird Shared Space umgesetzt? – Gestaltungselemente
4.2.3 Wie wird Shared Space umgesetzt? – Der Planungsprozess
4.2.4 Schwierigkeiten für bestimmte Personengruppen
4.2.5 Ist Shared Space in Deutschland rechtlich möglich?
4.3 EU-Projekt – Interreg IIIB North Sea Programme
4.3.1 Das Projekt im Überblick
4.3.2 Das Beispiel Haren (Niederlande)
5 Shared Space in München (vergleichbare Verkehrsführung in München)
5.1 Die Standorte der Untersuchung und ihre Restriktionen
5.1.1 Gärtnerplatz (Kreisverkehr)
5.1.2 Pariser Platz (Kreisverkehr)
5.1.3 Westermühl-/Hans-Sachs-/Jahnstraße (Kreuzungsbereich)
5.2 Die Befragung
5.2.1 Methodisches Vorgehen
5.2.1.1 Art der Befragung
5.2.1.2 Auswahlverfahren
5.2.1.3 Pretests
5.2.2 Datenerhebung
5.2.3 Datenanalyse und Datenauswertung
6 Ergebnisse der Untersuchung
6.1 Erste allgemeine Ergebnisse
6.2 Fußgänger/Radfahrer und Pkw-/motorisierter Verkehr – Einschätzungen der Befragten
6.2.1 Fußgänger/Radfahrer
6.2.2 Pkw-/motorisierter Verkehr
6.2.3 Fußgänger/Radfahrer und Pkw-/motorisierter Verkehr
6.2.4 Demographische und andere Unterschiede bei der Verkehrssicherheit
6.3 Vergleich der drei Untersuchungsorte
6.3.1 Verkehrssicherheit an den drei Untersuchungsorten
6.3.2 Räumliche Funktionen an den drei Untersuchungsorten
6.3.3 Die Mischfläche an den drei Untersuchungsorten
6.3.4 Zufriedenheit mit der Aufenthaltsqualität an den drei Untersuchungsorten
7 Fazit der Untersuchung und Ausblick
7.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
7.2 Handlungsempfehlungen
Die Arbeit untersucht das Konzept des "Shared Space" im urbanen Kontext und analysiert dessen Anwendbarkeit in München. Ziel ist es zu prüfen, ob Orte ohne strikte Trennung von Verkehrsarten die Verkehrssicherheit erhöhen und die Aufenthaltsqualität für Nutzer verbessern können.
4.1.1 Was bedeutet Shared Space und woher kommt das Konzept ?
Shared Space bedeutet soviel wie „öffentlicher Raum für alle“ oder auch „gemeinsam genutzter Raum“. (Schwab 2008, 42) Das Konzept wurde vor ca. 30 Jahren von Hans Monderman (* 19. November 1945 in Leeuwarden; † 07. Januar 2008 in Opsterland), einem niederländischen Professor für Verkehrsingenieurwesen, entwickelt. (Clarke 2006, 290)
Mondermans Leitspruch war: „Never treat anyone in the public realm as an idiot, always assume they have intelligence.“ (Keuning Instituut 2008, 2) Damit legt Monderman die Verantwortung im Straßenverkehr eindeutig in die Hände der Verkehrsteilnehmer, was wiederum eine weniger von außen bestimmte Verkehrsführung zur Folge hat.
Leitidee des Konzeptes ist es, den öffentlichen Raum (vgl. Kapitel 3), der in den letzten Jahrzehnten durch die Raum- bzw. Verkehrsplanung weitestgehend dem Verkehr überlassen war, für die Menschen zurückzugewinnen. Sowohl in der Vergangenheit als auch meistens noch heute ging bzw. geht die Qualität des öffentlichen Raumes durch die Verkehrsnutzung häufig auf Kosten des menschlichen Lebensraumes. Shared Space möchte abrücken von dieser Sichtweise.
1 Einleitung und Forschungsfrage: Einführung in die Problematik des öffentlichen Raums und Definition der zentralen Forschungsfragen zur Anwendbarkeit von Shared Space.
2 Begriffserklärungen und Begriffsdefinitionen: Klärung der fachspezifischen Terminologie, die für das Verständnis der Arbeit und des Konzepts Shared Space essentiell ist.
3 Historischer Rückblick - städtebauliche Leitbilder in der Verkehrsplanung: Überblick über die Entwicklung von der autogerechten Stadt hin zum menschengerechten Verkehr seit 1950.
4 Shared Space: Öffentlicher Raum für alle!: Theoretische Fundierung des Shared Space-Konzepts, Diskussion von Gestaltungselementen, Planungsprozessen und rechtlichen Rahmenbedingungen.
5 Shared Space in München (vergleichbare Verkehrsführung in München): Beschreibung der drei gewählten Untersuchungsorte in München inklusive ihrer spezifischen Restriktionen sowie methodische Erläuterung der empirischen Befragung.
6 Ergebnisse der Untersuchung: Präsentation und Analyse der Befragungsdaten, unterteilt in allgemeine Ergebnisse, verkehrsartspezifische Einschätzungen und ein direkter Vergleich der drei Untersuchungsorte.
7 Fazit der Untersuchung und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Stadtplanung.
Shared Space, Verkehrsplanung, Öffentlicher Raum, Aufenthaltsqualität, Verkehrssicherheit, München, Mischfläche, Verkehrsberuhigung, Stadtentwicklung, empirische Befragung, Mobilität, Verkehrsverhalten, Straßenraumgestaltung, Lebensqualität, Infrastruktur.
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem stadtplanerischen Konzept des "Shared Space" und dessen Potential, öffentlichen Raum durch die Aufhebung klassischer Trennungen zwischen Verkehrsteilnehmern lebenswerter zu gestalten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Verkehrs- und Stadtplanung, der Analyse sozio-räumlicher Interaktionen im Straßenraum sowie der empirischen Untersuchung von Akzeptanz und Sicherheit in Shared Space-ähnlichen Zonen.
Die Arbeit untersucht, ob das Konzept des Shared Space in München funktioniert und ob eine Mischfläche – also eine für alle Verkehrsarten gemeinsam genutzte Fahrbahn – die Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität erhöhen kann.
Es wurde ein empirischer Ansatz gewählt, der auf teil-standardisierten Fragebögen basiert, um die Sichtweisen von motorisierten und nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmern an drei ausgewählten Orten in München zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Shared Space-Konzepts, die Vorstellung der Fallbeispiele aus den Niederlanden sowie die detaillierte Analyse der Münchener Standorte (Gärtnerplatz, Pariser Platz, Westermühl-/Hans-Sachs-/Jahnstraße).
Zentrale Begriffe sind Shared Space, Aufenthaltsqualität, Verkehrssicherheit, Mischfläche, Stadtplanung und empirische Befragung.
Die statistische Auswertung zeigt, dass Frauen die Verkehrssicherheit an den untersuchten Standorten tendenziell unsicherer einschätzen als Männer.
Ja, die Befragungsergebnisse deuten auf einen Trend hin, dass Ortsansässige die Verkehrssituation an den untersuchten Knotenpunkten als sicherer bewerten als Personen, die weiter entfernt wohnen.
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