Magisterarbeit, 2007
110 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung mit Forschungsbericht
2. Biographie Hans Holbein d.Ä.
Überblick zu Leben und Werk
Verwandte und Bekannte im Augsburger Kunstkreis
3. Der „Lebensbrunnen“ in Lissabon
Technische Daten mit Zustandserläuterungen
Provenienz und Auftraggeber
Erläuterungen zur Signaturfrage
Bildbeschreibung
Beschreibung von Figuren und Architektur
Kritische Bewertung der Architektur
Überlegungen zu einzelnen Figuren
Bildaufbau und Perspektive
Licht und Kolorit
Die Betitelung und ihre ikonographischen Hintergründe
Vorbilder für die Architektur, Figuren und Komposition
4. Weitere Spätwerke
Der Sebastiansaltar
Die Madonna Böhler
Bildnis eines Herrn mit Pelzmütze
Bildnis eines Patriziers
5. Schluss
Diese wissenschaftliche Arbeit setzt sich zum Ziel, das Spätwerk von Hans Holbein d.Ä. im Hinblick auf seine stilistische Entwicklung und die Integration von Renaissance-Elementen zu analysieren, wobei das Gemälde „Lebensbrunnen“ als zentraler Untersuchungsgegenstand dient, um Holbeins Wandlung vom Spätgotiker zum Renaissancekünstler zu erörtern.
Bildbeschreibung
Das Gemälde zeigt in der Mitte die thronende Muttergottes mit dem Jesuskind umgeben von Heiligen am Fuße eines freistehenden Architekturmonuments mit vorgebautem Tonnengewölbe. Dieses steht erhöht auf einem rechteckigen Stufenpodest und wird im hinteren Bereich von einer Balustrade umschlossen. Dahinter erstreckt sich eine südländische Landschaft mit Meeresbucht und großer Palme unter bewölktem Himmel. Das gesamte Gemälde ist von einer starken Symmetrie geprägt, die nicht nur im Aufbau der Architektur, sondern auch in der Aufstellung der Figuren klar zu erkennen ist.
Das mit Steinplatten belegte Stufenpodest dehnt sich der Länge nach in den Hintergrund des Bildes aus. Die zweistöckige Architektur befindet sich auf dem hinteren Teil des Podests. Sie erschließt sich über ein langes Tonnengewölbe, das sich im vorderen Bereich auf zwei freistehende Säulen stützt und am Ende an ein Attikageschoss anlehnt. Durch seitliche Freipfeiler, niedrige Mauervorsprünge und Portalanbauten entsteht eine Staffelung von vorne nach hinten und zugleich in die Breite. Im hinteren, unteren Bereich ermöglicht eine dreiteilige, geöffnete Arkade den Blick ins Freie. Die Architektur vermittelt daher den Charakter einer offenen, freistehenden Halle.
1. Einleitung mit Forschungsbericht: Die Einleitung beleuchtet den Forschungsstand zum Spätwerk Holbeins d.Ä., insbesondere die offenen Fragen zu seinem Aufenthalt nach 1515 und der stilistischen Entwicklung hin zu Renaissanceformen.
2. Biographie Hans Holbein d.Ä.: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Leben des Künstlers im Kontext des Augsburger Kunstkreises und seiner Vernetzung mit anderen Kunstschaffenden sowie Familienmitgliedern.
3. Der „Lebensbrunnen“ in Lissabon: Hier wird das Hauptwerk detailliert technisch analysiert, die Provenienz geklärt, die Signaturfrage diskutiert und eine umfassende Beschreibung der Figuren und der Architektur vorgenommen.
4. Weitere Spätwerke: Eine vergleichende Analyse des Sebastiansaltars, der Madonna Böhler sowie zweier Porträts erfolgt, um die stilistischen Entwicklungen im Spätwerk Holbeins einzuordnen.
5. Schluss: Die Arbeit schließt mit einem Resümee, das die Einzigartigkeit des „Lebensbrunnens“ und Holbeins sensibles Gespür für den Zeitgeist sowie seine spezifische künstlerische Eigennote würdigt.
Hans Holbein d.Ä., Lebensbrunnen, Spätwerk, Renaissance, Augsburg, Sakrale Kunst, Bildanalyse, Ikonographie, Sebastiansaltar, Madonna Böhler, Malstil, Kolorit, Vorbildforschung, Stifterdarstellung, Architekturmalerei
Die Arbeit befasst sich mit dem künstlerischen Spätwerk von Hans Holbein d.Ä., wobei der Fokus auf der stilistischen Transformation des Malers und der intensiven Analyse des Werks „Lebensbrunnen“ liegt.
Die Themenfelder umfassen die Biografie des Künstlers, die Einflüsse nord- und südeuropäischer Kunstströmungen (Renaissance und Spätgotik), die Zuschreibungsdiskussionen in der Forschung sowie die ikonographische Deutung der dargestellten Heiligenfiguren und Architektur.
Das primäre Ziel ist es, durch eine detaillierte Untersuchung und den Vergleich mit anderen Spätwerken zu ergründen, wie Holbein d.Ä. als „Meister des Übergangs“ agierte und inwieweit seine Kunst den Wandel zur Renaissance vollzog.
Die Arbeit basiert auf einer kunsthistorischen Analyse, die quellenorientierte Recherche zur Biografie mit einer detaillierten bildwissenschaftlichen und stilkritischen Untersuchung der Werke verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des „Lebensbrunnens“ (Daten, Beschreibung, Bedeutung) und eine vergleichende Betrachtung weiterer bedeutender Spätwerke wie den Sebastiansaltar und verschiedene Madonnen-Porträts.
Zu den prägenden Begriffen gehören Holbein d.Ä., Lebensbrunnen, Renaissance-Architektur, Spätgotik, Augsburger Kunstkreis und Ikonographie.
Die Architektur im „Lebensbrunnen“ weist laut Analyse Anleihen an Werke von Künstlern wie Hans Daucher, Albrecht Dürer und Einflüsse venezianischer Grabdenkmäler auf, die Holbein zu einer eigenen Komposition verschmolz.
Die Signatur wird im Werk als wahrscheinlich spätere Hinzufügung kritisch hinterfragt, wobei die Arbeit argumentiert, dass sie nicht als Beweis für die Eigenhändigkeit im modernen Sinne dienen kann, sondern die Zuschreibungsfrage weiterhin diskursiv bleibt.
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