Diplomarbeit, 2003
118 Seiten, Note: Sehr gut
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
EINLEITUNG
1 VORGESCHICHTE
1.1 DIE ZEIT DES AUSTROFASCHISMUS
1.1.1 Jugendorganisationen im Austrofaschismus
1.1.2 Schule im Austrofaschismus
1.2 DER ANSCHLUSS
2 JUGENDORGANISATIONEN IM NATIONALSOZIALISMUS
2.1 IDEOLOGIE DER AUSSERSCHULISCHEN JUGENDERZIEHUNG
2.2 ORGANISATION DER HITLER-JUGEND
2.3 AUSBILDUNG UND INHALTE IN DER HITLER-JUGEND
2.3.1 Jungenerziehung
2.3.2 Mädchenerziehung
2.4 AKTIONEN UND VERANSTALTUNGEN
3 SCHULE IM NATIONALSOZIALISMUS
3.1 IDEOLOGIE DER SCHULISCHEN ERZIEHUNG – ERZIEHUNGSMAXIMEN
3.2 SCHULORGANISATION
3.3 LEHRZIELE UND SCHULBÜCHER
3.3.1 Lehrziele und der Lehrplan
3.3.2 Schulbücher und Unterrichtsmaterialien
3.4 SCHULVERANSTALTUNGEN, FESTE UND FEIERN
3.5 DIE LEHRER
3.6 JÜDISCHE SCHÜLER
3.7 EINFLUSS DER HITLER-JUGEND AUF DIE SCHULE
4 PRAKTISCHER TEIL
4.1 DIDAKTISCHE ÜBERLEGUNGEN
4.1.1 Sachanalyse
4.1.2 Offenes Lernen
4.2 ARBEITSMATERIALIEN FÜR OFFENES LERNEN
4.2.1 Arbeitsplan
4.2.2 Organisation der Hitler-Jugend
4.2.3 „Sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben...“
4.2.4 Alltag in der Hitler-Jugend
4.2.5 „Das Kleid des Führers“ – Uniform der HJ
4.2.6 Das HJ-Lager
4.2.7 Schule unter Adolf Hitler
4.2.8 Die “Befleckten” von Salzburg
4.2.9 Schulaufgaben im Nationalsozialismus
4.2.10 „ Begeistert – Gedrillt – Betrogen. Die Hitlerjugend“
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle und den Einfluss von Jugendorganisationen sowie des Schulwesens im Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung Österreichs. Das primäre Ziel ist es, die totalitäre Vereinnahmung von Kindern und Jugendlichen durch das Regime aufzuzeigen und diese Thematik didaktisch für den Unterricht (Offenes Lernen) aufzubereiten.
IDEOLOGIE DER AUSSERSCHULISCHEN JUGENDERZIEHUNG
„Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln, und wenn diese Knaben mit zehn Jahren in unsere Organisation hineinkommen und dort zum erstenmal überhaupt eine frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitler-Jugend, und dort behalten wir sie wieder vier Jahre. Und dann geben wir sie erst recht nicht zurück in die Hände unserer alten Klassen- und Standes-Erzeuger, sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei, in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK und so weiter. Und wenn sie dort zwei Jahre oder anderthalb Jahre sind und noch nicht ganz Nationalsozialisten geworden sein sollten, dann kommen sie in den Arbeitsdienst und werden dort wieder sechs und sieben Monate geschliffen, alles mit dem Symbol, dem deutschen Spaten. Und was dann nach sechs oder sieben Monaten noch an Klassenbewußtsein oder Standesdünkel da oder da noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre, und wenn sie nach zwei, drei oder vier Jahren zurückkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rückfällig werden, sofort wieder in die SA, SS und so weiter, und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben.“ (Krüger 1987: 15)
Dieses Zitat von Adolf Hitler zeigt meiner Meinung nach sehr gut, welche Ziele die nationalsozialistische Jugenderziehung hatte: Das Leben eines jeden einzelnen total zu beherrschen und zu vereinnahmen. Die jungen Menschen sollten gar keine Chance mehr haben, anders zu denken oder anders zu handeln, als dies von Adolf Hitler und seiner NSDAP gewünscht wurde.
Die Staatsjugendorganisation sollte als dritter Lebensbereich neben Familie und Schule das Leben der Jugendlichen im nationalsozialistischen Sinne bestimmen und beeinflussen.
VORGESCHICHTE: Analysiert das politische System Österreichs während des Austrofaschismus und die damalige Situation von Jugendgruppen und Schulen.
JUGENDORGANISATIONEN IM NATIONALSOZIALISMUS: Beschreibt die Ideologie, die strikte hierarchische Organisation der Hitler-Jugend sowie die Ausbildungsziele und Aktivitäten.
SCHULE IM NATIONALSOZIALISMUS: Beleuchtet die ideologische Ausrichtung der Schule, die organisatorischen Veränderungen, die Rolle der Lehrer, das Schicksal jüdischer Kinder und den Einfluss der Staatsjugend.
PRAKTISCHER TEIL: Präsentiert ein didaktisches Konzept und konkrete Materialien für Offenes Lernen zum Thema, inklusive methodischer Reflexion.
Nationalsozialismus, Austrofaschismus, Österreich, Schule, Hitler-Jugend, Bund deutscher Mädel, Erziehung, Ideologie, Rassenlehre, Wehrerziehung, Offenes Lernen, Indoktrination, Jugendorganisationen, Drittes Reich, Schulpraxis
Die Arbeit analysiert, wie das nationalsozialistische Regime in Österreich die Lebensbereiche von Kindern und Jugendlichen – insbesondere Schule und Jugendorganisationen – ideologisch vereinnahmte und zu Erziehungszwecken für das Regime instrumentalisierte.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung von Jugendorganisationen (v.a. Hitler-Jugend), die ideologische Umgestaltung des Schulsystems, die Verherrlichung von Krieg und NS-Werten in Unterrichtsmaterialien sowie die Ausgrenzung von Minderheiten.
Neben der historischen Aufarbeitung der Instrumentalisierung von Kindern durch den Nationalsozialismus zielt die Arbeit darauf ab, Unterrichtsmaterialien für die Praxis (Offenes Lernen) zu erstellen, um Schülern dieses sensible Thema näherzubringen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse historischer Quellen, Zeitzeugenberichte und schulpädagogischer Fachliteratur, die mit einem eigenen didaktischen Teil zur praktischen Umsetzung kombiniert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der außerschulischen Jugendarbeit, die massiven Eingriffe in das österreichische Schulwesen nach dem Anschluss sowie eine umfassende Darstellung der ideologisch gefärbten Lehrinhalte und Schulrituale.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Schwerpunkte Nationalsozialismus, Schule, Hitler-Jugend, Rassenlehre und didaktische Aufbereitung (Offenes Lernen) aus.
Die Arbeit zeigt auf, dass es zwar kleinen organisierten Widerstand gab, die Mehrheit jedoch aus Angst oder Opportunismus dem Druck des Regimes nachgab, wobei individueller Widerstand oft nur in subtilen Formen (z.B. Alternativgruß) möglich war.
Die Rassenlehre fungierte als zentrales Unterrichtsprinzip, das nicht nur in Biologie, sondern fächerübergreifend eingesetzt wurde, um den Wert der "arischen Rasse" zu betonen und Hass gegenüber Minderheiten gezielt zu schüren.
Die Autorin plädiert für den Einsatz von Methoden des Offenen Lernens (z.B. Lerntaschen, Klammerkarten), da diese die Schüler aktivieren und durch die Arbeit mit zeitgenössischen Quellen ein tieferes Verständnis für die damalige Lebenswelt ermöglichen.
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