Bachelorarbeit, 2023
73 Seiten
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Folgen des ORE
2.3 Ursachen des ORE
2.3.1 Sozial-kognitive Theorien
2.3.2 Expertise-Theorien
2.3.3 Hybride Theorien
2.3.4 ORE und Kontakt
2.3.5 Zusammenfassung
2.4 Kontakttheorien
2.4.1 Kontakthypothese nach Allport
2.4.2 Intergroup-Contact Theory nach Pettigrew
2.4.3 Indirekter Kontakt
2.4.4 Zusammenfassung
2.5 Alter bei der Kontaktaufnahme
2.6 Fragestellung
2.7 Hypothesen
3 Methoden
3.1 Interne Präregistrierung
3.2 Ein-und Ausschlußkriterien
3.3 Vorgehen
3.4 Verwendete Primärstudien
4 Ergebnisse
4.1 Studien zu H1 und H2
4.2 Studien zu H3
4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse zu den Hypothesen
4.3.1 Zusammenfassung der Ergebnisse zu H1 und H2
4.3.2 Zusammenfassung der Ergebnisse zu H3
5 Diskussion der Ergebnisse
5.1 Diskussion der Ergebnisse zu H1 und H2
5.2 Diskussion der Ergebnisse zu H3
5.3 Limitationen
5.3.1 Limitationen bezogen auf die Primärstudien
5.3.2 Limitationen bezogen auf das Literaturreview
5.4 Fazit und Implikationen für die Zukunft
Die Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen visueller Expertise und dem sogenannten other-race effect (ORE), bei dem Gesichter der eigenen ethnischen Gruppe besser wiedererkannt werden als Gesichter fremder Gruppen. Im Fokus steht die Frage, inwieweit Kontaktqualität, Kontaktquantität und das Alter bei der Kontaktaufnahme dazu beitragen können, den ORE zu reduzieren.
2.1 Begriffsdefinition
Das menschliche Gesicht ist ein komplexes visuelles Objekt und bietet dem Betrachter eine Vielzahl von Informationen. Durch einen kurzen Blick auf ein Gesicht kann u.a. auf das Geschlecht, die emotionale Befindlichkeit, das Alter, die Identität oder die Ethnie/Rasse geschlossen werden Diese komplexen Informationen werden zeitgleich und in Bruchteilen von Sekunden verarbeitet (Schneider & Fink, 2013; Kawakami et al., 2022). Ethnie/Rasse wird hier als perzeptuell-kognitiver/physiognomischer Begriff verstanden und nicht als biologische Kategorie.
Die Wahrnehmung von Gesichtern kann unterschiedlichen Verzerrungseffekten (Bias) unterliegen, wobei der ORE das bekannteste psychologische Phänomen darstellt (z.B. Young et al., 2011; Stelter et al., 2022 a).
Der ORE beschreibt die bessere und genauere Wiedererkennungsleistung für Gesichter der eigenen Rasse im Vergleich zu Gesichtern einer anderen Rasse (u.a. Meissner & Brigham, 2001; Turk et al., 2005). Der Begriff ORE wird in der Fachliteratur synonym verwendet unter den Begriffen: Ausländereffekt, own-race advantage, own-race bias, own-race effect, own-ethnicity effect, cross-race bias, cross-race deficit, cross-race effect, cross-race recognition deficit, other-race bias (u.a. Levin, 2000; Tanaka et al., 2004; Turk et al., 2005; Thorup et al., 2018; Sporer, 2021, Singh et al., 2021). Anzumerken ist hierbei, dass der ORE sich auf Personen aus unterschiedlichen Kontinenten bezieht (z.B. Kaukasier vs. Asiaten), der Other-ethnicity effect hingegen bezieht sich auf Personen des gleichen Kontinents (z.B. Nord-Europäer vs. Süd-Europäer), wobei es aber immer um die bessere Wiedererkennungsleistung der eigenen gegenüber der anderen Gruppe geht (z.B. McKone et al., 2019).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen des other-race effects (ORE) als robuste Wahrnehmungsverzerrung ein und skizziert die wissenschaftliche Debatte um dessen Ursachen, insbesondere den Einfluss von Kontakt und Expertise.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die relevanten Fachbegriffe, verschiedene Erklärungsmodelle (Expertise-, sozial-kognitive und hybride Theorien) sowie die aktuelle Forschungslage zum Einfluss von Kontakt auf den ORE.
3 Methoden: Hier werden das systematische Vorgehen bei der Literaturrecherche, die spezifischen Ein- und Ausschlusskriterien und der Prozess der Auswahl der 19 einbezogenen Primärstudien beschrieben.
4 Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die Analyse der ausgewählten Primärstudien und liefert die empirischen Befunde zu den aufgestellten Hypothesen über den Zusammenhang von Kontaktqualität, -quantität und -alter mit dem ORE.
5 Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden kritisch bewertet, in den theoretischen Kontext eingeordnet, Limitationen der Arbeit benannt und Implikationen für die zukünftige Forschung sowie praktische Anwendungsbereiche diskutiert.
other-race effect, Gesichterwahrnehmung, interkultureller Kontakt, Kontaktqualität, Kontaktquantität, Expertise, soziale Kategorisierung, Wiedererkennungsleistung, Ingroup, Outgroup, kognitive Verzerrung, Plastizität, Entwicklungspsychologie, Stereotype, Individuierung.
Die Arbeit untersucht den systematischen Forschungsstand zum Zusammenhang zwischen visueller Wahrnehmungsexpertise und dem sogenannten other-race effect (ORE), also der Schwierigkeit, Gesichter fremder ethnischer Gruppen ebenso gut zu unterscheiden wie Gesichter der eigenen Gruppe.
Die zentralen Themen umfassen die Definition des ORE, theoretische Ansätze zur Erklärung dieses Effekts (insbesondere Expertise und sozial-kognitive Modellierungen), die Wirksamkeit von Kontakt zur Reduktion von Vorurteilen sowie die Bedeutung des Alters bei der Kontaktaufnahme.
Ziel ist es zu prüfen, inwieweit unterschiedliche Formen des Kontakts (Qualität, Quantität) und das Alter bei der Kontaktaufnahme dazu beigetragen haben, den ORE in der Forschungsliteratur zu reduzieren, und ob ein kritisches Zeitfenster hierfür existiert.
Es handelt sich um ein systematisches Literaturreview, das vorliegende Primärstudien (ab 2007) nach strengen Ein- und Ausschlusskriterien analysiert und bewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die detaillierte Methodenbeschreibung der Literatursuche sowie die differenzierte Darstellung und Diskussion der Ergebnisse in Bezug auf die drei aufgestellten Hypothesen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem other-race effect (ORE), Kontaktqualität, Kontaktquantität, Expertise, Gesichterwahrnehmung und soziale Kategorisierung.
Die Arbeit untersucht die Hypothese, ob sozialer Kontakt, der vor dem 12. Lebensjahr stattfindet, effektiver dazu beiträgt, den ORE zu eliminieren, als Kontakt, der erst im Jugend- oder Erwachsenenalter erfolgt.
Die Autorin weist darauf hin, dass die Inkonsequenz unter anderem durch unterschiedliche methodische Ansätze (z.B. verschiedene Messungen der Kontaktqualität), divergierende Stimuli (Farbfotos, Ausrichtung der Gesichter) und die Schwierigkeit der Operationalisierung von "Kontakt" in den verschiedenen Teilstudien entsteht.
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