Bachelorarbeit, 2021
54 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Anthropologische Grundlegung zu Mensch und Beziehung
3. Die Mensch-Tier-Beziehung
3.1. Historischer Exkurs
3.2. Theorien der Mensch-Tier-Beziehung
3.2.1. Biophilie-Hypothese
3.2.2. Du-Evidenz
3.2.3. Spiegelneurone
4. Tiergestützte Interventionen
4.1. Tiergestützte Pädagogik – Hundegestützte Pädagogik
4.1.1. Einsatz von Hunden in der Schule
4.1.2. Voraussetzungen zum Schulhund-Einsatz
5. Grundschulpädagogik
5.1. Die Zone der nächsten Entwicklung
5.2. Lernen und Handeln von Grundschulkindern
6. Effekte von Hunden in der Grundschule
6.1. Stressregulation
6.2. Motivation
6.3. Lernförderung
6.4. Selbstwirksamkeit
6.5. Soziale Interaktion
7. Empirische Erhebung zum Einsatz von Schulhunden in der Grundschule
7.1. Methodik und Ziel der Untersuchung
7.1.1. Interviewvorbereitung und Durchführung
7.1.2. Transkription
8. Ergebnisanalyse
8.1. Ausbildung des Schulhund-Lehrkraft-Teams
8.2. Erfahrungen und Ansichten der Lehrkraft
8.3. Wirkweise auf die SchülerInnen
9. Diskussion und Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die pädagogische Wirksamkeit von Hunden im Grundschulalltag und geht der Forschungsfrage nach, wie sich die Anwesenheit eines Schulhundes auf das Verhalten sowie Lernprozesse von Grundschulkindern auswirkt.
3.2. Theorien der Mensch-Tier-Beziehung
Um die Wirkung von Hunden auf Kinder allgemein und Kinder in der Grundschule im Besonderen erfassen zu können, bedarf es zunächst einer differenzierten Betrachtung der Beziehung zwischen Menschen und Tieren. Diese wird im Folgenden historisch dargestellt, wobei in besonderem Maße auf den Hund eingegangen werden soll, da dieser in der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit im Fokus steht. Daran anschließend sollen drei ausgewählte Konzepte, welche als Erklärungsansätze für die positiven Effekte der Mensch-Tier-Beziehung dienen, überschlägig beleuchtet werden.
3.1. Historischer Exkurs
Während der gesamten Historie der menschlichen Evolution und Zivilisation existierte eine Beziehung zwischen Mensch und Tier, die durch die soziale und kulturelle Entwicklung des Menschen stets beeinflusst wurde (Otterstedt, 2003, S. 15). Tiere dienten den ersten menschlichen Kulturen vor allem als Nahrungsquelle oder Arbeitstiere, worauf sich der wissenschaftliche Blick rund zwanzig Jahre lang fast ausschließlich fokussierte (Otterstedt & Rosenberger, 2009, S. 7). Dabei „wurden weder kulturelle oder psychische Wirkungen des Tieres auf den Menschen wahrgenommen noch wurde das Tier als eigenständiges Subjekt, als einmaliges, unverwechselbares Individuum“ betrachtet (ebd. S. 7). Heute haben diese Aspekte Eingang in den wissenschaftlichen Diskurs erhalten, wobei eine interdisziplinäre Beschäftigung mit dem Tier als Individuum wünschenswert wäre.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der hundegestützten Pädagogik ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung des Einflusses von Schulhunden auf das Lernklima und die Kompetenzentwicklung von Kindern.
2. Anthropologische Grundlegung zu Mensch und Beziehung: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Person nach Gabriele Weigand und betont den relationalen Charakter des Menschen, der sich durch Entwicklung und soziale Bezüge definiert.
3. Die Mensch-Tier-Beziehung: Hier wird der historische Kontext der zwischenartlichen Beziehung dargelegt und zentrale theoretische Ansätze wie die Biophilie-Hypothese, Du-Evidenz und Spiegelneurone zur Erklärung der Mensch-Tier-Interaktion eingeführt.
4. Tiergestützte Interventionen: Dieses Kapitel definiert den Oberbegriff der tiergestützten Interventionen und grenzt die verschiedenen Einsatzformen, insbesondere die hundegestützte Pädagogik, voneinander ab.
5. Grundschulpädagogik: Hier werden pädagogische Grundlagen wie die „Zone der nächsten Entwicklung“ nach Wygotski und der Lernbegriff im Kontext der Grundschule beleuchtet.
6. Effekte von Hunden in der Grundschule: Dieses Kapitel beschreibt die psychologischen und pädagogischen Kernbereiche, in denen Schulhunde wirksam werden können, darunter Stressregulation, Motivation und Lernförderung.
7. Empirische Erhebung zum Einsatz von Schulhunden in der Grundschule: In diesem Kapitel wird das qualitative Studiendesign mit leitfadengestützten Interviews erläutert, die an zwei Schulen in Baden-Württemberg durchgeführt wurden.
8. Ergebnisanalyse: Die gewonnenen Interviewdaten werden strukturiert ausgewertet, wobei insbesondere die Ausbildung der Schulhund-Teams und die pädagogischen Erfahrungen der Lehrkräfte im Fokus stehen.
9. Diskussion und Fazit: Das abschließende Kapitel setzt die empirischen Ergebnisse in Bezug zu den theoretischen Hypothesen und reflektiert die Stärken sowie Limitationen der Untersuchung.
Schulhund, Hundegestützte Pädagogik, Mensch-Tier-Beziehung, Grundschule, Stressregulation, Lernmotivation, Soziale Interaktion, Qualitative Inhaltsanalyse, Biophilie-Hypothese, Du-Evidenz, Spiegelneurone, Inklusion, Bindungstheorie, Lehrkraft-Hund-Team.
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss der Einsatz von Schulhunden auf das Lern- und Sozialverhalten von Grundschulkindern hat und welchen pädagogischen Mehrwert ein Schulhund-Lehrkraft-Team bieten kann.
Die Schwerpunkte liegen auf den anthropologischen und theoretischen Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung, den Einsatzbereichen hundegestützter Pädagogik sowie der Analyse von empirischen Daten aus Experteninterviews.
Das primäre Ziel ist es, durch eine qualitative Inhaltsanalyse der Interviews aufzuzeigen, wie Schulhunde Lernatmosphäre und individuelles Verhalten der Grundschulkinder verändern und ob dies als Unterstützung für pädagogische Prozesse dienen kann.
Die Autorin verwendet eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, basierend auf leitfadengestützten Interviews mit zwei Lehrkräften, die gemeinsam mit ihren Hunden an Grundschulen in Baden-Württemberg tätig sind.
Der Hauptteil erörtert Konzepte wie die Biophilie-Hypothese, die Du-Evidenz und die Wirkung von Spiegelneuronen, um zu erklären, warum die Mensch-Tier-Interaktion emotionale und soziale Entwicklungsprozesse in der Schule begünstigen kann.
Die Arbeit lässt sich durch Fachbegriffe wie hundegestützte Pädagogik, Inklusion, Stressregulation, Lernförderung und soziale Kompetenz charakterisieren.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Qualität des Schulhund-Einsatzes maßgeblich von der professionellen Ausbildung des Mensch-Hund-Teams abhängt, um die Stresssignale des Hundes korrekt zu deuten und das Tier effektiv in den Unterricht zu integrieren.
Die befragten Lehrkräfte berichten von einer wahrnehmbaren Beruhigung und gesteigerten Konzentrationsfähigkeit bei Kindern mit speziellen Förderbedarfen, da die Interaktion mit dem Hund als Anker für Aufmerksamkeit dient.
Herausforderungen sind insbesondere die fehlende staatliche Standardisierung der Schulhund-Ausbildung in Deutschland sowie die begrenzte Stichprobengröße der Untersuchung, die eine Verallgemeinerung der Ergebnisse einschränkt.
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